23.07.2015, 11.53 Uhr

Grünes Rezept in der Apotheke: Ab jetzt zahlen Krankenkassen für rezeptfreie Medikamente

Bislang war das Grüne Rezept nur eine Medikamenten-Empfehlung des Arztes. Doch ab jetzt ist es vielen gesetzlich Versicherten möglich, mit einem Grünen Rezept die Kosten für rezeptfreie Arzneien von ihren Krankenkassen erstattet zu bekommen.

Mit einem grünem Rezept kann der Arzt seinen Patienten passende rezeptfreie Medikamente empfehlen. Bild: dpa

Das Grüne Rezept als Merkhilfe für Apotheker und Patient

Das Grüne Rezept diente bisher hauptsächlich als Merkhilfe für Patienten und enthielt Informationen für den Apotheker darüber, welches Medikament nach ärztlicher Meinung an den Patienten abgegeben werden sollte. Beim Grünen Rezept handelt es sich um eine Empfehlung des Arztes, der die Anwendung eines bestimmten, nicht verschreibungspflichtigen Medikaments aus medizinischer Sicht als notwendig betrachtet. Für den Patienten dient es als Merkblatt, da darauf Name, Wirkstoff und Darreichungsform verzeichnet sind.

Erstattung rezeptfreier Medikamente durch die Krankenkasse

Doch ab sofort kann das Grüne Rezept noch mehr: Nun ist darauf auch der Hinweis abgedruckt, dass viele gesetzliche Krankenkassen freiwillig die Kosten für einige rezeptfreie Medikamente zurückerstatten. Bis jetzt stand auf dem Grünen Rezept: "Dieses Resept können Sie nicht zur Erstattung bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse einreichen." Nun wird dieser Satz ersetzt: "Dieses Rezept können Sie bei vielen gesetzl. Krankenkassen zur Voll- oder Teilerstattung als Satzungsleistung einreichen." Darauf machte jüngst der Deutsche Apothekerverband (DAV) aufmerksam. Durch das Einreichen von Grünen Rezepten können Patienten, je nachdem, bei welcher Krankenkasse sie versichert sind, bis zu 400 Euro jährlich sparen.

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So bekommen Sie die Arznei-Ausgaben dank Grünem Rezept wieder

Mehr als die Hälfte der Krankenkassen übernimmt momentan die Kosten für apothekenpflichtige, aber rezeptfreie Arzeneimittel als individuell geregelte Satzungsleistung. Vor allem pflanzliche, homöopathische undanthroposophische Arzneien werden erstattet. Um die Kosten erstattet zu bekommen, muss der Versicherte das Grüne Rezept zusammen mit der Quittung aus der Apotheke bei seiner Krankenkasse einreichen. Häufig wird der Kaufpreis von der Apotheke direkt auf dem Grünen Rezept quittiert. Die Krankenkassen erstatten das Geld meist bis zu einer festgelegten jährlichen Summe. Diese bewegt sich zwischen 50 und 400 Euro. Details dazu kann man bei seiner Krankenkasse erfragen. Bei Krankenkassen, die das Grüne Rezept nicht erstatten, kann man dieses auch bei der Einkommenssteuer als außergewöhnliche Belastung angeben.

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räc/sam/news.de

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