Was tun bei Heiserkeit?: Wenn's im Hals kratzt: Diese Maßnahmen helfen

Es kratzt im Hals, die Stimme verändert sich: Im Winter sind viele heiser - häufig eine Begleiterscheinung einer Erkältung. Dahinter kann aber auch eine ernste Erkrankung stecken. Wer länger als drei Wochen heiser ist, sollte die Ursachen abklären lassen.

Hinter Heiserkeit kann etwa eine Erkältung oder auch Überlastung stecken. Dagegen hilft, viel trinken und die Stimme schonen Bild: Christin Klose/dpa

Die Stimme wird rauchiger, kratziger oder versagt auch schon mal ganz. Häufig steckt hinter Heiserkeit eine einfache Erkältung oder eine Überlastung – etwa nach einem Konzert. Dann hilft viel trinken und sich schonen.

Heiserkeit, Halsschmerzen und Husten haben im Winter Hochkonjunktur

Wenn es kalt wird, krächzen besonders viele Menschen, bestätigt Prof. Markus M. Hess. "Der Winter ist die Infektjahreszeit, meistens sind es Viren, die Erkältungsinfekte auslösen. Selbst eine ganz kleine lokale Entzündung sorgt an den Stimmlippen schon für eine Schwellung, die die Stimme verändern kann." Hess ist Gründer der Deutschen Stimmklinik auf dem Gelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Rauchen oder lautes Reden in Verbindung mit einer unvorteilhaften Sprechtechnik können Heiserkeit auslösen. Auch Erkrankungen des Kehlkopfs können für eine heisere Stimme sorgen. Auch wenn Sie regelmäüßig viel Alkohol trinken, kann das Ihre Stimme schädigen, da Alkohol ein Zellgift ist, das schon im Mund- und Rachenraum absorbiert wird.

So entsteht Heiserkeit

Heiserkeit ist eine Störung der Tongebung. "Die Töne für das Sprechen werden an den Stimmlippen produziert. Diese sind beim Erwachsenen nur anderthalb Zentimeter lang und in etwa so dick wie eine Kugelschreibermine." Die beiden winzigen Stimmlippen erzeugen eine Stimme, die einen großen Konzertsaal ausfüllen kann. Schon kleinste Veränderungen machen sich bemerkbar, weil die Stimmlippen nicht mehr so schwingen können wie normalerweise. Das macht sich beim Sprechen dann bemerkbar, die Stimme klingt nicht nur rau, sonmdern heiser.

Häufigste Ursache für Heiserkeit ist die Erkältung

"Wenn man merkt, dass die Stimme anders wird, sie rau, heiser oder belegt klingt oder man sich beim Sprechen mehr anstrengen muss, sollte man die Ursache abklären lassen", rät HNO-Facharzt Michael E. Deeg, Sprecher des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte. Treten diese Symptome während eines Erkältungsinfekts auf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie Symptom dieser Erkältung sind. "Dann muss man sich erst einmal keine Gedanken machen, sofern sie nicht zu einer völligen Stimmlosigkeit führen.

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Dauer der Heiserkeit ist entscheidend

Dauert die Heiserkeit länger als drei Wochen oder tritt auf, wenn man eigentlich völlig gesund ist, sollte man zum Arzt gehen. "Hinter Heiserkeit kann sich auch eine ernsthafte Erkrankung verbergen", erklärt Rainer Linus Beck, Leiter der Sektion Phoniatrie und Pädaudiologie am Universitätsklinikum Freiburg. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

Und es gibt die Heiserkeit nach großer Belastung: "Wenn jemand seinen Lieblingsfußballclub sehr stark angefeuert hat, kann es sein, dass durch die erhebliche mechanische Überlastung die Stimmbänder rot und geschwollen sind", sagt Dr. Deeg. Der Grund: Wenn man extrem laut brüllt und mit viel Druck alles aus der Stimme herausholt, wirken erhebliche Kräfte auf die Stimmlippen. "Dann sehen die Stimmbänder fast aus wie bei einer Erkältung."

Was Sie gegen Heiserkeit machen können: Schleimhaut befeuchten und andere Hausmittel

Was aber ist zu tun, wenn die Stimme schlapp macht? Heisere sollten sich schonen – und pflegen: "Ideal sind neben Ruhe und viel Flüssigkeit auch Inhalationen mit Kaltnebel-Geräten", rät Beck. "Die sind noch effektiver als das klassische Inhalieren über heißem Wasserdampf. Wer auch Halsschmerzen hat, kann Bonbons lutschen, das hilft vielen Leuten und befeuchtet die Schleimhäute." Es kann auch helfen, wenn Sie einfach mit Salzwasser oder abgekühltem Salbeitee gurgeln.

Hilfreich sind auch Wirkstoffe aus Heilpflanzen, etwa im Tee. "Eukalyptus, Pfefferminze, Thymian, Anis, Efeu und Eibisch sind Extrakte, die eine schleimhautpflegende Wirkung haben und entzündungshemmend sind", erklärt Deeg. "Bei einem Infekt mit einer trockenen Reizproblematik wirken Malventee oder Isländisch Moos wie Schleimstoffe. Bei Infekten mit zähem Schleim sind Fenchel oder Thymian schleimlösend." Ein weiterer Tipp: durch die Nase statt durch den Mund atmen. "Denn dadurch wird die Luft gefiltert, angewärmt und angefeuchtet", sagt Deeg. Das ist viel besser für die Stimme.

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zij/hos/news.de/dpa

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