Sonderkündigungsrecht von Krankenkassen
Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen steigen! So können Sie wechseln

Das neue Jahr beginnt für viele gesetzlich Krankenversicherte mit meiner Beitragserhöhung. Versicherte müssen diese jedoch nicht einfach so hinnehmen. Wir erklären, wie Sie das Sonderkündigungsrecht wahrnehmen und somit die Krankenkasse wechseln können.

Die Zusatzbeiträge bei einigen Krankenkassen steigen 2016 an. Bild: Fotolia / Zerbor

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) warnt vor einem großen Anstieg der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die von den Versicherten alleine zu tragenden Zusatzbeiträge würden bis 2020 auf zwei Prozent zulegen, wenn der Gesetzgeber nicht reagiere, sagte die Vorstandsvorsitzende des vdek, Ulrike Elsner. Damit lägen die Gesamtbeiträge zur Krankenversicherung bei 16,6 Prozent.

DAK erhöht Zusatzbeitrag

Am Freitag geben die meisten Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag für 2016 bekannt. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wird die drittgrößte Kasse, die DAK, ihren Zusatzbeitrag um 0,6 auf 1,5 Prozentpunkte anheben. Damit beträgt der Beitragssatz der Kasse mit mehr als sechs Millionen Versicherten ab Januar 16,1 Prozent. Für Mitglieder bedeutet das Zusatzkosten von bis zu 25 Euro im Monat.

Über dem von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) prognostizierten durchschnittlichen Satz von 15,7 Prozent liegen nach Informationen der Zeitung auch die IKK Classic, die Knappschaft, die AOK-Rheinland/Hamburg und die Ersatzkasse KKH. Die derzeit größte Kasse, die TK, will ihren Zusatzbeitrag um 0,2 Punkte anheben und läge dann bei einem Gesamtbeitrag von 15,6 Prozent.

Elsner sagte: "Wir sprechen uns dafür aus, dass die Zusatzbeitragsätze zukünftig auch von den Arbeitgebern mitfinanziert werden, und nicht mehr nur allein von den Versicherten." Es sei nicht zumutbar, dass die Versicherten alle künftigen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen alleine bestreiten müssten. "Wir brauchen die gemeinsame Verantwortung."

Lesen Sie auch: Kassenbeiträge steigen 2016 um 0,2 Punkte.

Teure Zusatzbeiträge! Sonderkündigungsrecht - So wechseln Sie die Krankenkasse

Der Grundbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 14,6 Prozent, die je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden. Seit 1. Januar 2015 ist es den Kassen möglich, einen Zusatzbeitrag zu erheben, falls diese 14,6 Prozent nicht ausreichen.

Wenn den Versicherten nun ihre Kasse zu teuer wird, können sie zu einer billigeren Kassen abwandern. Denn sie haben ein Sonderkündigungsrecht. Dieses Recht gilt, wenn ein Zusatzbeitragssatz neu festgelegt wird. Die Krankenkasse muss ihre Versicherten schriftlich auf den vom Gesundheitsministerium ermittelten durchschnittlichen Zusatzbeitrag hinweisen sowie auf die Höhe des eigenen Zusatzbeitragssatzes.

Welche Krankenkasse erhebt welchen Zusatzbeitrag?

Zudem müssen die Kassen generell auf die Beitragsliste des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinweisen. Sie ist unter www.gkv-zusatzbeitraege.de abrufbar. Die neuen Werte werden aber erst vom 1. Januar an eingestellt. Auch die Stiftung Warentest bietet einen Check der Krankenkassen an.

Wenn der eigene Zusatzbeitrag einer Kasse über dem Wert des Jahresdurchschnitts liegt, muss diese in ihrem Anschreiben an die Versicherten explizit darauf hinweisen, dass es günstigere Angebote gibt. Das alles muss sie bis Ende des Monats tun, der dem Monat der Einführung des neuen Zusatzbeitrags vorangeht.

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bua/hos/news.de/dpa

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