Von news.de-Volontärin Antje Buddenhagen - 10.05.2015, 09.00 Uhr

So gefährlich sind Mücken!: Opfer werden anhand von Genen ausgewählt

Das süße Blut soll schuld sein, dass einige Menschen eher von Mücken gestochen werden als andere. Eine Studie widerlegt diese Annahme nun. Woran die Stechfreude der fliegenden Quälgeister wirklich liegt und wie gefährlich sie uns werden können, erfahren Sie hier.

Nur ein kleiner Stich der Mücke genügt, um gefährliche Krankheiten zu übertragen. Bild: picture alliance

Dass unser Körpergeruch dafür verantwortlich ist, wie häufig wir von Mücken gestochen werden, ist vielen Menschen mittlerweile bekannt. Eine Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine klärt nun auf: Auch unsere Gene sind für unsere Anziehungskraft auf die kleinen Plagegeister verantwortlich.

Experiment mit eineiigen und zweieiigen Zwillingspaaren

Bei dem Experiment wurden laut Angabe von "spiegel.de" 18 eineiige, genetisch weitgehend identische, weibliche Zwillinge sowie 19 zweieiige weibliche Zwillingspaare, deren Erbgut sich unterscheidet, ausgewählt. Um herauszufinden, welchen Geruch Mücken bevorzugen, ließen die Forscher gemeine Hausmücken durch einen Y-förmigen Flugkanal fliegen. Am Ende der jeweiligen Gabelung blockierte die Hand von jeweils einem Zwilling den Weg.

Gene beeinflussen, wer von Mücken gestochen wird

Das Ergebnis des Experiments: Während die eineiigen Zwillinge in etwa gleich beliebt waren, entschieden sich die Mücken bei den zweieiigen Geschwistern häufig für nur eine der beiden Frauen. Welche Gene genau die Entscheidungen der Insekten beeinflussen und welche Steuermechanismen dabei eine Rolle spielen, wollen die englischen Forscher nun weiter ergründen.

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Stechmücken: Überbringer gefährlicher Krankheiten

Die Erforschung der Mücken hat dabei einen ernsten Hintergrund, denn Stechmücken übertragen Krankheiten wie das Dengue-Fieber und Malaria, andenen weltweit jährlich eine Millionen Menschen sterben.

Immer häufiger übertragen Mücken hierzulande Viren, die eigentlich in wärmeren Gebieten zu Hause sind. Besonders warme und feuchte Regionen werden bevorzugt, da sich die Viren hier umso schneller in den verschiedenen Mückenarten vermehren können. In Europa werden dabei vor allem Arten aus Afrika, Asien und Lateinamerika immer häufiger gesichtet. Diese gelangen meist durch den interkontinentalen Waren- und Reiseverkehr nach Deutschland.

Asiatische Buschmücke in Deutschland gesichtet

Momentan sorgen sich Wissenschaftler besonders um die Entwicklung einer bestimmten tropischen Art: Der Asiatischen Buschmücke. Das aus Süd-China, Japan und Korea stammende Tier wurde erstmals 2008 in Süddeutschland, später dann in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen entdeckt.

Trotz ihrer geringen Größe kann sie sehr gefährlich werden, da sie Krankheiten wie das West-Nil-Fieber, das Dengue-Fieber oder das Chikungunya-Fieber verbreitet. In Griechenland forderte das West-Nil-Fieber im vergangenen Jahr sogar bereits Todesopfer, da die Krankheit neben grippeähnlichen Beschwerden auch zu Hirnhautentzündungen führen kann.

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FOTOS: Mückenschutz Stechende Mittel gegen Plagegeister

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