19.07.2019, 13.50 Uhr

Blaualgen 2019 in Deutschland: Ekelalarm im Badesee! So können Sie sich schützen

Blaualgen vermiesen wieder den Badespaß an beliebten Seen in Deutschland. Die ersten Regionen warnen vor den Algen und ihren Gefahren. Wie groß die Gesundheitsrisiken sind und wie Sie sich schützen können, erfahren Sie hier.

Die ersten Baderegionen warnen vor Blaualgen auf Gewässern. Bild: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa

Heiße Temperaturen und Sonnenschein sind die dealen Bedingungen für einen Badeausflug an den See. Und leider auch für Blaualgen. Sie vermehren sich dank der warmen Temperaturen wieder sehr schnell. Eine erste Baderegion warnt jetzt Badegäste vor den Algen.

Baderegionen warnen vor Blaualgen

Im Kreis Mecklenburgische Seenplatte stellte das Gesundheitsamt eine erhöhte Konzentration von Blaualgen fest. Betroffen sind der Neubrandenburger Tollensesee und der Glambecker See in Neustrelitz, teilte der Kreis am Donnerstag mit. Zur Sicherheit verschärfte das Gesundheitsamt die Überwachung der Badeplätze und stellte Warnschilder an beliebten Badestränden wie dem Augustabad am Ostufer des Tollensesees auf.

Ungewöhnlich ist, dass diese zwei sehr tiefen Seen betroffen sind. Sie waren noch nie von Blaualgen bedeckt. Inwieweit sich die Lage verschlimmert oder verbessert, hängt von verschiedenen Bedingungen ab. Der Kreis verwies darauf, dass Blaualgen von Wind und Wetterveränderungen abhängig sind. In wenigen Stunden könnte sich die Situation verschlimmern oder verbessern.

Cyanobakterien vermehren sich auf Badeseen in Schleswig Holstein

Auch am Bornesholmer Badesee in Schleswig-Holstein zeigte sich Anfang Juli ein grüner Teppich auf der Wasseroberfläche - ein deutliches Anzeichen für Blaualgen. Dort und an weiteren Badeseen im Bundesland wurden Warnungen herausgegeben.

Grüne Teppiche auf Badeseen

Biologisch gesehen handelt es sich bei Blaualgen gar nicht um Algen, sondern um Bakterien. Warme Temperaturen begünstigen das Wachstum der Cyanobakterien. Man spricht dann von der sogenannten Algenblüte. Der Name "Blaualge" ist beim Blick auf die Schlieren irreführend. Die Teppiche auf der Wasseroberfläche sind in der Regel olivgrün oder grünlich blau.

Es gibt mehre hundert verschiedene Cyanobakterien. Die meisten von ihnen müffeln nur, wenn sie sich zersetzen. Einige von ihnen bilden aber Giftstoffe. Deshalb sollten Badegäste die Warnhinweise ernst nehmen und nicht in das kühle Nass springen. Allein auf Warnschilder sollten sich Badegäste nicht verlassen. Die zuständigen Ämter müssen an den Badestellen nur alle vier Wochen Proben nehmen. Ein hilfreicher Trick, um die Belastung zu erkennen. Abseits von Warnschildern vermehren sich die Bakterien trotzdem auch auf anderen Seen. Ein hilfreicher Tipp ist es bis zu den Knien, ins Wasser zu gehen. Wenn die Füße nicht mehr zu sehen sind, deutet das auf Blaualgen hin.

Gefahr durch Blaualgen - Badeverbot für Kinder und Hunde?

Wer Blaualgen im Gewässer entdeckt, sollte zumindest Kinder und Hunde nicht mehr baden lassen. "Kinder schlucken häufig Wasser", sagt Silvia Kostner, Sprecherin des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) gegenüber der dpa. Gerade im Krabbelalter entdecken viele Kleinkinder die Umwelt mit dem Mund. Schlucken sie dabei auch bestimmte Blaualgen oder deren Gifte, drohen Durchfall, Erbrechen, Atemwegsbeschwerden und Kopfweh.

Diese Symptome drohen beim Kontakt mit Blaualgen

Empfindliche Menschen können unter Umständen etwas stärkere Symptome zeigen. Beim Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten kann es zu Hautreizungen, Quaddeln oder Ohrenschmerzen kommen. Wenn die Reaktionen nicht rasch abklingen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. In der Regel ist die Gefahr aber gering. Nur in seltenen Fällen ist mit schwereren Krankheitsreaktionen zu rechnen.

Möchten Erwachsene trotz Blaualgenbelastung in Gewässern baden gehen, rät Kostner, den Mund fest zu schließen und sich hinterher gut abzuduschen. Die Badebekleidung sollte gleich ausgewaschen werden.

Lesen Sie hier: DARUM ist baden jetzt extrem gefährlich

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bos/news.de/dpa

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