Volkskrankheit Krebs : Kombi-Therapie: Antikörper lassen Tumore "schmelzen"

Neue Behandlungsmethoden gegen Krebs könnten klassische Methoden wie Chemotherapie bald überflüssig machen. Bild: Gero Breloer / dpa

Bei Tumorerkrankungen, bei denen nicht auf den auf den Einsatz von Medikamenten verzichtet werden kann, testen die Forscher vermehrt eine Kombination aus Antikörper- und Chemotherapie. Dabei bekommt der Patient weniger – und vor allem schwächere – Medikamente und zusätzlich spezielle Proteine verabreicht. Die Antikörper docken an den Krebszellen an und blockieren damit ihr Wachstum.

Wie Professor Andreas Schneeberg gegenüber der "Bild"-Zeitung äußerte, verwenden die Ärzte diese Methode besonders vor Operationen: "Wir versuchen Tumore bevor wir sie operieren durch die neue Medikamenten-Kombination quasi schmelzen zu lassen. Und wir wollen Mikro-Metastasen erwischen, also kleinste Krebszellhaufen, die vielleicht schon im Körper unterwegs sind."

Besonders bei Brustkrebs sei die Kombination aus Antikörper- und Chemotherapie erfolgreich: Laut Professor Schneeweis liegen die Heilungschancen bei Frauen mit aggressivem Brustkrebs derzeit bei 75 Prozent. Die Forscher hoffen aber, diesen Wert noch auf 85 Prozent zu steigern.

Brustkrebs bei prominenten Frauen
Anastacia, Kylie, Sylvie
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Radioaktive Moleküle im Kampf gegen Krebs

Die Krebsforschung geht schon lange mithilfe der Strahlentherapie gegen Krebs vor. Dabei wird der Patient gezielt ionisierten Strahlen, also Radioaktivität, ausgesetzt, um Tumore und Metastasen zu zerstören. Das Problem dabei: Neben den eigentlichen Krebszellen leidet auch das restliche Gewebe unter der Behandlung.

Professor Uwe Haberkron und sein Team vom Krebsforschungszentrum Heidelberg arbeiten daher daran, ein besonderes, radioaktives Molekül zu entwickeln, das direkt auf die Krebszelle aufgebracht werden kann. Die bösartigen Zellen verfügen auf ihrer Oberfläche über ein spezielles Antigen namens PSMA, an das sich der neue Wirkstoff anheften kann. Durch die Strahlung lassen sich die Krebszellen markieren, sodass sie später besser im Körper aufgespürt werden können. Zudem ist es möglich, die Moleküle mit speziellen Wirkstoffen zu bestücken, die so gezielt zu den Krebszellen transportiert werden können.

Diese Art der Krebsbehandlung steckt momentan noch in den Kinderschuhen. Das Team führt zurzeit aber Studien an Patienten mit Prostata-Krebs durch und konnte bereits erste Erfolge erzielen.

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