Zika-Virus in Deutschland
Symptome, Impfung, Reisewarnung: Das sollten Sie jetzt wissen

Das Zika-Virus steht im Verdacht, schwere Schädelfehlbildungen bei Ungeborenen zu verursachen. Alle Infos zu Reisewarnung, Symptomen, Behandlungsmöglichkeiten sowie zur Impfung finden Sie hier.

Das Zika-Virus ist vor allem für Schwangere gefährlich. Bild: Fotolia / igor

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Zika-Virus und seiner möglichen Verbindung zu Schädelfehlbildungen den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Es gebe eine starke räumliche und zeitliche Verbindung zwischen dem Virus und dem Auftreten von solchen Fehlbildungen (Mikrozephalie), sagte die WHO-Direktorin Margaret Chan. Es fehle aber noch der wissenschaftliche Beweis.

Zika-Virus als Gefahr für Schwangere

Das Virus wird von der Moskitoart Aedes aegypti übertragen. Zum Verdacht, dass Zika für Schädelfehlbildungen verantwortlich ist, sagte die Infektionsepidemiologin Christina Frank vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin: "Was man noch gar nicht abschätzen kann, ist, ob noch Co-Faktoren vorhanden sein müssen." Das könnten etwa Antikörper gegen andere Viren sein, die zusammen mit dem Zika-Virus eine Mikrozephalie auslösen. Möglich sei auch, dass nicht Zika, sondern ein ganz anderer Faktor der Verursacher sei. "Das könnte zum Beispiel ein Medikament sein", sagte die Expertin.

Symptome bei einer Zika-Infektion

Das Virus hat sich bereits in fast 25 Ländern, vor allem Süd- und Mittelamerikas, verbreitet. Für Deutschland besteht keine Gefahr einer starken Zika-Ausbreitung, da die betreffende Moskitoart hier nicht vorkommt. Bisher gibt es nur vereinzelte Fälle durch rückkehrende Touristen. Allerdings gehen Experten davon aus, dass Zika auch durch ungeschützten Sex übertragen werden kann. Bisher galt das 1947 im Zikawald in Uganda entdeckte und bis letztes Jahr kaum verbreitete Virus als harmlos. Symptome sind leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Hautrötungen.

Behandlungsmöglichkeiten und Impfungen gegen Zika-Virus

Das Zika-Virus verursacht bei Erkrankten das Zika-Fieber. Dieses könne mit üblichen Fieber- und Schmerzmedikamenten behandelt werden. Einen speziellen Imfpstoff oder Medikamente zur Prävention gebe es allerdings nicht.

Zika-Virus bedroht Südamerika

Im größten Land Lateinamerikas gibt es nach offiziellen Angaben 3448 Mikrozephalie-Verdachtsfälle, von denen 270 bestätigt worden seien und in sechs Fällen eine Beziehung zum Zika-Virus bestehe. In Brasilien sind schätzungsweise bis zu 1,5 Millionen Menschen durch Mückenstiche angesteckt worden. In dem Land gibt es jetzt verstärkt Abtreibungen, wie die Zeitung "Folha de São Paulo" berichtete.

Im Nachbarland Kolumbien wurde bislang die zweitgrößte Verbreitung des Zika-Virus verzeichnet. Rund 20.000 Erkrankungen, unter ihnen 2116 von schwangeren Frauen, seien bis Ende Januar registriert worden, erklärte am Montag der stellvertretende Gesundheitsminister Fernando Ruiz dem Sender Radio Caracol. Es werde die Ansteckung von rund einer halben Million Kolumbianer erwartet.

Das Virus tritt nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) inzwischen in fast allen Ländern Lateinamerikas auf. Ausgenommen sind Chile, Peru, Argentinien, Uruguay und Kuba. Die Erkrankung verläuft allgemein harmlos. Leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Hautrötungen sind die häufigsten Symptome. Die Ansteckung erfolgt nach Angaben der Experten nur über Stiche der Mückenart Aedes aegypti.

Reisewarnung für schwangere Frauen

Die WHO betonte, dass es im Moment keinen Grund für allgemeine Reisewarnungen gebe. Allerdings sollten Schwangere betroffene Länder meiden. Zuletzt hatte die WHO im August 2014 wegen Ebola in Westafrika einen globalen Notstand erklärt. Davor hatte die WHO Kinderlähmung/Polio im selben Jahr als globalen Gesundheitsnotstand bezeichnet und 2009 die Verbreitung der Schweinegrippe.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/hos/news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

0 Kommentare

Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser