Masern in Deutschland: Mutter (37) erliegt tödlicher Maserninfektion - Wie schütze ich mich richtig?

Ein 37-jährige dreifache Mutter ist in Essen an den Masern gestorben. Die Frau wurde nach dem Ausbruch der Krankheit in die Uniklinik Essen verlegt, es kam allerdings jede Hilfe zu spät. Gegen den Ausbruch von Masern kann man sich leicht mit einer Impfung schützen, denn Masern sind hochgradig ansteckend.

In Essen starb eine Dreifachmutter an Masern. Bild: picture alliance / Marius Becker/dpa

Immer wieder warnen Ärzte: Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Die Infektion ist hochansteckend und endet in seltenen Fällen sogar tödlich. Bei den Versuchen, die Krankheit auszurotten, kommt Deutschland dennoch nicht weiter. Jetzt starb sogar eine 37 Jahre alte Frau an der Krankheit.

Frau (37) aus Essen stirbt an Masern - Erster Todesfall 2017

Sie sei am Wochenende trotz intensivmedizinischer Behandlung "ziemlich schnell verstorben", sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Rainer Kundt, am Dienstag. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) handelt es sich bundesweit um den ersten Maserntodesfall in diesem Jahr. Zuletzt waren in Deutschland 2015 und 2011 je ein Mensch gestorben.

Nach Angaben von Kundt war die Frau als Kind einmal geimpft worden, was den damaligen Empfehlungen entsprochen habe. Dies habe jedoch offenbar nicht ausgereicht. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) seien später geändert worden. Mittlerweile würden für Kinder zwei Impfungen empfohlen.

Steigende Masernfälle in 2017

In Deutschland haben sich in den ersten Monaten 2017 bereits mehr Menschen mit Masern infiziert als im gesamten vergangenen Jahr. Die Zahl der beim Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin gemeldeten Fälle liegt inzwischen bei mehr als 400. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 325 Fälle erfasst. Für die angestrebte Ausrottung der Masern hätte es weniger als einen Fall pro eine Million Einwohner geben dürfen, also nur rund 80 Fälle oder weniger.

Schutz vor Masern durch Impfung

Um sich vor Masern zu schützen, sollte man sich impfen lassen. Besonders Kinder sind gefährdet, da sich in den Betreuungseinrichtungen viele Krankheiten tummeln. Babys können mit ungefähr einem Jahr gegen die Masern immunisiert werden. Vollständigen Schutz vor den Masern erhalten Kinder schon mit zwei Impfungen. Im Wahlkampf diskutieren die Parteien nun wieder über eine Impfpflicht, damit vermeintlich ausgerottete Krankheiten nicht pandemisiert werden können.

Tödliche Masern beginnen oft mit harmlosen Symptomen

Bei Masern handele es sich um eine Viruserkrankung, die das Immunsystem schwäche, sagte Kundt. "Bakterielle Erkrankungen können sich daraufsetzen." Bei Masern könne es etwa zu einer Lungen- oder Hirnhautentzündung kommen.Masern beginnen meist harmlos. Durch Tröpfcheninfektionen kommt es zu Fieber, Husten und Schnupfen - allgemeine Grippe-Symptome. Doch im Verlauf kann bei Kindern sogar eine Hirnhautentzündung entstehen, die oftmals sogar tödlich verlaufen kann. Bei Erwachsenen entstehen aus den Symptomen auch Lungenentzündungen. In Essen werden nun nach dem tödlichen Masernfall die Impfaktivitäten ausgeweitet, schreibt "waz.de".

Symptome von Masern und Nebenwirkungen der Impfung im Vergleich
Masernausbruch in Deutschland
zurück Weiter

1 von 6

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

koj/sam/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser