Von Birgit Sander - 06.09.2016, 11.11 Uhr

Chinaseuche aktuell: RHDV-2 bedroht deutsche Kaninchen und Hasen

Eine neue Form der Chinaseuche beunruhigt Kaninchenzüchter in Deutschland. Zwar gibt es bereits Impfstoffe, noch aber ist das Verfahren kompliziert. Die Folgen für Wildkaninchen und Feldhasen sind derzeit noch nicht absehbar.

Der deutsche Kaninchen-Bestand ist von der Chinaseuche bedroht. Bild: dpa

Eine aggressive Variante der sogenannten Chinaseuche dezimiert zunehmend Kaninchenbestände in Deutschland. Das Rabbit Haemorrhagic Disease Virus in der Variante 2 (RHDV-2) breitet sich seit 2015 von Frankreich kommend über das Bundesgebiet aus, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Ostseeinsel Riems mitteilt. "Es gibt deutlich mehr Fälle als im vorigen Jahr", sagt Sprecherin Elke Reinking. 2015 hätten bundesweit 148 Kaninchenhalter die Krankheit gemeldet, in diesem Jahr seien es Anfang August schon 275 gewesen. Das neue an RHDV-2: Die Variante befällt neben Kaninchen auch Feldhasen.

Chinaseuche nicht meldepflichtig! Dunkelziffer wohl wesentlich höher

Das tatsächliche Krankheitsgeschehen spiegeln die Zahlen nur ansatzweise wieder. Die meist tödlich verlaufende Erkrankung, die auch Kaninchenseuche genannt wird, ist nicht meldepflichtig. Daher liegen kaum amtliche Daten zur Verbreitung vor. Den FLI-Daten zufolge sind die meisten Krankheitsfälle in den westlichen Bundesländern registriert. Dem Deutschen Jagdverband sind noch keine größeren Krankheitsausbrüche bei Wildkaninchen und Feldhasen bekannt.

Tiere verenden bereits wenige Stunden nach Auftreten erster Symptome von RHDV-2

Der Chef des Landesverbandes der Rassekaninchenzüchter Rheinland-Pfalz, Bernd Graf, vermutet bei den Krankheitsfällen eine hohe Dunkelziffer. "In allen Fällen, die ich kenne, ist es den Züchtern schleierhaft, wie das Virus in den Stall kam - teilweise trotz Fliegengitter", berichtet er. Die Krankheit, die sich durch Fieber und blutigen Nasenausfluss bemerkbar macht, kann durch Insekten übertragen werden, aber auch durch Sekrete der Tiere, die durch Menschen, Futter, Geräte oder Transportkäfige verbreitet werden. Die Tiere verenden meist wenige Stunden nach dem Auftreten erster Symptome.

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