Welt-Tuberkulose-Tag am 24.03.2016
Ansteckung, Heilung, Symptome: Die wichtigsten Infos über TBC

Tuberkulose ist in Deutschland selten geworden, aber nicht verschwunden. Dennoch, so stellen Experten fest, nimmt auch das Wissen über die Krankheit ab. Alles was Sie über "TBC" wissen müssen, erfahren Sie hier.

Schwer zu erkennen: Die Erkrankung an Tuberkulose. Bild: dpa

Am 24. März ist der alljährliche Welt-Tuberkulose-Tag. Aus diesem Anlass geben wir Ihnen umfassende Informationen zu der gefährlichen Infektionskrankheit. Ist jede Tuberkulose ansteckend? Und wie wird die Krankheit behandelt? Ein Überblick über "TBC":

Welt-Tuberkulose-Tag: Diese Infos über Tuberkulose sollen Sie kennen!

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Der Erreger heißt Mycobacterium tuberculosis. Tuberkulose ist mit Medikamenten heilbar. Unbehandelt kann die Krankheit tödlich verlaufen. Weltweit, besonders in armen Regionen der Erde, sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiter rund 1,5 Millionen Menschen pro Jahr - oft wegen fehlender oder schlechter medizinischer Versorgung. Problematisch ist nach Einschätzung von Fachleuten etwa die Lage in Teilen Afrikas, Osteuropas und Zentralasiens. Trotz aller Bemühungen, die Infektionskrankheit bei uns ganz zu besiegen, erkranken auch in Deutschland immer noch Menschen neu. Als Abkürzung für Tuberkulose sprechen manche kurz von "TB" oder "TBC".

Tuberkulose: So wird die Lungen-Krankheit TBC übertragen

In der Regel wird die Krankheit von Mensch zu Mensch übertragen. Bei der bekanntesten Form, der Lungentuberkulose, geschieht das etwa beim Husten oder Niesen. Allerdings braucht es für die Übertragung der Krankheit in der Regel eine größere Zahl von Erregern und eine längere Zeit des Kontakts zum Kranken. "Eine Ansteckung erfolgt nicht so leicht wie bei anderen über die Luft übertragbaren Krankheiten. Das Ansteckungsrisiko nach einmaligem kurzem Kontakt ist sehr gering", sagt die Tuberkulose-Expertin Lena Fiebig von Robert Koch-Institut (RKI). Die WHO hat einmal geschätzt, dass weltweit rund jeder dritte Mensch den Erreger in sich trägt. Aber nur 5 bis 10 von 100 Infizierten würden im Laufe ihres Lebens überhaupt krank.

Der Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis. Bild: dpa

Solange die Infizierten gesund bleiben, spricht man von einer latenten tuberkulösen Infektion. Dabei wird der Erreger von der Abwehr des Körpers erfolgreich bekämpft und unter Kontrolle gehalten. Der Mensch ist nicht ansteckend. Schreitet die Infektion voran, kann es zur "geschlossenen" Lungentuberkulose kommen. Das ist eine Erkrankung mit Entzündungsherd in der Lunge, der aber keinen Anschluss an die Atemwege besitzt. Auch diese Form ist nicht ansteckend. Gefährlich für andere ist dagegen die Form, die man "offene" Tuberkulose nennt - also bei der Bakterien in die Luft entweichen.

Wie lässt sich eine Erkrankung an Tuberkulose erkennen?

Bei dem Versuch, eine Tuberkulose wirklich zu finden, helfen verschiedene Checks. Zentral ist das Röntgen der Lunge. Außerdem gibt es den Nachweis der Bakterien im Auswurf mit dem Mikroskop. Und mit Hilfe des Anzüchtens der Erreger - dabei wird über mehrere Wochen eine Kultur angelegt. Weitere Verfahren sind ein Hauttest (Tuberkulin-Hauttest) und ein Bluttest, der Interferon-Gamma-Test. Beide messen eine Immunreaktion auf den Erreger. Sie können aber nicht unterscheiden, ob ein Mensch nur infiziert oder an einer Tuberkulose erkrankt ist.

Tuberkulose wird mit Antibiotika behandelt - Gefahr einer Multiresistenz

Tuberkulose wird in der Regel mit einer Kombination aus mindestens vier Antibiotika behandelt, von denen zwei über mindestens sechs Monate eingenommen werden müssen. Anfangs kommen die Kranken in die Klinik, später werden sie daheim betreut. Zwei bis drei Wochen nach Beginn einer Therapie sind die Patienten meist nicht mehr ansteckend. Eine unvollständige oder zu kurze Einnahme der Medikamente ist gefährlich. Sie kann bewirken, dass die Erreger unempfindlich gegen diese Mittel werden - eine Multiresistenz kann entstehen.

Multiresistente TBC: Medikamente wirken nicht mehr!

Bei multiresistenter Tuberkulose wirken die beiden wichtigsten Medikamente, die Ärzte in der Therapie einsetzen, nicht mehr. Die Bakterien sind widerstandsfähig dagegen. Dies macht die Behandlung länger und schwieriger. RKI-Expertin Lena Fiebig erläutert: "Diese Patienten müssen besonders gut während der Therapie begleitet werden. Die Therapie dauert meist bis zu zwei Jahre, teilweise sogar länger. Eine multiresistente Tuberkulose ist schwerer behandelbar, und die Therapie kann mit mehr unerwünschten Arzneimittelwirkungen einhergehen."

Weil Tuberkulosefälle sehr unterschiedlich sind, können die Kosten für Krankenhaus, Medikamente und Betreuung stark auseinandergehen. Die Behandlung eines normalen Falls kann nach Expertenanalysen mehrere Tausend Euro kosten. Bei einer multiresistenten Form werden es schnell mehrere Zehntausend Euro oder gar noch mehr.

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jko/news.de/dpa

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