Schlaganfällen vorbeugen: So senken Sie Ihr Risiko effektiv

Ein Schlaganfall kommt meist unvorhersehbar und ohne Vorwarnung - mehr als 270.000 Fälle werden Jahr für Jahr in Deutschland verzeichnet. Mit einem gesunden Lebenswandel können Sie Ihr Schlaganfallrisiko effektiv mindern - wie das geht, verrieten Experten im Lesertelefon.

Für 270.000 Menschen in Deutschland ändert sich pro Jahr ihr Leben von Grund auf - Schuld ist ein Schlaganfall, der meist plötzlich und unerwartet das Leben auf den Kopf stellt. Doch was nach unvermeidbarem Schicksalsschlag klingt, hat meist eine lange Vorgeschichte und ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen, die sich beeinflussen lassen. Wie wirken sich Ernährung, Bewegung und Lebensstil, aber auch Vorerkrankungen wie das Vorhofflimmern auf das Schlaganfallrisiko aus? Und wie lässt sich dieses Risiko senken?

Schlaganfälle machen auch vor Promis nicht halt - Schlagerstar G.G. Anderson beispielsweise wurde von der heimtückischen Erkrankung nicht verschont. Lesen Sie hier mehr!

Bewegung an der frischen Luft kann das Risiko für einen Schlaganfall senken. Bild: Roche Diagnostics

Spezialisten beantworten Fragen zu Schlaganfällen und deren Vorbeugung

Diese Fragen bewegen viele Menschen, doch oft fehlen die nötigen Informationen, um sein Leben so zu gestalten, dass das Schlaganfallrisiko minimiert werden kann. In einer neuen Runde des Lesertelefons stellten sich die Experten Dr. med. Christiane Jennen, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Chirotherapie sowie Leiterin des Schulungszentrums für Gerinnungs-Selbstmanagement in Bornheim (Rheinland) und Dr. med. Eberhard Jennen, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie Sektionsleiter Kardiologie und Oberarzt im Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling, den Fragen der Anrufer. Welche Fragen den Experten gestellt wurden, haben wir für Sie zusammengefasst.

Kann ein Schlaganfall das ganze Leben verändern? Ja, er kann - wie dieser Fall eindrücklich beweist.

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Gaby Köster
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Sind ältere Menschen häufiger von einem Schlaganfall betroffen als jüngere?

Dr. Christiane Jennen: Die Zahl der Schlaganfälle steigt mit zunehmendem Lebensalter und erreicht ihre statistische Spitze zwischen 80 und 89 Jahren. Es gibt allerdings auch in jüngeren Jahren Schlaganfälle, zum Beispiel durch Gefäßveränderungen im Gehirn oder Gefäßverletzungen.

Bluthochdruck gilt als Risikofaktor für einen Schlaganfall - doch kann salzarme Ernährung das Risiko senken? Hier gibt's die Antwort.

Ist das Schlaganfallrisiko auch erblich bedingt?

Dr. Christiane Jennen: Nur zum Teil. Die beiden häufigsten Ursachen für Schlaganfälle sind die Arteriosklerose, also die Gefäßverkalkung, und die Verschleppung von Blutgerinnseln aus dem Herzen, zumeist verursacht durch Vorhofflimmern. Die Arteriosklerose unterliegt verschiedenen Risikofaktoren, wie einem Diabetes mellitus oder einem Bluthochdruck, die erblich mitbedingt sein können.

Kann ich mein persönliches Schlaganfallrisiko testen?

Dr. Eberhard Jennen: Als einfachen Test kann man den so genannten PROCAM- Risiko-Score zu Rate ziehen, den Sie auch im Internet finden. Über das Alter, die Größe, das Gewicht, Krankheitsfragen zu Diabetes, Bluthochdruck und der Frage nach Zigarettenkonsum lässt sich das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls als Prozentwert ermitteln. Für Patienten mit Vorhofflimmern kann man über zusätzliche Krankheiten das aktuelle Risiko mit dem so genannten CHA2DS2-VaSC-Score bestimmen.

Welche Laborwerte deuten noch auf ein erhöhtes Schlaganfallrisiko hin?

Dr. Eberhard Jennen: Gängige Laborwerte wie der Blutzucker, der HbA1c-Wert als Langzeitblutzucker-Wert, der Cholesterinwert und seine Untergruppen, das Homocystein, die Harnsäure und das Lipoprotein a weisen auf das Risiko arteriosklerotischer Krankheiten wie den Schlaganfall hin. Ein kürzlich neu entdeckter Laborwert ist das Fetuin A. Dieses von der Leber gebildete Eiweißmolekül scheint ebenfalls das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall anzuzeigen.

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Worauf muss ich im Alter besonders achten, um mein Risiko zu senken?

 

Dr. Eberhard Jennen: Auch und gerade im Alter hilft ein gesunder Lebensstil, das individuelle Risiko gering zu halten. Körperliche Bewegung ist in jeder Altersgruppe möglich, immer in den Maßen, wie es für den Einzelnen möglich ist. Sie nutzt dem Herzen, der Lunge und dem Immunsystem. Zudem weisen unsere Daten auf einen prophylaktischen Effekt von Sport gegenüber der Entwicklung einer Demenz hin. Einer der Hauptrisikofaktoren ist ein erhöhter Blutdruck. Lassen Sie Ihren Blutdruck auch dann regelmäßig kontrollieren, wenn bei Ihnen kein Bluthochdruck bekannt ist. Liegt ein Bluthochdruck vor, sollte die Therapie auf einen Wert von höchstens 139/89mmHg bei Ruhemessungen abzielen. Und vor allem: Geben Sie jetzt das Rauchen auf, wenn Sie es bisher noch nicht getan haben.

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Gibt es Warnsignale für einen bevorstehenden Schlaganfall?

 

Dr. Eberhard Jennen: Nicht immer, doch bei 40 Prozent der Schlaganfälle kommt es zuvor zu einer so genannten TIA. Diese vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns gilt als erster, kleiner Schlaganfall. Bemerkbar macht sie sich zum Beispiel als vorübergehende Sprechstörung: Der Betroffene findet die Worte nicht oder redet unverständliche Sätze. Sie tritt aber auch in Form einer einseitigen, kurzzeitigen Erblindung auf oder als plötzlicher Kraftverlust auf einer Seite. Die Lähmungszeichen bilden sich in diesem Fall schnell wieder zurück.

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loc/news.de/pr|nrw

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