Lipödem erkennen und behandeln: Alles zum Reiterhosen-Syndrom mit Symptomen und Therapie

Unzählige Frauen in Deutschland leiden an extremen Fettansammlungen an Beinen und der Hüfte. Der Grund ist jedoch nicht der übermäßige Genuss von süßen und fettigen Lebensmitteln, sondern die Fettstoffwechsel-Störung Lipödem.

Unzählige Frauen leiden an der Stoffwechselkrankheit Lipödem. Bild: Fotolia / Cara-Foto

Bei einem Lipödem häuft sich Fettgewebe unkontrolliert vor allem an den Hüften und den Oberschenkeln, während die restlichen Körperpartien oft schlank bleiben. Der Grund für die fülliger wirkenden Extremitäten: Bei dieser Krankheit lagert sich Flüssigkeit im Gewebe ab. Betroffene Patienten leiden oft unter Druckempfindlichkeit und Schmerzen. Auch Probleme beim Gehen sind möglich.

So erkennen Sie die Stoffwechselkrankheit Lipödem an typischen Symptomen

Die Fettstoffwechsel-Störung verläuft in drei Stadien. In der ersten ist die Unterhautschicht gleichmäßig verdickt. Im zweiten Stadium sind bereits knotenförmige Unebenheiten erkennbar. Im dritten Stadium kommt es dann zu verhärtetem Gewebe mit extremen Fettwülsten.

Bei Lipödemen hilft weder Sport noch Diät

Das Schlimme: Die Fettansammlungen können nicht durch Sport oder Diäten reduziert werden. Die Ursache eines Lipödems kann nicht behandelt werden. Nur die Symptome können gelindert werden. So ist es möglich, mit Entstauungstherapien, Lymphdrainagen, Krankengymnastik und Kompressionsstrümpfen Schmerzen entgegenzuwirken. Für eine genaue Diagnose sollten Frauen zu einem Angiologen oder einem Phlebologen gehen.

Krankenkasse muss notwendiges Fettabsaugen bezahlen

Eine Krankenkasse muss bei einem schweren Lipödem das Fettabsaugen in einer Klinik bezahlen. Das entschied 2013 das hessische Landessozialgericht. Konkret ging es um den Fall einer 29-Jährigen aus Nordhessen mit einem Oberschenkelumfang von 80 Zentimetern. Aufgrund des Lipödems könne nur ein Krankenhaus helfen, entschied das Gericht laut einer Mitteilung. Deshalb müsse die Kasse die Kosten übernehmen. (AZ L 1 KR 391/12)

Die Krankenkasse hatte sich geweigert zu zahlen. Ein Sozialgericht hatte die Klage abgewiesen, eine stationäre Behandlung sei nicht erforderlich. Das Landessozialgericht kam dagegen zu dem Ergebnis, dass es in diesem Fall keine andere Therapie gäbe. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Fotoprojekt für Frauen mit Lipödem bei "stern TV": Soul Feelings macht Betroffenen Mut

Die Fotografin Corinna Hansen-Krewer hat auf ihrer Internetseite "Soul Feelings" ein Projekt für Frauen, die an Lipödem leiden, ins Leben gerufen. dadurch will sie betroffenen Frauen Mut machen und gleichzeitig über diese Krankheit aufklären.

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bua/sam/news.de/dpa

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