Neue Methode zur Brustkrebsfrüherkennung: Chance oder Risiko?

Kann man künftig mit einer einzigen Urinprobe herausfinden, ob eine Frau Brustkrebs hat oder nicht? Die Chancen stehen gut.

Mammographie, Brustkrebs-Früherkennung Bild: picture-alliance/ dpa/ Peter Endig

Ein neuartiger Urintest soll helfen, Brustkrebs, die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, schneller zu identifizieren und damit bessere Therapien möglich zu machen. Ein Freiburger Medizinerteam forscht an der vielversprechenden Untersuchungsmethode.

In drei Jahren ist der Urintest großflächig einsetzbar

Für den Nachweis sollen bereits 3 ml Urin ausreichen, die später im Labor aufbereitet werden. 48 Frauen nahmen an den ersten Tests teil, die Professor Elmar Stickeler mit seinem Team an der Universität Freiburg entwickelte. Die Hälfte der Frauen hatte Brustkrebs und ihre Diagnose war bekannt, die andere Hälfte war gesund. Mit 92-prozentiger Sicherheit konnten die Mediziner am Urin feststellen, ob bei den untersuchten Frauen Brustkrebs vorlag oder nicht.

Herkömmliche Methoden zur Brustkrebs-Früherkennung sind belastend

Grundlage des Tests sind winzig kleine Moleküle, die Micro-RNA (Ribonucleinsäure). Diese Moleküle sind bei Krebszellen falsch reguliert und können über das Blut in den Harn gelangen. Hier war eine höhere Konzentration der Micro-RNA messbar. Die Micro-RNA kommt in allen Tumorzellen in anderen Mustern vor als in gesunden Zellen. Heute kennt die Medizin mehr als 200 RNAs. Bereits mit neun Varianten lassen sich klare Ergebnisse nachweisen. Dieses schonende Verfahren wäre eine Sensation in der Diagnostik, denn bisher stehen Frauen neben der relativ ungenauen Tastuntersuchung hauptsächlich Bluttests, die Mammographie und das MRT (Magnetresonanzthomografie) zur Diagnose bereit. Das MRT ist nicht überall verfügbar und nicht jede Untersuchung wird von den Krankenkassen bezahlt. Die Mammographie belastet die Frauen unnötig stark mit Röntgenstrahlen.

Brustkrebs bei prominenten Frauen
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