Tuberkulose: TBC in Dresden - So rasant verbreitet sich die Schwindsucht

Husten, Fieber, Auswurf - mit diesen Symptomen macht sich Tuberkulose, auch als Schwindsucht oder TBC bekannt, bemerkbar. In Dresden mehren sich die Fälle der Tuberkulose-Infektionen - doch wie wird die Lungenkrankheit übertragen und welche Therapieformen stehen zur Verfügung?

In Dresden sind vermehrt Fälle von Tuberkulose verzeichnet worden. Bild: Silas Stein / picture alliance / dpa

Grippeähnliche Symptome treiben in der kalten Jahreszeit scharenweise Patienten zum Arzt - doch was sich aktuell im sächsischen Dresden ausbreitet, gibt den Medizinern Grund zur Sorge. Denn nicht etwa die Influenza ist dort auf dem Vormarsch - es sind gehäuft auftretende Fälle von Tuberkulose, die in der sächsischen Landeshauptstadt registriert wurden.

Tuberkulose in Dresden: Offene TBC an privaten Hoga-Schulen festgestellt

Wie unter anderem die "Sächsische Zeitung" und der "Focus" berichten, sind in den vergangenen Tagen mehr als 40 Fälle der auch als Schwindsucht bekannten Lungenkrankheit in Dresden aufgetreten. 21 neue Infektionen seien an zwei Privatschulen in Dresden gemeldet wurden. Bei den Ansteckungen an den Hoga-Schulen soll es sich um Fälle der sogenannten offenen Tuberkulose handeln, wie das Gesundheitsamt Dresden mitteilte.

Ansteckung via Tröpfcheninfektion: So verläuft die Infektion mit Tuberkulose

Doch wie konnten sich auffällig viele Patienten mit Tuberkulose infizieren? Die Antwort darauf liegt im Ansteckungsweg mit TBC. Da die Tuberkulose-Erreger - genauer gesagt die stäbchenförmigen Mykobakterien - via Tröpfcheninfektion übertragen werden, genügt schon ein Husten oder Niesen einer infizierten Person, um mit den Erregern in Kontakt zu kommen. Auch über eine Schmierinfektion kann man sich eine Tuberkulose zuziehen oder sich infizieren, wenn die Erreger über Hautverletzungen in den Organismus gelangen.

Diese Symptome sind typisch für Tuberkulose

Nach dem Erstkontakt mit Tuberkulose-Erregern bemerkt der Patient zunächst nichts von der Krankheit, da sich die Inkubationszeit auf bis zu acht Wochen ausdehnen kann. Je nachdem, wie stark das Immunsystem des Patienten ist, kommt es in den meisten Fällen erst gar nicht zum Ausbruch der Schwindsucht - doch bei geschwächten Abwehrkräften können sich etwa zwei Monate nach der Ansteckung erste Symptome der TBC zeigen.

Zu den Anzeichen einer Tuberkuloseerkrankung gehören neben Husten und leichtem Fieber mitunter auch gelblich-grüner Auswurf. Oftmals geht eine Tuberkulose mit starkem Nachtschweiß einher, auch Appetitsverlust, Gewichtsabnahme, Schwächegefühl und Müdigkeit gelten als Symptome für Tuberkulose. Nimmt die TBC-Infektion einen schweren Verlauf, können auch Schmerzen in der Brust dazu kommen oder der Patient hustet Blut. Kommen all diese Symptome zusammen, stellt der Mediziner die Diagnose Primärtuberkulose, die meist mit einer Röntgenaufnahme der Lunge sowie einer Untersuchung mittels Stethoskop untermauert wird.

Diagnose Tuberkulose: Nur die offene TBC ist ansteckend und gefährlich

Zudem unterscheidet man zwischen der offenen TBC und der geschlossenen Tuberkulose. Letztere stellt eine spätestens nach vier Wochen abgeheilte Verlaufsform dar, die meist bei Patienten mit stabilen Abwehrkräften beobachtet wird. Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt jedoch eine offene Tuberkulose - hierbei breiten sich die TBC-Bakterien über die Atemwege aus. Bei dieser Verlaufsform ist der Patient nicht nur hochansteckend und kann andere mittels Tröpfcheninfektion mit TBC-Erregern anstecken, die Krankheit kann sich auch auf andere Organe ausweiten und zu Komplikationen führen.

Allerdings kann eine TBC auch ohne Symptome verlaufen - in der Medizin sind zahlreiche Fälle der meldepflichtigen Erkrankung bekannt, die zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt wurden.

Tuberkulose: Gibt es eine Impfung gegen die Schwindsucht?

Wird eine Tuberkulose diagnostiziert, stehen die Chancen auf Heilung günstig. Da die Schwindsucht von Bakterien verursacht wird, ist eine Behandlung mit Antibiotika Erfolg versprechend. Sich mit einer Impfung gegen Tuberkulose zu wappnen, ist jedoch nicht möglich - nur bis 1998 gab es in Deutschland die Möglichkeit, sich gegen Tuberkulose impfen zu lassen. Da seitdem jedoch nur wenige Tuberkulosefälle in der Bundesrepublik gemeldet wurden, wird inzwischen kein Impfstoff produziert.

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loc/kns/news.de

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