11.06.2019, 13.14 Uhr

Hyalomma-Zecke in Deutschland: Tropen-Zecke eingetroffen! SO gefährlich sind die Super-Blutsauger

Eine tropische Zecken-Art, die Hyalomma-Zecke, breitet sich in Deutschland aus. Die Super-Zecke wird bis zu fünf mal größer als unsere heimische Zecke und kann tödliche Krankheiten wie das Krim-Kongo-Fieber übertragen. Zudem hat das Robert-Koch-Institut fünf weitere Regionen in Deutschland zu FSME-Risikogebieten erklärt. Alle Infos zur Super-Zecke und den Zecken-Risikogebieten gibt es hier.

Die Zecken Gemeiner Holzbock (l, Ixodes ricinus) und Hyalomma marginatum liegen in der undatierten Aufnahme zum Größenvergleich nebeneinander. Bild: Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr

Funde mehrerer tropischer Zecken in Deutschland beunruhigen Forscher. In Niedersachsen und Hessen registrierten Wissenschaftler bereits Ende 2018 insgesamt sieben Exemplare der Gattung Hyalomma, der Super-Zecke, wie die Mitarbeiter der Universität Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in München mitteilten.

Super-Zecke in Deutschland: Hyalomma-Zecke auf dem Vormarsch

Die Tiere sind nicht nur wesentlich größer als der hiesige Gemeine Holzbock, sie können auch Erreger anderer Krankheiten übertragen. In einem Tier fanden die Forscher Rickettsia-Bakterien, die das Zecken-Fleckfieber auslösen. Es führt beim Menschen zu Hautveränderungen und Fieber.

Hyalomma-Zecke breitet sich durch derzeitige Witterung in Deutschland aus

Die an trockene Hitze gewöhnten Zecken, die sonst in Afrika, Asien und Südeuropa leben, fühlten sich bei der derzeitigen Witterung in Deutschland sehr wohl, betonen die Wissenschaftler. "Wir gehen davon aus, dass wir mit immer mehr tropischen Zeckenarten in Deutschland rechnen müssen, die sich durch gute Wetterbedingungen hier ansiedeln können", sagte die Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim in Stuttgart. Zuvor habe man erst zweimal einzelne Hyalomma-Zecken in Deutschland entdeckt, in den Jahren 2015 und 2017.

Super-Zecke überträgt tropische Krankheiten wie das Krim-Kongo-Fieber

Die in diesem Jahr an Pferden und Schafen gefundenen Zecken gehören zu den Arten Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes. Sie können Erreger diverser Krankheiten übertragen, darunter den viralen Verursacher des Krim-Kongo-Fiebers. Dabei handelt es sich um eine in vielen Fällen tödliche Viruserkrankung. Die Hyalomma-Zecken gelangen nach Vermutung der Experten über Vögel nach Deutschland.

Robert-Koch-Institut: 5 weitere Regionen FSME-Risikogebiete

Die Gefahr von Zecken in Deutschland ist in diesem Jahr so groß wie nie zuvor. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat fünf weitere Regionen zu FSME-Risikogebieten erklärt. Darunter ist mit dem Land­kreis Ems­land auch erst­mals Nieder­sachsen betroffen. Die anderen vier neuen FSME-Risiko­gebiete - ein Kreis in Sachsen und drei Kreise in Bayern - grenzen an be­stehen­de Risiko­gebiete.

Zecken-Alarm!FSME-Risikogebiete in Deutschland 2019

Die meisten FSME-Risikogebiete in Deutschland liegen in Bayern, Baden-Württem­berg, Süd­hessen, Süd­ost­thüringen und Sachsen. Je ein Risikogebiet gibt es laut RKI außerdem in Mittel­hessen, im Saar­land und in Rhein­land-Pfalz.

Wie Sie sich vor Borreliose, FSME und Co. schützen, lesen Sie hier!

Tropische Zecke hat erstmals in Deutschland überwintert

Erstmals hat eine größere und für Menschen gefährliche Zeckengruppe aus dem Süden nachweislich in Deutschland überwintert. Nach den jüngsten heißen Tagen seien gleich sechs Exemplare der sogenannten Hyalomma-Zecken aufgetaucht, teilten die Universität Hohenheim und das Münchner Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr mit. "Nach den ersten Nachweisen dieses Jahres müssen wir davon ausgehen, dass diese Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten", sagte die Hohenheimer Parasitologin und Zecken-Expertin Ute Mackenstedt am Dienstag. Überwintern bedeute aber nicht notwendigerweise auch, dass die zu den Milben gehörenden Tiere bereits heimisch seien.

Die auffälligen Zecken mit den geringelten Beinen sind doppelt bis dreimal so groß wie ihre europäischen Verwandten. Hyalomma-Zecken wurden bislang aus Afrika und Südeuropa höchstwahrscheinlich mit Zugvögeln nach Deutschland transportiert und könnte sich nach Ansicht der Wissenschaftler in diesem Jahr stärker ausbreiten. Die diesjährigen Funde seien sehr früh gemeldet worden. "Wenn man den Entwicklungszyklus zurückrechnet, hätten sie zu einem Zeitpunkt eingeschleppt werden müssen, als die Zugvögel noch gar nicht da waren."

Die spinnenartige Riesenzecke kann Fieberkrankheiten übertragen. Weiter dominant bleibe aber der sogenannte Holzbock als heimische Zeckenart, sagte Mackenstedt. Die davon übertragenen Erreger können Borreliose und FSME auslösen.

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fka/kum/news.de/dpa

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