Expertenrat zum Thema «Raucherhusten»: Bei COPD gilt: Kein Rauch, mehr Bewegung

Mehr als sechs Millionen Deutsche leider unter COPD - gemeinhin als «Raucherhusten» bekannt. Doch noch immer herrscht Unklarheit über Behandlungsmethoden, Symptome und Lebenserwartungen. Was Betroffene wissen sollten, verrieten Experten in einer neuen Ausgabe des Lesertelefons.

COPD – im Gegensatz zu Krankheiten wie Schlaganfall und Diabetes ist die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung kaum jemandem geläufig. Und das, obwohl hierzulande bereits sechs Millionen Menschen mit der bislang nicht heilbaren Erkrankung leben.

Nach Prognosen der Weltgesundheitsorganisation WHO wird die COPD im Jahr 2030 die dritthäufigste Todesursache sein. Ein großes Risiko geht für die Betroffenen von schubweise auftretenden, akuten Verschlimmerungen aus, so genannten Exazerbationen. Fragen zum Leben mit einer COPD und zur einzig wirksamen Vorbeugung, dem Rauchstopp, beantworteten Lungenfachärzte am Lesertelefon. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Nachlesen.

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Was kennzeichnet eine COPD und wer stellt die Diagnose?

Dr. med. Hermann A. Trauth: Bei der COPD handelt es sich um eine durch das inhalative Rauchen sowie durch sonstige Feinststäube verursachte, entzündliche Erkrankung der Lunge. Ihre Anzeichen sind Husten, Auswurf und Atemnot. Die Luftnot tritt zu Beginn nur bei Belastung auf, im späteren Verlauf schon bei geringer Anstrengung. Zur Diagnose führen wir Lungenfunktionstests durch und schauen uns die Vorgeschichte des Patienten an. Leider wird die COPD häufig erst spät entdeckt, wenn die Erkrankung schon chronisch ist. Dabei können regelmäßige Gesundheits-Checks, die einen Lungenfunktionstest einschließen, frühzeitig einen Hinweis auf eine mögliche COPD liefern und einen frühen Therapiebeginn ermöglichen. Je früher geeignete Maßnahmen ergriffen werden, umso günstiger ist der weitere Verlauf.

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Wie ist der Verlauf einer COPD? Ist eine Besserung ausgeschlossen?

Dr. med. Hermann A. Trauth: Eine COPD ist immer chronisch und immer fortschreitend. Durch die Entzündung kommt es zu einer erhöhten Schleimproduktion und auch die Bronchien verengen sich. So kann es zu einer Überblähung der Lunge kommen, in deren Folge die Atemreserve abnimmt und sich die Gasaustauschfläche der Lunge verringert. Die Folgen sind eine geringere Belastbarkeit und ein Abfallen des Sauerstoffgehalts im Blut. Die zerstörten Lungenstrukturen regenerieren sich nicht mehr, eine Besserung ist eigentlich ausgeschlossen. Beeinflussen lässt sich nur die zugrunde liegende chronische Entzündung der Bronchien und damit das Tempo, in dem die Krankheit fortschreitet. Dabei kommt es entscheidend auf die Initiative des Patienten an.

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