AKW Saporischschja, Ukraine: Nach Atomunfall: Wie groß ist die Gefahr für uns?

Der Atomunfall im ukrainischen AKW Saporischschja versetzt die Welt in Alarmbereitschaft: Wie ernst ist die Lage in der Ukraine wirklich? Im Social Web fürchten sich die Menschen vor einem zweiten Tschernobyl und schüren Zweifel an den Aussagen der Behörden.

Der Zwischenfall im Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine beunruhigt viele. Was genau im Reaktor geschah, ist bisher unklar. Offiziellen Angaben zufolge handelt es sich um einen Störfall, von dem keine Gefahr ausgehe. Einer der insgesamt sechs Blöcke in dem Atomkraftwerk sei bereits am 28. November 20154 für Reparaturarbeiten abgeschaltet worden und solle am 5. Dezember wieder in Betrieb genommen werden, wie welt.de berichtet.

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Atomunfall Ukraine 2014 im AKW Saporischschja: Wie gefährlich ist der Zwischenfall wirklich?

Was genau den Störfall ausgelöst hat und worum es sich dabei handelt, blieb unklar. Energieminister Wolodimir Demtschischin beschwichtigte auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz, dass es keine Probleme mit den Reaktoren gebe und auch keine erhöhte Radioaktivität vorliege. Evakuiert werde daher nicht. In Deutschland sind laut der Internetseite des Bundesamts für Strahlenschutz bisher keine erhöhten Werte festzustellen.

Mit dem Zwischenfall im AKW Saporischschja ist sie wieder allgegenwärtig: die Angst vor radioaktiver Strahlung. Bild: dpa

Dennoch jagt der Vorfall vielen Bürgern auch außerhalb der Ukraine Angst ein. In den sozialen Netzwerken fürchtet man sich vor einem zweiten Tschernobyl. Damals war bei einem vermeintlichen Sicherheitstest Reaktor Nummer 4 hochgegangen und hatte radioaktives Material in die Luft geblasen. Die Behörden schließen das aus, doch viele sind skeptisch und spekulieren über mögliche Auswirkungen auf Europa.

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#Saporischschja auf Twitter: User fürchten sich vor zweitem Tschernobyl

So schreibt Dieter Peterlein auf Twitter: «Falls beim Kraftwerk #Saporischschja Radioaktivität ausgetreten ist, wäre Südtirol wegen des Südostwinds derzeit nicht unmittelbar betroffen.» Markus Reiksmeier zieht einen zynischen Vergleich zu Tschernobyl: «Was wollen Sie eigentlich? Tschernobyl ist 2.000 km weit weg" (Innenminister Zimmermann 1986) Pleas not: #saporischschja #Atomunfall.»

Gau in Fukushima: Radioaktivität macht Region auf ewig unbewohnbar

Fest steht: Sollte Radioaktivität ausgetreten sein, sind die Auswirkungen kaum abzusehen. Im Zuge der Nuklearkatastrophe von Fukushima, bei der große Mengen radioaktiven Materials freigesetzt wurden - mehr als in Tschernobyl -, wurden Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel weitreichend kontaminiert. In der Region Fukushima gilt eine menschliche Ansiedlung nach dem Gau als unmöglich.

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Beim Atomkraftwerk Saporischschja handelt es sich um das größte Kraftwerk Europas und das fünftgrößte der Welt. Es versorgt den gesamten Süden der Ukraine mit Strom. In der Region sei das Stromnetz bereits zusammengebrochen. Das AKW liegt direkt am Fluss Dnepr rund 50 Kilometer von der gleichnamigen Großstadt und rund 570 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Kiew entfernt.

Ukraine-Konflikt: Sicherheitsexperten warnten bereits vor Atomunglück

Sicherheitsexperten hatten bereits vor Monaten davor gewarnt, dass die Kämpfen sich Separatisten und ukrainischen Kämpfen zu einem Atomunglück führen könnten. Zum einen, weil die ukrainischen Kraftwerke russicher Bauart und daher auf Knowhow sowie Ersatzteile aus Russland angewiesen sind. Zum anderen, weil Terroristen Atomkraftwerke angreifen könnten, um eine Eskalation des Konflikts zu schüren.

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zij/news.de

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