Von news.de-Redakteurin Andrea Schartner - 27.02.2014, 10.31 Uhr

Brutal vegetarisch: Macht zuviel Grünzeug krank?

Fleischloses Essen boomt. Doch während die Tierwelt Schutz erfährt, ist eine andere Gruppe dem Esstisch hilflos ausgeliefert: die Pflanzen. Ist das gerecht? Und ist vegetarisch wirklich gesünder? Eine neue Studie will das widerlegen.

Manch ein Pflanzenliebhaber ist überzeugt: Blümchen brauchen nicht nur Wasser und Dünger, sondern auch viel Liebe. Wie sonst kann es sein, dass Orchidee oder Usambaraveilchen bei dem einen wachsen und gedeihen und bei dem anderen traurig vor sich welken– bei angeblich gleicher Pflege?

Ebenso existiert wohl ein Zusammenhang zwischen Musik und dem Gedeihen von Weintrauben. In Weinregionen ziehen Geiger musizierend an den Rebstöcken vorbei, geben den Trauben Bach oder Mozart und treiben diese so zu höherer Saftigkeit.

FOTOS: Vegetarier-Lügen Hier sind überall Tiere versteckt
zurück Weiter Kühe stehen idealerweise auf der Weide und geben Milch. Manchmal allerdings finden wir sie auch da, wo wir sie nicht vermuten... (Foto) Foto: dpa/san/news.de Kamera

Umstrittenes Forschungsgebiet

Unter Wissenschaftlern tobt seit Jahren ein heftiger Streit um die realen oder eingebildeten Empfindungen von Pflanzen. Pflanzenneurobiologen beschäftigen sich mit der Frage, wie das Grünzeug seine Umwelt wahrnimmt und darauf reagiert. Können Pflanzen hören, sehen, riechen, schmecken oder gar Schmerz empfinden?

Der emeritierte Bonner Neurobiologe Dieter Volkmann bestätigte schon vor einigen Jahren, der Zusammenhang zwischen der besseren Reifung von Weintrauben und klassischer Musik sei wissenschaftlich erwiesen. Zudem verfügen laut Volkmann Pflanzen teilweise über dem menschlichen Körper vergleichbare Mechanismen. Gemüse, das man abhackt, setzt beispielsweise eine Art Wundheilungsprozess in Gang.

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Warum muss die Pflanze sterben?

Traditionellen Botanikern stehen angesichts dieses Forschungsgebietes wahrscheinlich die Haare zu Berge. Dennoch bleibt die Frage offen, warum Vegetarier und Veganer einen Schnitt ziehen zwischen Tier und Pflanzenwelt. Egal, was man vom Forschungsgebiet der Pflanzenneurobiologie halten mag, alles ist lebendig, Tiere wie Grünzeug. Und warum sollte das eine Lebendige mehr Rechte haben als das andere?

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