Medizin für Kinder: Vorsorgeuntersuchungen für Babys- was sollte beachtet werden?

Die Geburt eines Kindes ist ein großer Moment für die meisten Menschen. Unmittelbar im Anschluss beginnen aber auch schon die ersten medizinischen Vorsorgeuntersuchungen. Schließlich ist es oft von entscheidender Bedeutung, gesundheitliche Beeinträchtigungen möglichst früh festzustellen. Auf der anderen Seite trägt es zu einem guten Gefühl bei den Eltern bei, wenn ihr Baby umfassend untersucht und betreut wird.

Die U1 ist eine der wichtigsten Untersuchungen im Leben des neuen Erdenbürgers. Bild: pixabay.com © Eloisa

In Deutschland gibt es eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen, die zum Standard gehören und deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. In manchen Bundesländern sind sie sogar Pflicht. Abgesehen von diesen Standarduntersuchungen, die direkt nach der Geburt beginnen, haben Eltern die Möglichkeit, zusätzliche Leistungen in Anspruch zu nehmen. Diese müssen in der Regel aus eigener Tasche beglichen werden. Doch was beinhalten die regulären Vorsorgeuntersuchungen und wie sinnvoll ist es, sie zu ergänzen?

Welche Vorsorgeuntersuchungen werden direkt nach der Geburt gemacht?

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder werden in U1 bis U11 unterteilt. Dabei findet die erste Untersuchung, die auch als AGPAR-Test bezeichnet wird, unmittelbar nach der Geburt statt.

Zeitpunkt Untersuchungen
U1 Unmittelbar nach der Entbindung u.a. Überprüfung von Herz und Lunge, Durchblutung der Haut, Muskelspannung und Reflexe;
U2 3. – 10. Lebenstag u.a. Untersuchung von Knochen, Haut, Organen und Geschlechtsteilen; Blutuntersuchungen auf Hormonstörungen und Stoffwechselkrankheiten
U3 4. – 5. Lebenswoche u.a. Überprüfung der Körperfunktionen, des Hörvermögens und der Reflexe

 

 

 

 

 

 

 

Eltern sollten darauf achten, dass sie diese Untersuchungen rechtzeitig vornehmen lassen. Teilweise müssen sie sonst selbst die Kosten tragen.

Bis wann gibt es Vorsorgeuntersuchungen für Kinder?

An die oben genannten Untersuchungen schließen sich noch drei weitere im Babyalter an (U4 - U6). Ihnen folgen drei Untersuchungen im Kleinkindalter (U7 – U9) und zwei (U10 – U11) im Grundschulalter. Außerdem existieren zwei Vorsorgeuntersuchungen im Teenageralter, die als J1 und J2 bezeichnet werden. Während das Angebot von Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter in den meisten Fällen gerne angenommen wird, beklagen Gesundheitsexperten laut svz.de, dass Jugendliche noch zu selten in die Praxis kämen.

An Zusatzkosten liegt dies meist nicht. Zwar werden nicht bei allen Untersuchungen die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Bei den Untersuchungen U 10 und U 11 hängt dies entscheidend davon ab, um welche Krankenkasse es sich handelt. Allerdings werden die Kosten für J1 gezahlt. Nur wer zusätzlich noch die Untersuchung J2 vornehmen lassen möchte, muss selbst in die Tasche greifen.

Besteht Unsicherheit, welche Kosten die eigene Krankenkasse übernimmt, sollten sich Versicherte frühzeitig erkundigen. Allerdings sollte das Hauptaugenmerk hier nicht auf dem Sparen liegen.

Welche Risiken für welche Krankheiten werden untersucht?

Bei Vorsorgeuntersuchungen von Kindern und Jugendlichen werden die Risiken für eine große Zahl verschiedener Krankheiten untersucht.

So wird das Kind direkt nach der Geburt auf Geburtsverletzungen, Atmungsanomalien und Herzfehler untersucht. Auch wird der Bauch auf einen möglichen Tumor hin überprüft. U1 soll vor allem Krankheiten beziehungsweise Verletzungen ausschließen, die ein möglichst rasches Handeln erforderlich machen.

In den weiteren Vorsorgeuntersuchungen im Baby und Kleinkindalter spielt vor allem die Früherkennung folgender Beeinträchtigungen eine wichtige Rolle:

• angeborene Hormonstörungen und Stoffwechselerkrankungen
• Hörstörungen
• Bewegungsstörungen
• Übergewicht
• Sprachentwicklungsstörungen
• Anomalien im Kieferbereich beziehungsweise der Zähne
• Fehlstellung des Hüftgelenks

Auch eine angemessene Zahnpflege spielt schon im Kleinkindalter eine wichtige Rolle. Entwickeln die Milchzähne Karies, kann sich dies auf die nachkommenden Zähne übertragen.


Im Schulkindalter konzentrieren sich Vorsorgeuntersuchungen in der Regel auf das Erkennen möglicher Entwicklungsstörungen. Dabei spielen nun auch Verhaltensweisen des Kindes wie übermäßiger Medienkonsum oder schlechte Ernährung eine Rolle. Auch auf Verhaltensstörungen und Leistungsschwierigkeiten in der Schule wird bei diesen Untersuchungen eingegangen. Schließlich ergab eine Forsa-Umfrage (Grafik hier) bei Eltern von 6jährigen Kindern, dass diese am meisten Angst davor haben, dass ihr Kind an AD(H)S leidet.

Die Untersuchungen im jugendlichen Alter konzentrieren sich unter anderem auf mögliche Fehlhaltungen, Störungen der Haut und die Funktion der Organe. Außerdem können in diesem Zusammenhang Themen wie Magersucht eine wichtige Rolle spielen, ebenso wie die Vorbeugung von Diabetes.

Lässt sich in diesem Bereich noch mehr tun?

In Deutschland genießen Eltern eine umfassende medizinische Betreuung ihrer Kinder. Entsprechend decken die Vorsorgeuntersuchungen, deren Kosten von der Krankenkasse übernommen werden, bereits eine große Zahl an Krankheitsrisiken ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann darüber hinaus freiwillige Leistungen in Anspruch nehmen.

Das Risiko, dass schwerwiegende Erkrankungen unbemerkt bleiben, kann zum Beispiel mit Seracell Baby U100+ weiter gesenkt werden. Dieses Angebot des Unternehmens beinhaltet die Untersuchung auf 101 Komplikationen und Erkrankungen, darunter Stoffwechselerkrankungen, die eine rasche Behandlung erforderlich machen, wie Methylmalonic Acidemia, neurologische Probleme, geistige und körperliche Behinderungen und Energielosigkeit. Dabei wird die Untersuchung über eine Urinprobe des Babys vorgenommen, die Eltern selbst entnehmen und über einen Filterstreifen einsenden können. Doch sind solche Zusatzuntersuchungen überhaupt sinnvoll?

Auf diese Frage kann keine pauschale Antwort gegeben werden. Wer sich besonders sicher in Hinsicht auf den Gesundheitszustand seines Kindes fühlen möchte, profitiert in der Regel von zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen. Solche werden auch von vielen Kinderärzten als kostenpflichtige Zusatzleistungen angeboten. Die Nutzung von solchen Tests hat den Vorteil, dass Eltern dafür zunächst nicht einmal einen Arzt aufsuchen müssen. Wenn der Test entsprechende Ergebnisse zeigt, kann eine individuell abgestimmte Behandlung darauf aufgebaut werden.

Andererseits werden die häufigsten Krankheiten und Beeinträchtigungen von Kindern von den kostenfreien Untersuchungen abgedeckt, sodass die Gefahr, dass eine schwere Krankheit beim eigenen Nachwuchs unbemerkt bleibt, eher gering ausfällt. Es bleibt unter dem Strich also eine individuelle Abwägungssache.

Bei der Vorsorge solle nicht gespart werden

Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter sind von zentraler Bedeutung und sollten auch dann wahrgenommen werden, wenn sie nicht verpflichtend sind. Andernfalls besteht unter Umständen die Gefahr, dass eine schwerwiegende Krankheit unentdeckt bleibt. Im schlimmsten Fall kann dies lebensgefährlich sein oder schwerwiegende gesundheitliche Folgeschäden nach sich ziehen. Wer möglichst jedes Restrisiko ausschließen möchte, kann zusätzlich zu den von den Krankenkassen angebotenen Untersuchungen kostenpflichtige Leistungen in Anspruch nehmen. Zu verlieren haben Eltern dabei nichts, denn die Gesundheit der eigenen Kinder liegt eigentlich jeder Mutter und jedem Vater besonders am Herzen.

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qus/news.de

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