Sommerliche Sonnenschutz-Irrtümer: Die 5 dicksten Mythen zu Sonnencreme, Sonnenbrand und Co.

Die sommerliche Sonne genießen kann nur, wer nicht um seine Haut fürchten muss. Sonnencreme ist das A und O - doch einfach nur Auftragen reicht nicht. Das sind die größten Fehler, die Sie beim Thema Sonnenschutz machen können.

Sonnencreme schützt nur dann vor Sonnenbrand, wenn sie diese Fehler nicht machen.  Bild: dpa

Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad sind das perfekte Sommerwetter. Um daran auch länger Freude zu haben, ist Sonnencreme Pflicht. Andernfalls droht nicht nur Sonnenbrand, sondern es steigt auch das Risiko für Hautkrebs. Also eincremen und ab in die Sonne? So einfach wie das klingt, ist es offensichtlich nicht. Denn beim Thema Sonnencreme und Sonnenschutz sind noch immer einige Irrtümer in Umlauf.

Sonnencreme-Mythen aufgeklärt: Schützt Vorbräunen im Solarium vor Sonnenbrand?

Zu den hartnäckigsten von ihnen zählt, dass Vorbräunen im Solarium vor Sonnenbrand schützt. Was für manchen logisch erscheint, ist bei näherer Betrachtung aber eher gefährlich. Zwar verringert sich unter Umständen das Risiko einen Sonnenbrand zu bekommen. Aber die Hautkrebsgefahr ist keineswegs gebannt - im Gegenteil. Bereits 2014 konnten Wissenschaftler von der Universität Minnesota in einer Studie zeigen, dass bei Solariumbesuchern das Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erkranken bis um das 3,9-Fache erhöht ist im Vergleich zu Personen, die nie das Solarium nutzen. Zudem erklärt das Bundesamt für Strahlenschutz in seinem Online-Auftritt, dass die Sonnenbrandempfindlichkeit nur gemindert werde mit UV-B-Strahlung. Viele Solarien gäben aber nur UV-A-Strahlung ab.

Im Schatten kriegt man keinen Sonnenbrand und braucht keine Sonnencreme?

Auch wer meint, er müsse im Schatten keine Sonnencreme auftragen, weil man dort sowieso keinen Sonnenbrand bekommt, der irrt. Denn die UV-Strahlung kommt ja nicht nur von oben, sondern auch von der Seite, da sie von Staubteilchen und anderen Luftbestandteilen gebrochen wird, erklärt Professor Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention gegenüber "welt.de". Knapp die Hälfte der UV-Strahlung gelangt so noch auf die Haut, auch durch Sonnenschirme, Bäume und Markisen, informiert die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. auf ihrer Internetseite. Deshalb sollte man sich auch im Schatten mit Sonnencreme schützen.

Kleidung ist ein besserer Sonnenschutz als Sonnenmilch?

Etwas anderes ist das bei Kleidung. Sie schützt vor UV-Strahlung und das umso besser, je dichter das Gewebe ist. Allerdings genügt es nicht, sich ausschließlich mit Kleidungsstücken vor einem Sonnenbrand und Hautschäden zu schützen, auch wenn es sich um spezielle UV-Schutzkleidung handelt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt deshalb zusätzlich Sonnencreme, um die Haut vor der schädlichen Wirkung der ultravioletten Strahlung zu schützen.

Es genügt, wasserfeste Sonnencreme nur einmal aufzutragen - oder doch nicht?

Sonnenschutz durch Sonnencreme ist vor allem beim Baden unerlässlich, da das Wasser die UV-Strahlung reflektiert und verstärkt. Wasserfeste Sonnencremes sollen laut Hersteller diesen Schutz besser gewährleisten. Allerdings wies die Stiftung Warentest bereits im Juli 2017 daraufhin, sich nach dem Baden trotzdem noch einmal einzucremen, auch wenn die Creme wasserfest sei. Denn eine Sonnencreme darf diese Bezeichnung selbst dann tragen, wenn nach dem Baden nur noch die Hälfte des Sonnenschutzes gegeben ist. Das BfS empfiehlt ebenfalls, noch einmal nachzucremen, nachdem man im Wasser war, um den Schutz zu erhalten.

Auch interessant: Sonnenschutz im Test! Welche Produkte schützen und welche schmieren ab.

Lichtschutzfaktor bei Sonnencreme vom Vorjahr nicht mehr gewährleistet?

Die Sonnenmilch, die im Vorjahr nicht aufgebraucht wurde, kann man im Jahr darauf nicht mehr verwenden, hört man immer wieder. Die Begründung: Der Lichtschutzfaktor nimmt mit der Dauer der Aufbewahrung zunehmend ab. Das stimmt so nicht. Gegenüber der "Apotheken Umschau" erklärt Professor Eggert Stockfleth, Professor der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum, dass der Lichtschutz bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum gewährleistet ist. Es komme jedoch auf die Lagerung an. Sonnencreme dürfe keinen extremen Temperaturschwankungen, etwa in der prallen Sonne, ausgesetzt sein. Kühl lagern ist das A und O. Riecht die Creme ranzig, ist sie definitiv nicht mehr verwendbar.

Schon gelesen? DIESE Tipps im Sommer können lebensgefährlich sein.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

kad/loc/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser