Aspirin, Ibuprofen und Co.
So gefährlich sind rezeptfreie Medikamente wirklich

Wer heute ein körperliches Leiden hat, greift oftmals zu Tabletten. Dabei sind die rezeptfreien Medikamente oft schädlicher als allgemein bekannt. Vor allem Entzündungshemmer bergen Risiken.

"Man muss keine Panik machen, aber das sind keine Lutschbonbons." Das Risiko rezeptfreier Medikamente wird oftmals unterschätzt. Bild: Fotolia/7sentidos

"Dass sie frei verkäuflich sind, macht sie nicht zu harmlosen Medikamenten", betont Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, über die Wirkung von Medikamenten. In einem nun veröffentlichten Artikel hat sich die Kölner Nachrichtenagentur "Express" mit der Verbreitung und den Risiken frei verkäuflicher Medikamente auseinandergesetzt.

Dabei würden die Spitzenpositionen beim Verkauf die Entzündungshemmer Aspirin, Diclofenac und Ibuprofen einnehmen. Gerade deren Heilungswirkung sei jedoch äußerst fragwürdig, denn: "Die genannten Entzündungshemmer unterdrücken das Warnsymptom Schmerz und behindern die Heilung", so Professor Kay Brune von der Deutschen Schmerzgesellschaft gegenüber dem "Express".

Vorsicht bei rezeptfreien Medikamenten: Gefahr statt Heilung

Statt für eine Heilung zu sorgen, verhindern die Medikamente lediglich die Bildung von Schmerzbotenstoffen. Zwar wirken Sie auch Fieber entgegen, genau genommen hemmen sie jedoch die körpereigenen Schutzhormone, die eigentlich etwa den Magen-Darm-Trakt oder das Herzkreislaufsystem schützen, erklärt Brune weiter.

Zudem warnt Müller-Schweife davor, dass die Stoffe den Körper nachhaltig verändern können. Sollte die Dosierung beispielsweise zu hoch sein, könnte dies das Risiko von Herzinfarkten und Magenblutungen erhöhen. "Man muss keine Panik machen, aber das sind keine Lutschbonbons."

So gefährlich ist Paracetamol

Auch Paracetamol zählt dem "Express"-Bericht zufolge zu den allgemein unterschätzten Medikamenten. Das Risiko sei in vielerlei Hinsicht ähnlich dem von Ibuprofen oder Diclofenac, da Paracetamol die Bildung der Gewebeschutzstoffe behindert, so Brune. Zudem wirkt sich der Stoff schädlich auf die Leber aus, weshalb es nicht in Kombination mit Alkohol eingenommen und die Höchstdosis nie überschritten werden sollte. Für Erwachsene liegt diese bei vier Gramm und einer bis vier Tabletten pro Tag.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

mie/sam/news.de

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

0 Kommentare

Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser