Medizinische Sensation: Baby wächst in Gebärmutter einer Toten heran

Durchbruch auf dem Gebiet der Gebärmutter-Transplantationen: Einem Ärzte-Team aus Brasilien ist erstmals eine erfolgreiche Schwangerschaft mit dem Uterus einer Toten gelungen. Die Ärzte hoffen nun, künftig deutlich mehr Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch helfen zu können.

Erstmals hat eine Frau mit der Gebärmutter einer Verstorbenen ein Kind zur Welt gebracht. (Symbolbild) Bild: dpa/Armin Weigel

Es ist eine medizinische Sensation, die brasilianische Ärzte dieser Tage verkünden. Zum ersten Mal überhaupt hat eine Frau mit der Gebärmutter einer toten Organspenderin ein Kind zur Welt gebracht. Die Fachzeitschrift "Lancet" berichtete über die medizinische Weltneuheit.

Baby wächst in Uterus einer Toten heran

Bislang mussten Ärzte für eine Gebärmutter-Transplantation nach lebenden Spenderinnen suchen.Nun gelang Medizinern erstmals mit dem Uterus einer Toten eine erfolgreiche Schwangerschaft. Der medizinische Durchbruch könnte vielen Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch neue Hoffnung geben. Zuvor waren zahlreiche Versuche mit verstorbenen Spenderinnen in der Tschechischen Republik, der Türkei und den USA gescheitert - bis jetzt.

Das Baby wurde im vergangenen Dezember von einer Frau, die aufgrund eines seltenen Syndroms ohne Gebärmutter geboren wurde, zur Welt gebracht. Die Frau - eine 32-jährige Psychologin - war anfangs wegen der Transplantation besorgt, sagte Dr. Dani Ejzenberg, leitender Arzt des Transplantationsteams an der University of Sao Paulo School of Medicine. 

Nach Gebärmutter-Transplantation: Frau bringt gesundes Baby zu Welt

Im September 2016 bekam die damals 32-Jährige schließlich die Gebärmutter einer 45-jährigen Frau transplantiert. Sieben Monate nach der Transplantation war sie schwanger. Die Spenderin, die selbst Mutter von drei Kindern war, hatte nach einem Schlaganfall den Hirntod erlitten, berichtet "The Lancet". In einer aufwendigen Operation pflanzte das Team um Ejzenberg der 32-Jährigen das Organ ein und vernähte es mit den Blutgefäßen und der Vagina.

Schon vor der Transplantation waren der Frau Eizellen entnommen und künstlich befruchtet worden. Das Kind, ein Mädchen, brachten die Ärzte in der 36. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt auf die Welt. Bei dem Eingriff wurde auch die Gebärmutter wieder entfernt. Mutter und Kind seien wohl auf, heißt es.

Ärzte-Team plant weitere Gebärmutter-Transplantationen

"Die Nutzung verstorbener Spenderinnen könnte den Zugang zu dieser Behandlung deutlich ausweiten, und unsere Resultate belegen die Machbarkeit einer neuen Option für Frauen mit Gebärmutter-basierter Unfruchtbarkeit", wird der Gynäkologe Ejzenberg in einer "Lancet"-Mitteilung zitiert. Im Rahmen der brasilianischen Studie sind zwei weitere Transplantationen geplant.

Lesen Sie auch: Erste Gen-manipulierte Babys in China geboren

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/jat/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser