Lesertelefon zum Weltherztag 2016: Hier gibt's Expertenrat zum Thema Herzgesundheit

Wenn das Herz zu schnell, zu langsam oder zu unregelmäßig schlägt, sind meist Herzrhythmusstörungen die Ursache - unbehandelt können diese Arrythmien leicht zu chronischen Herzerkrankungen führen. Was Sie zum Thema Herzrhythmusstörungen wissen müssen, verrieten Experten nun im Lesertelefon zum Weltherztag 2016.

Gerät das Herz ins Stolpern, sind Herzrhythmusstörungen meist die Ursache. Um chronischen Herzerkrankungen vorzubeugen, sollten Arrhythmien vom Arzt abgeklärt werden. Bild: highwaystarz / fotolia.com

Volkskrankheit Herzrhythmusstörungen: So gefährlich sind Arrhythmien wirklich

Mal schlägt das Herz zu schnell, mal zu langsam und ein anderes Mal schlichtweg unregelmäßig - in vielen Fällen stecken Herzrhythmusstörungen hinter diesen Symptomen. Ebenso vielfältig wie die Ursachen - beispielsweise Stoffwechselstörungen oder zu hoher Blutdruck - können die Folgeerscheinungen von Arrhythmien sein, wenn diese nicht medizinisch behandelt werden. Experten schätzen, dass beispielsweise rund 15 Prozent aller Schlaganfälle auf unzureichend behandelte Herzrhythmusstörungen zurückzuführen sind.

Lesertelefon zum Welt-Herz-Tag 2016: Experten geben Rat zu Gesundheitsfragen

Doch wie lassen sich Herzrhythmusstörungen erkennen, und wie läuft eine Behandlung ab? Diese und weitere Fragen beantworteten zum Welt-Herz-Tag 2016 am 29. September vier Experten in einer neuen Ausgabe des Lesertelefons. So standen neben Prof. Dr. med. Marc Horlitz, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie und Rhythmologie am Krankenhaus Porz am Rhein sowie Univ.-Prof. Dr. med. Daniel Steven, Leiter der Abteilung für Elektrophysiologie am Herzzentrum der Universität zu Köln auchDr. med. Karin Burk, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin und beratende Spezialistin im Gesundheitsmanagement der AXA und Thomas Kosch, Experte für Leistungsfragen PKV im strategischen Leistungsmanagement AXA den interessierten Anrufern Rede und Antwort. Die wichtigsten Fragen der Lesertelefonaktion inklusive der Expertenantworten haben wir hier zum Nachlesen zusammengefasst.

Einen Leitfaden mit Selbsthilfetipps bei Herzrhythmusstörungen finden Sie hier.

Wie machen sich Herzrhythmusstörungen bemerkbar?

Prof. Dr. med. Marc Horlitz: Individuell kann das sehr variieren, aber häufig werden Herzrasen, unregelmäßiger Puls, Extraschläge, Leistungsverlust, Luftnot unter Belastung, Schwindel bis hin zur drohenden Bewusstlosigkeit und damit verbunden eine Einschränkung der Lebensqualität beklagt.

Welche Arten von Arrhythmien gibt es?

Univ.-Prof. Dr. med. Daniel Steven: Man unterscheidet zwischen langsamen und schnellen Herzrhythmusstörungen, medizinisch Bradykardie bzw. Tachykardie genannt. Am häufigsten tritt, gerade bei älteren Patienten, das so genannte Vorhofflimmern auf. Wichtig ist, Art und Ursache der Arrhythmie herauszufinden. Dazu sollte versucht werden, sie mittels EKG aufzuzeichnen, um gemeinsam mit dem behandelnden Arzt eine Lösung zu besprechen.

Sind Herzklopfen und gelegentliches Herzstolpern auch Rhythmusstörungen?

Prof. Dr. med. Marc Horlitz: Ja, aber in den meisten Fällen glücklicherweise nur sehr harmlose! Es sollte aber zur Sicherheit in jedem Fall eine kardiologische Abklärung erfolgen. Dazu sollte übrigens immer auch eine Blutkontrolle der Schilddrüsenhormone gehören!

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Was sind Risikofaktoren, die zu einer Herzrhythmusstörung führen können?

Univ.-Prof. Dr. med. Daniel Steven: Bei bösartigen Herzrhythmusstörungen aus der Hauptkammer ist häufig ein vorangegangener Herzinfarkt oder eine Herzvergrößerung die Ursache. Bei anderen Arrhythmien, allen voran dem Vorhofflimmern, sind ein erhöhter Blutdruck, Übergewicht und Schlafapnoe wichtige Risikofaktoren, die mitbehandelt werden sollten. Weitere Einflussfaktoren sind – wie bei einer koronaren Herzerkrankung – Stress, ungünstige Blutfette, falsche Ernährung, Rauchen und Bewegungsmangel. Aber: Herzrhythmusstörungen können auch bei einem gesunden Lebenswandel auftreten.

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Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen – und welchen?

Dr. med. Karin Burk: Herzrhythmusstörungen können harmlos sein, aber auch sehr gefährlich. Der Übergang dazwischen ist zum Teil fließend. Deshalb sollten Sie im Zweifel immer einen Arzt aufsuchen – in aller Regel zunächst Ihren Hausarzt. Dieser wird, falls nötig, die Überweisung zum Kardiologen veranlassen.

Warum sind Herzrhythmusstörungen gefährlich?

Dr. med. Karin Burk: Weil sie häufig auf dem Boden anderer Herzerkrankungen entstehen und zum Beispiel zu einer verminderten Herzleistung führen können. Langsame Herzrhythmusstörungen können Pausen der Herzaktivität hervorrufen, die zu Ohnmachtsanfällen oder Schlimmerem führen können. Eine sehr schnelle unregelmäßige Rhythmusstörung kann hingegen einen Schlaganfall zur Folge haben. Das sind nur zwei Beispiele von vielen, warum die Abklärung und die Behandlung dieser Unregelmäßigkeiten so wichtig sind.

Können Herzrhythmusstörungen erblich bedingt sein?

Univ.-Prof. Dr. med. Daniel Steven: Es gibt eine Reihe von erblich bedingen Rhythmusstörungen, die zum Glück aber selten auftreten. Bei jungen Menschen können Arrhythmien angeboren, aber nicht immer erblich bedingt sein. Man weiß, dass Familienmitglieder von Patienten, die beispielsweise unter Vorhofflimmern leiden, ein erhöhtes Risiko für dieselbe Störung haben können. Eine tatsächlich erbliche Ursache konnte hierfür aber noch nicht gefunden werden.

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