Weihnachtsgeschäft Die leise Suche nach Saisonarbeitern

Weihnachtsmarkt Jobs (Foto)
Auch auf dem Münchner Weihnachtsmarkt sind befristete Jobs zu bekommen. Bild: ddp

Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 100.000 Menschen nur in der Vorweihnachtszeit beschäftigt. Die Suche nach den Saisonkräften hat sich über die Jahre eingespielt, Neulinge müssen bei der Suche hartnäckig sein.

Die Vorweihnachtszeit ist auch die Zeit der vollen Innenstädte. Die Buden der Weihnachtsmärkte stellen sich je nach Interessenlage in den Weg oder laden ein. Diverse Einzelhändler wie Parfümerien oder Elektrofachgeschäfte machen in den Wochen vor Heiligabend den Großteil ihres Jahresumsatzes. Doch dieser Ansturm der Kunden ist für viele Händler nicht allein mit der Stammbelegschaft zu bewältigen. Aushilfen für den Service müssen eingestellt werden.

Die Strategien der größeren Handelsketten sind dabei unterschiedlich. Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), geht davon aus, dass im kommenden Weihnachtsgeschäft die meisten Aushilfskräfte nicht das erste Mal für das jeweilige Unternehmen tätig sein werden: «Es sind oftmals ältere Mitarbeiter, die im Weihnachtsgeschäft noch einmal an der Kasse einspringen.»

Weihnachtsgeschäft
Jobs mitten im Kaufrausch

Doch immerhin wird mit gleichbleibend großer Nachfrage nach Aushilfen gesucht. Vor drei Jahren meldete der HDE eine Zahl von 120.000 Saisonkräften, die allein im Einzelhandel benötigt worden seien. Für das laufende Jahr seien keine Erhebungen getätigt worden, doch es gebe zumindest keinen spürbaren Abwärtstrend, so Pellengahr.

Die Suche nach Aushilfskräften geht normalerweise schon im Sommer in die heiße Phase, die wenigsten Saisonkräfte werden erst kurz vor dem ersten Advent eingestellt, um sie ausreichend schulen zu können. Wer bei der Jobsuche Augen und Ohren offenhält, wird allerdings auch jetzt noch auf das eine oder andere Angebot stoßen. Vor allem die Händler auf den vielen Weihnachtsmärkten suchen auf verschiedenen Wegen nach versierten Verkäufern. Ob über Kleinanzeigen oder über Online-Stellenbörsen, die Möglichkeiten sind kaum begrenzt.

Die Einzelhandelsketten haben ihre Suche meist schon abgeschlossen oder planen das Weihnachtsgeschäft langfristig über Zeitkonten des Stammpersonals. So hat beispielsweise die Möbelkette "Ikea" den fast schon traditionellen Zulauf im vierten Quartal über seine eigene knapp 14.000 Mitarbeiter umfassende Belegschaft abgefangen. Auch die großen Elektromarktketten wie "Media Markt" oder "Saturn" stellen an einzelnen Standorten versierte Kassenkräfte zeitlich befristet ein. Teilweise werden immer noch Fachkräfte kurzfristig gesucht.

Ähnlich beantwortet auch die Parfümeriekette "Douglas" die Frage nach den Aushilfen. Es würden an allen Standorten Einpackhilfen oder Kassierer gesucht, allerdings regele jede Filiale ihre Personalsuche eigenständig, so eine Sprecherin zu news.de. Auch hier lohnt ein direkter Kontakt mit den Filialen, eine Initiativbewerbung zeigt jedem Chef die eigene Motivation auf.

In den meisten Fällen sind die Aushilfsjobs nicht nur in der Dauer befristet, sondern auch in der wöchentlichen Arbeitszeit. Viele Arbeitgeber bieten daher nur sozialversicherungsfreie 400-Euro-Jobs an oder suchen gezielt nach Studenten, für die weniger Sozialabgaben fällig werden, um so die Lohnkosten gering zu halten. Auf der anderen Seite bieten diese Kurzzeitjobs auch eine gute Gelegenheit, einen möglichen Arbeitgeber kennenzulernen. Das und die wertvollen Praxiserfahrungen können eine hartnäckige Suche sicher rechtfertigen.

sgo/news.de

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