Gefährliche Medikamente: Fatale Risiken! So erkennen Sie eine Fake-Arznei

Jedes zweite Medikamente, das im Internet verkauft wird, ist eine Fälschung. Trotzdem können Patienten ihre Arzneien gefahrlos online bestellen - wenn sie eine seriöse Apotheke finden. Einige Faustregeln helfen bei der Auswahl.

Gefälschte Medikamente sind eine große Gefahr für die Gesundheit. Bild: dpa

Laut WHO sind ein Prozent der Medikamente, die in Europa im Umlauf sind, eine Fälschung. Klingt zunächst vielleicht wenig, doch für Patienten, die diese Medikamente unwissentlich konsumieren, kann dies gesundheitsgefährdend sein. Die Fake-Medizin birgt große Risiken. Grund für die Fake-Arzneimittel: Die Produktion wurde in Länder wie Indien oder China verlagert.

Gepanscht, gestreckt, gefälscht! Fake-Arznei kommt in jedem Bereich vor

Die Fälschungen sind in jedem Arznei-Bereich zu finden. Vor allem Lifestyle-Produkte wie Potenz- oder Haarwuchsmittel, aber auch AIDS- und Krebsmedikamente oder Antibiotika wurden immer wieder als Fälschungen gefunden. Die Spannbreite reicht von Präparaten in gefälschter Verpackung bis zu Mitteln ohne Wirkstoff. Gefälschte Arzneimittel können für Patienten lebensgefährlich sein.

Gehandelt werde auch mit falschen Verhütungsmitteln, Medikamenten gegen Rheuma, Krebs oder Alzheimer mit zu vielen, zu wenigen oder falschen Wirkstoffen, wie der Vorsitzende der Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker, Martin Schulz, warnte. Der konventionelle Weg vom Hersteller direkt zur Apotheke sei ein sicherer, sagte er.

Gefährliche Medikamente! Jedes zweite ist online eine Fälschung

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist mindestens jedes zweite online vertriebene Präparat eine Fälschung. Bei der Suche nach geprüften und sicheren Anbietern hilft eine Liste des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken (BVDVA) weiter, die Sie hier finden. Seriöse Online-Apotheken sind unter anderem öffentlich und nach deutschem Recht zugelassen und werden von einem in Deutschland approbierten Apotheker geführt.

Der Käufer muss sich auch selbst schützen

Einig sind sich die Experten auch: Der Käufer trägt Verantwortung. Oft sei es lebensgefährlich, zu Präparaten unklarer Herkunft zu greifen. Und: Illegale Medikamente zu kaufen, sei Hehlerei und eine Straftat, so Zollkriminalamt-Sprecher Schmitz. Sendungen der Pillen-Mafia würden an Flughäfen, Seehäfen oder in Paketzentren entdeckt. Gelinge dies nicht, gebe es meist keine Handhabe mehr, hieß es. Neuerdings schnüffele auch ein speziell ausgebildeter Hund nach illegalen Medikamenten. Im Vorjahr wurden deutschlandweit rund 1.800 Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche Täter eingeleitet.

Barcode-System soll Echtheit des Medikaments anzeigen

Durch ein neues System soll es ganz einfach sein, die Echtheit des Medikaments zu prüfen. Ob Fläschchen und Schachteln samt Inhalt echt sind, wird mit einem Barcode kontrolliert. Erst 2017 wurde das Kontrollsystem europaweit eingeführt. Angesichts hunderttausender Arzneimittelfälschungen richteten die deutsche Pharmabranche und Apotheker ein System zum Schutz für die Patienten ein. Bei dem sogenannten securPharm-System wird jede Packung mit einem Code bedruckt und so bei der Abgabe an den Patienten automatisch überprüft, wie die bei securPharm zusammengeschlossenen Verbände am Donnerstag (23. Mai) mitteilten. Es sind die Herstellerverbände BAH, BPI und vfa, der Großhandelsverband PHAGRO und der Apothekerverband ABDA.

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gea/kad/news.de/dpa

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