Krebserregend?
So gefährlich ist Glyphosat wirklich

Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat ist seit längerer Zeit umstritten und die Diskussion hat durch den Bier-Skandal neuen Aufwind bekommen. Aber was ist dran an der gesundheitsschädigenden Wirkung des Wirkstoffs?

Glyphosat ist der meist verwendete Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln. Bild: dpa

Nach der medienwirksamen Studie über Glyphosat im Bier, die das Umweltinstitut in München in Auftrag gegeben hatte, reißt die Diskussion um das Pflanzenschutzmittel nicht ab. Unbeeindruckt davon zeigte sich allerdings der Bundestag, der noch am 25. Februar für eine Neuzulassung stimmte.

Kostengünstig und effektiv: Glyphosat ist weltweit im Einsatz

Glyphosat ist der weltweit am meisten verwendete Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln, ob in der Landwirtschaft oder für den privaten Gebrauch. Er ist billig und bei Bauern sehr beliebt. Dabei ist das Pestizid umstritten, das der US-Konzern Monsanto 1974 unter dem Namen "Roundup" erstmals vertrieb. Seine Rückstände finden sich überall in der Umwelt - auch in Menschen und Tieren.

Bereits im März 2015 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Stoff als "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" eingestuft, wie "Spiegel" erklärt. Das "Bundesinstitut für Risikoforschung" (BfR), das den Bericht der zur WHO gehörenden "Internationalen Krebsforschungsagentur" (IARC) geprüft hat, kommt allerdings zu anderen Ergebnissen.

BfR kann krebserregendes Risiko nicht bestätigen

Demnach bestehe kein krebserregendes Risiko durch Glyphosat und es gäbe auch keine frucht- oder entwicklungsschädigenden Wirkungen im Tierversuch. Es finden sich somit keinerlei Gründe, die gegen eine erneute Genehmigung von Glyphosat sprechen. Der Bundestag hat sich bei seiner Entscheidung auf diese Ergebnisse berufen.

Die kritischen Stimmen reißen dennoch nicht ab und selbst das BfR kann nicht jeden Zweifel ausräumen.

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