Internetkonferenz DLD in München
Lebensmittel-Industrie verursacht katastrophale Umweltschäden

Alte Äpfel, zuviele Kalorien, Skandale und enorme Umweltschäden - Ernährungsexperten lassen auf der Internetkonferenz DLD kein gutes Haar an der Lebensmittelindustrie. Sie müsse endlich umgebaut werden.

Regalfächer mit verschiedenen Gemüsesorten in einem Supermarkt. Bild: fotolia/Studio Mike

Ernährungsexperten disktuieren auf der diesjährigen Internetkonferenz "Digital Life Design" (DLD) in München über die aktuelle Lebensmittelindustrie und ihre Auswirkungen. Sie müsse sich aus ihrer Sicht grundlegend wandeln - oder durch neue Unternehmen revolutioniert werden.

Lebensmittelindustrie schadet mehr als sie nützt

Die Branche schädige die Umwelt, die Menschen, verstärke Ungleichheit und verschwende dabei Unmengen von Geld und Ressourcen, sagte Sam Kass, der unter anderem Chefkoch im Weißen Haus und Ernährungsberater von US-Präsident Barack Obama war, am Dienstag auf der DLD in München. Die Lebensmitteindustrie allein verursache, etwa durch die Rinderzucht, ein Viertel der klimaschädlichen Gase, stehe aber anders als die Energieversorger oder der Auto- und Luftverkehr nicht im Fokus.

Kinder wissen nicht mehr, wie Tomaten oder Karotten aussehen

Dabei geht es nicht nur darum, wie Lebensmittel gesund hergestellt und angesichts einer drohenden Ernährungskrise besser verteilt werden können. Ebenso wichtig sei die Frage, was und wie wir Essen. Unsere Ernährung ist eins der wichtigsten Zukunftsthemen schlechthin, so "Focus"-Online.

FOTOS: Die besten Lebensmittel Die haben es in sich

Kimbal Musk, Bruder des Tesla-Gründers Elon Musk, sagte, Ernährung spiele etwa in den USA eine zu geringe Rolle in der Erziehung. Viele Kinder wüssten kaum, wie Tomaten oder Karotten aussehen und schon gar nicht, woher sie kommen. Musk investiert seit Jahren in Unternehmen, die sich mit neuen Technologien für die Branche beschäftigen und ökologischen Landbau fördern. "Das Vertrauen in die Ernährungsindustrie ist verloren gegangen", sagte Musk.

Ein Apfel am Tag fördert Diabetes

Das beträfe auch eigentlich gesunde Lebensmittel, wie zum Beispiel Äpfel. In den USA etwa sei ein Apfel, der im Supermarkt gekauft werde, im Schnitt elf Monate zuvor gepflückt worden. Danach sei er, in Wachs gehüllt, in sauerstoffarmen Kühlkammern gelagert worden, um nach Bedarf und Nachfrage ausgeliefert werden zu können, sagte Caleb Harper vom Media Lab des Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Das koste Nährstoffe und erhöhe den Zuckergehalt. "Früher hieß es: "an apple a day, keeps the doctor away" ("Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern"), heute fördert ein Apfel am Tag Diabetes", gibt Harper zu Bedenken.

DLD hat wichtige Zukunftstrends und -themen im Blick

Die Internetkonferenz DLD findet in diesem Jahr vom 17. bis zum 19. Januar in München statt. Die von Burda Media veranstaltete Digitalkonferenz widmet sich mit jährlich etwa 150 Referenten drängenden Zukunftsthemen und will Technologie, Politik und Kultur miteinander verbinden, berichtet "Huffingten Post".

Lesen Sie auch: Mit diesen 7 Lebensmitteln werden Sie 100 Jahre alt.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

kad/saw/news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

0 Kommentare

Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser