26.06.2015, 17.54 Uhr

Ambrosiatag 2015: So erkennen Allergiker die fiese Ambrosia-Pflanze

Die super allergene Pflanze Ambrosia breitet sich in Deutschland extrem schnell aus. Viele Ärzte und Wissenschaftler fordern die Politik zum Handeln auf. Wir erklären, wie Sie die Beifuß-Ambrosie erkennen und wie sie sich schützen.

Die Ambrosia-Pflanze wird in Deutschland immer mehr zur Plage und Gefahr für Allergiker. Bild: dpa

Ein aus Nordamerika eingeschlepptes Unkraut plagt Sommer für Sommer mehr Allergiker in Deutschland. Ambrosia breitet sich in unseren Breiten rasant aus. Forscher sehen nun die Politik am Zug. Eine bundesweit einheitliche Melde- und Bekämpfungspflicht für die Beifuß-Ambrosie soll Einhalt gebieten.

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Der Kampf gegen die Allergien auslösende Pflanze Ambrosia muss nach Überzeugung von Wissenschaftlern verstärkt werden. Unter anderem sei es notwendig, die Gewächse rechtzeitig vor der Blüte auszureißen, teilte das Braunschweiger Julius Kühn-Institut am Mittwoch mit Blick auf den Internationalen Ambrosia-Tag am 27. Juni mit

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Ambrosia-Allergie: Heftige Reaktionen auf Pollen

Die Pollen des aus Nordamerika eingeschleppten Unkrauts können schon in kleinsten Mengen heftige Reaktionen auslösen. Dazu zählen Heuschnupfen, Bindehautentzündung, allergisches Asthma, Ekzeme oder Nesselsucht. Studien sagen für Deutschland bis 2050 eine viermal höhere Konzentration von Ambrosiapollen als derzeit voraus.

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Ambrosia-Tag am 27.06.2015: Aktionen gegen Pflanzen-Problem

Bundesweit sind am Samstag Aktionen und Veranstaltungen geplant, um auf das wachsende Problem aufmerksam zu machen. "Länder wie die Schweiz oder Ungarn haben bereits reagiert und verpflichten Landbesitzer, das Aufblühen der Pflanze zum Beispiel durch rechtzeitiges Ausreißen zu verhindern", sagte die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger. Auch in Deutschland sei eine solche gesetzliche Verpflichtung auf Bundesebene sinnvoll. Das Umweltbundesamt empfiehlt, einen Gesetzentwurf zu erarbeiten, um eine einheitliche Melde- und Bekämpfungspflicht zu erreichen. Schließlich machen die Pollen nicht an Ländergrenzen Halt.

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Gesetzliche Schutzmaßnahmen: Ambrosia ausreißen

Die Ausbreitung der auch Beifußblättriges Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie genannten Pflanze hat mit dem Klimawandel zu tun. In wärmeren Ländern wie Ungarn, Italien oder Frankreich ist sie schon länger verbreitet. Ambrosia blüht vergleichsweise lange - von Juli bis Oktober - und trägt damit zur Verlängerung der Leidenszeit vieler Allergiker bei.

Die größten Ambrosia-Bestände finden sich in Bayern, Hessen, Brandenburg und Baden-Württemberg. Einige Städte bekämpfen die Pflanze bereits systematisch. In Berlin zum Beispiel sind jedes Jahr sogenannte Ambrosia-Scouts unterwegs, die Pflanzen aufspüren und ausreißen. Baden-Württemberg will bis zum Sommer ein Gesamtkonzept zur Bekämpfung von Ambrosia erarbeiten. Krautzberger betonte, dass auch jeder einzelne Gartenbesitzer helfen sollte, indem er die Pflanzen den Behörden meldet und sie ausrupft.

So erkennen Sie Ambrosia

Die Ambrosia artemisiifolia hat eine gedrungene, buschige Wuchsform. Die Blätter sind doppelt bis dreifach gefiedert, gestielt und sind auf beiden Seiten grün. Der robuste Stängel der Ambrosia verzweigt sich sehr stark und ist im oberen Bereich der Triebe behaart. Je nach Sonneneinstrahlung verfärben sich die Stängel und Blattstiele rötlich.

Anders als in südlichen Ländern bereitet Ambrosia den deutschen Landwirten als Ackerunkraut noch keine Probleme. Hierzulande ist die Pflanze nach Angaben des Braunschweiger Instituts bisher eher in Hausgärten, auf Brachen und Schnittblumenfeldern zu finden. Auch Baustellen, Straßen- und Feldränder seien betroffen.

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bua/news.de/dpa

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