30.05.2016, 15.10 Uhr

Frauenärzte warnen!: Scheideninfektions-Gefahr im Sommer besonders hoch

Juckreiz, Brennen, Ausfluss und Schmerzen: Das sind typische Symptome einer Scheideninfektion, die in diesen Tagen wieder auf dem Vormarsch ist. Was Sie tun können und wie man eine Infektion rechtzeitig verhindert, hier.

Scheideninfektionen treten vermehrt im Sommer auf. Bild: Fotolia: M Sentello

"Mit dem Frühjahr und steigenden Temperaturen nehmen auch die Scheideninfektionen insbesondere bei jüngeren Frauen erneut zu. Gründe sind die Wärmeentwicklung, das Schwitzen und, getriggert durch den Frühling, eine erhöhte sexuelle Aktivität", sagt Frauenarzt Dr. Jürgen Klinghammer, Vorstandsvorsitzender der Ärzteorganisation GenoGyn.

Die zunehmende Selbstbehandlung sehen die Frauenärzte kritisch, denn Scheideninfektionen, die zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen der Frau zählen, können vielfältige Ursachen haben, die gezielt behandelt werden müssen. Andernfalls drohen Unterbehandlung und Rezidive oder eine gänzlich falsche Behandlung mit unter Umständen weitreichenden Folgen.

Ursachen für Scheideninfektionen

Pilze und Bakterien sind für den Großteil der Scheideninfektionen verantwortlich; besonders in feucht-warmer Umgebung vermehren sie sich rasant. "Verstärkt wird das sommerliche Schwitzen durch synthetische Unterwäsche und hautenge Jeans, die die Luftzirkulation im Intimbereich verhindern. String-Tangas befördern zudem Schmierinfektionen vom After in Richtung Vagina", so Dr. Klinghammer. Auch eine erhöhte sexuelle Aktivität kann eine Scheideninfektion begünstigen, denn die Samenflüssigkeit verändert den normalen sauren ph-Wert der Scheidenflora und macht sie anfälliger für Infektionen.

Diese Faktoren begünstigen eine Scheideninfektion

Besondere Sexpraktiken wie der Wechsel zwischen Anal- und Vaginalverkehr erhöhen das Infektionsrisiko deutlich, da Darmbakterien unmittelbar in die Scheide übertragen werden. Sommerliche Badefreuden tun ein Übriges: Wasser und nasse Badebekleidung lassen die Schleimhäute im Intimbereich aufquellen und erleichtert das Eindringen von Pilzen; Chlorwasser in öffentlichen Schwimmbädern kann überdies die empfindliche Scheidenflora stören, sodass schädliche Keime leichtes Spiel haben.

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