Von news.de-Volontärin Anne Geyer - 07.04.2016, 17.23 Uhr

Abgelaufen und genießbar?: Wann das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich sinnvoll ist

Muss man nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, ein Produkt entsorgen? Natürlich nicht! Worauf sie achten sollten und bei welchen Produkten der Datumsstempel sinnvoll ist, erfahren Sie hier.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum könnte schon bald abgeschafft werden. Bild: Tim Brakemeier/dpa

Jedes Jahr werden in Deutschland laut einer Studie der Umweltstiftung WWF circa 18,4 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll geworfen. Eine nahezu unerhörte Summe. Die Schuld daran trägt meist der Verbraucher - und oft auch das Mindesthaltbarkeitsdatum. Denn: Viele Verbraucher sehen den Stempel nicht als Richtwert, sondern als unbedingte Grenze - ist das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht, wandert deshalb bei vielen auch noch Genießbares in den Mülleimer.

Der Wegwerf-Wahn kommt den Deutschen teuer zu stehen

Das ist auch teuer, denn das Essen-Wegwerfen kostet im Durchschnitt jeden circa 300 Euro im Jahr. In dieser Hinsicht scheint die Bestrebung, das Mindesthaltbarkeitsdatum abzuschaffen, als äußerst sinnvoll. So bekommt der Verbraucher wieder mehr Eigenverantwortung und kann selbst entscheiden, ob Essen noch genießbar ist, oder eben nicht.

Das steckt wirklich hinter dem Mindesthaltbarkeitsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist ursprünglich als eine Garantie des Herstellers gedacht gewesen. Bis zu dem Mindesthaltbarkeitsdatum sichert der Produzent dem Verbraucher keinen Qualitätsschwund des Produktes zu. Doch die Wahrnehmung des Mindesthaltbarkeitsdatums beim Verbraucher hat sich eher in Richtung Deadline entwickelt.

Sinnvolles Mindesthaltbarkeitsdatum: Diese Produkte verderben schnell

Bei einigen Produkten ist allerdings auch Vorsicht geboten. Das betrifft vor allem tierische Produkte. Lebensmittel aus Milch wie Käse, Milch oder Joghurt müssen gut gekühlt gelagert werden, um sich lange zu halten. Auch Eier sollten immer gut gekühlt lagern, dann halten sie sich bis zu fünf Wochen. Auch rohes Fleisch und vor allem Geflügel verdirbt schnell. Ist das Fleisch noch nicht zubereitet, sollte man es binnen weniger, höchstens aber nach sechstägiger Lagerung aufbrauchen. Ähnliches gilt für Aufschnitt, der sich auch im Kühlschrank nach dem Öffnen nur drei bis vier Tage hält. Bei geräuchertem Fleisch verlängert sich die Verzehrfrist allerdings.

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gea/news.de

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