28.07.2016, 14.00 Uhr

Stiftung Warentest 2016: Leitungswasser vs. Mineralwasser! Darin stecken mehr Keime und Pestizide

Trinkwasser aus der Leitung oder Mineralwasser aus der Flasche? Mineralwasser gilt als gesünder. Doch stimmt das wirklich? Stiftung Warentest hat den Test gemacht. Das Ergebnis: Nicht für jeden lohnt sich der Griff zur Flasche.

Mineralwasser vs. Leitungswasser: Welches Wasser gewinnt? Bild: Fotolia / chagin

Wasser am Hahn zapfen oder lieber Flaschen schleppen? Für viele ist das Trinken von Leitungswasser ein absolutes No-Go. Sie schwören auf Mineralwasser. Doch laut Stiftung Warentest ist das Wasser aus der Flasche völlig überbewertet. Erst kürzlich hat Ökotest Bio-Mineralwasser unter die Lupe genommen.

In einer Studie hat Stiftung Warentest nun Trinkwasser aus 28 Städten sowie 30 stille, natürliche Mineralwasser getestet. Das Ergebnis: Mineralwasser ist nicht besser als Leitungswasser.

Mineralwasser vs. Leitungswasser bei Stiftung Warentest 2016: Was ist besser?

Vor allem Mineralstoffe im Mineralwasser seien ein Mythos. Zudem koste ein Liter Leitungswasser nur rund einen halben Cent, während das teuerste Mineralwasser im Test mit 70 Cent pro Liter zu Buche schlägt.

In Deutschland ist Leitungswasser das am strengsten kontrollierte Lebensmittel und hat eine gute Qualität. Zwar offenbart der Test Spuren von Chemikalien. Die Konzentration sei aber gesundheitlich unbedenklich. "Leitungswasser ist so gesund wie Flaschenware, unschlagbar günstig und umweltschonend obendrein", sagte Hubertus Primus von der Stiftung Warentest.

Mineralwasser im Test: Pestizide, Keime und Schadstoffe entdeckt

Dafür enthält fast jedes zweite Mineralwasser wenig Mineralstoffe. Laut Stiftung Warentest enthalten nur acht von 30 mehr Mineralstoffe als das mineralstoffreichste Trinkwasser im Test. Zudem enthalten sechs der getesteten Mineralwässer Keime, die für Menschen mit angeschlagenem Immunsystem gefährlich werden können. Außerdem entdeckten die Tester in fünf getesteten Produkten Verunreinigungen von Pflanzenschutzmittel, Süßstoff und einem Abbauprodukt, das von dem Pestizid Glyphosat oder einem Reinigungsmittel stammen könnte. Die Spuren sind jedoch gesundheitlich unbedenklich.

In diesen Fällen sollten Sie zur Flasche greifen

Zehn Mineralwässer sind geschmacklich einwandfrei und enthalten keine Verunreinigungen. Die günstigsten Testsieger sind Celtic und Nestlé Pure Life für 33 Cent pro Liter. Den kompletten Test gibt es hier.

Leitungswasser ist umweltschonender und günstiger als Mineralwasser. Jedoch ist es aus bestimmten Gründen gesünder, auf Wasser in Flaschen zurückzugreifen. Zum Beispiel dann, wenn die Mineralienkonzentration wichtig ist. Kalziumreiches Wasser ist für laktoseintolerante Menschen durchaus sinnvoll.

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bua/sam/news.de

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