Cannabis: Das spricht für eine Legalisierung in Deutschland

Seit Jahrhunderten wird Cannabis nicht nur als Heil- sondern auch als Rauschmittel eingesetzt. Doch noch immer hat die Droge einen schweren Stand in der öffentlichen Meinung - warum eigentlich?

Obwohl Cannabis mittlerweile wieder verstärkt als medizinischer Wirkstoff eingesetzt wird, bleibt die Pflanze gesellschaftlich geächtet. Bild: Matt Masin/dpa

Für die einen gilt Cannabis als ein Relikt aus der Hippie-Zeit, für andere ist es hingegen notwendige Medizin. Wohl keine Droge wird in Deutschland so heftig diskutiert wie Marihuana. Geraucht oder gelöst in verschiedene Öle und Fette dient es Millionen Menschen auf der ganzen Welt zur Entspannung und stellt besonders für Schmerzpatienten oft die einzige Alternative zu chemischen Medikamenten dar. Dennoch ist Gras noch immer umstritten.

Wirkung und Inhaltsstoffe: Das macht Cannabis mit dem Körper

Vom medizinischen Standpunkt aus enthält Cannabis viele potente Wirkstoffe. Die eigentlichen Rauschauslöser sind verschiedene Cannabinoide wie THC, aber auch Terpenoide und andere flüchtige Substanzen. Zu beachten ist, dass derartige Stoffe nur in den weiblichen Pflanzen vorkommen, wohingegen die männlichen Ableger meist zur Gewinnung von Nutzhanf verwendet werden.

Die konkrete Wirkung ist jedoch wie bei allen Naturprodukten von Mensch zu Mensch verschieden. Grundsätzlich wirkt Marihuana chemisch auf das Gehirn ein und kann zu einer Verschiebung des Bewusstseins, meist einhergehend mit einer Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, führen. Konsumenten berichten von einer tiefen Entspannung, oft geprägt von sprunghaftem Denken. Je nach Sorte kann die Wirkung jedoch unterschiedlich ausfallen.

Abhängigkeitspotential und körperliche Schäden durch Cannabis-Konsum

Noch ist nicht endgültig geklärt, welche körperlichen Langzeitfolgen Cannabiskonsum auf die Gesundheit hat. Vor allem bei der Vermischung mit Tabak beim Rauchen wird die Lunge stark belastet. Schuld sind dabei aber vor allem die Teer- und andere krebserregende Stoffe des Tabaks. Bei regelmäßiger Anwendung kann es zu einer gewissen Toleranz gegenüber dem THC-Wirkstoff kommen, eine körperliche Abhängigkeit konnte bislang aber noch nicht nachgewiesen werden. Doch vor allem bei Menschen ohne geregelten Tagesablauf kann Cannabiskonsum schnell den Alltag bestimmen.

Lesen Sie auch: So erkennen Eltern, ob ihre Kinder drogenabhängig sind.

Cannabis als Medizin im Kampf gegen Krebs

Inzwischen wird Cannabis auch vermehrt medizinisch eingesetzt. So wird den Wirkstoffen im Cannabis unterstellt, bei verschiedenen Krebsformen zu helfen. Vor allem Chemotherapie- und Schmerzpatienten schätzen nicht nur die schmerzlindernde Wirkung, sondern auch die Fähigkeit, den Appetit anzuregen. Daneben wird Cannabis auch bei verschiedenen psychischen Erkrankungen wie Angststörungen, ADHS oder Depressionen verordnet.

Chancen für Cannabis-Legalisierung in Deutschland schlecht

Im Gegensatz zu Alkohol und Tabak hat Cannabis in Deutschland einen schweren Stand. Obwohl die beiden erstgenannten Rauschmittel teilweise viel schwerwiegendere Folgen auf den menschlichen Körper haben, ist Kiffen in der Gesellschaft stigmatisiert. Obwohl es von verschiedenen Parteien immer wieder Vorstöße gab, Gras zu legalisieren, ist mit einer baldigen Freigabe durch den Gesetzgeber nicht zu rechnen. Dabei wäre dies dringend notwendig: Patienten, die auf Cannabis als Medikament angewiesen sind, zahlen monatlich Unsummen für medizinisches Hanf. Ein Umstand, der durch eine Legalisierung leicht aus der Welt zu schaffen wäre.

FOTOS: Zwischen Alkohol und Crack Promis im Drogensumpf
zurück Weiter Zwischen Alkohol und Crack: Promis im Drogensumpf (Foto) Foto: ddp images/spot on news Kamera

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

jat/kad/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser