Aufstiegsstipendien Bessere Chancen auf der Karriereleiter

Ingenieur (Foto)
Der Weg zum Ingenieur bleibt auch Berufstätigten, die keine Abitur haben, nicht verwehrt. Bild: ddp

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Wer ganz nach oben kommen will, der hat meist studiert. Aber auch Menschen, die «nur» eine bodenständige Lehre gemacht haben, bleibt die Chance auf den Chefsessel nicht verwehrt. Für sie gibt es Aufstiegsmöglichkeiten – sogar mit Finanzspritze.

Wer nach dem Schulabschluss eine Ausbildung begonnen hat, ist nicht auf ewig zum Angestellten verdammt. Per nachgeholtem Studium ist der Weg in die Chefetage möglich, selbst dann, wenn das Abitur nicht gemacht wurde. Chancen darauf haben Berufstätigte, die «berufliche Begabung und Erfahrung» besitzen. Das Abitur ist also nicht verpflichtend. Stattdessen haben sich die Personen ihre Qualifikation für die Hochschule durch Ausbildung, Fortbildung und Berufspraxis erworben.

Für sie gibt es mit dem so genannten Aufstiegsstipendium staatliche Unterstützung. Zum aktuellen Wintersemester wurde es erstmals vergeben. Stehen bleiben will der Bund allerdings nicht. Deshalb wurde nicht nur der Fördertopf um etliche Euro aufgestockt. Es gibt auch eine zweite Bewerbungsrunde für diese Form der Bildungshilfe.

Bis zu 1500 Stipendiaten will das Bildungsministerium so bis zum Ende des nächsten Jahres unter die Arme greifen. Zurzeit beziehen etwa 500 Arbeitnehmer die Förderung, drei Viertel von ihnen sind älter als 25 Jahre, ein Drittel hat die Hochschulreife per zweitem Bildungsweg erlangt.

Wer für das Studium eine berufliche Pause einlegt, also Vollzeit studiert, der bekommt monatlich 650 Euro plus 80 Euro Büchergeld. Für die eventuell notwendige Betreuung von Kindern wird zudem eine Pauschale von 113 Euro für das erste Kind und für jedes weitere in Höhe von 85 Euro draufgelegt.

Berufsbegleitend Studierende können ebenfalls gefördert werden. Im Gegensatz zu Vollzeitstudenten erhalten sie jährlich nur 1700 Euro. Wer nach der Bewerbung ein Stipendium bekommt, muss spätestens innerhalb der folgenden zwölf Monate seine Hochschulausbildung beginnen.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung sind eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine Aufstiegsfortbildung, zwei Jahre Berufserfahrung und nachweislich eine besondere Leistungsfähigkeit im Beruf. Außerdem dürfen Bewerber bisher keinen Hochschulabschluss besitzen. Die besondere Leistungsfähigkeit setzt in einer Berufsabschlussprüfung mindestens 87 Punkte oder eine Durchschnittsnote von 1,9 voraus. Zudem können zum Bewerbungsverfahren Sieger eines überregionalen beruflichen Leistungswettbewerbs oder von Arbeitgebern vorgeschlagene Mitarbeiter zugelassen werden.

Mit den Aufstiegsstipendien realisiert das Bundesministerium einen Teil seiner Qualifizierungsoffensive. Das Programm liegt in der Hand der Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung.

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