Von news.de-Redakteurin - 22.02.2014, 08.31 Uhr

Pro und Contra Fastenkur: So gefährlich ist Fasten tatsächlich

Einige Menschen schwören darauf, im Frühjahr ihrem Körper eine Auszeit zu gönnen und sich einer Fastenkur zu unterziehen. Durch die Prozedur des Heilfastens sollen Giftstoffe aus dem Körper geschwemmt und der Stoffwechsel in Gang gebracht werden. Aber ist eine solche Tortur nicht gefährlich für den Körper?

Es klingt auf den ersten Blick sehr verlockend: Einfach ein paar Tage den Speiseplan drastisch herunterfahren und sich nur von Säften und Suppen ernähren, um dem Körper zu entschlacken, und nach der Fastenkur mit einigen Kilos weniger auf den Rippen frisch und unbeschwert in den Frühling starten. Wer möchte schließlich nicht mit einer atemberaubend schlanken Figur wie die Modelanwärterinnen bei Heidi Klums «Germany's Next Topmodel» in die warme Jahreszeit starten? Doch eine Fastenkur auf eigene Faust durchzuziehen kann ernsthafte gesundheitliche Gefahren mit sich bringen.

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Das Märchen vom Entschlacken

Primär ist eine Fastenkur darauf ausgerichtet, unerwünschte Schlacken aus dem Körper zu schleusen. Vertreter der Alternativmedizin beteuern, jene Stoffwechselprodukte würden den Körper unnötig belasten und sollten in regelmäßigen Abständen ausgeschleust werden. Meist wird dafür auf eine Mischung aus reduzierter Ernährung mit Gemüsebrühen, Säften und Suppen sowie Saunagängen und Schröpfkuren zurückgegriffen, begleitende Einläufe oder Abführmittel sollen den Darm reinigen.

Allerdings steht die Schulmedizin der Theorie um Schlackenstoffe eher skeptisch gegenüber. Bisher gibt es keine eindeutigen Beweise dafür, dass diese angeblich schädlichen Stoffe im Körper existieren. Abfallprodukte der Stoffwechselvorgänge kann der Körper gut selbst entsorgen, beispielsweise über Haut, Nieren und Lunge.

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Fasten ohne ärztlichen Rat kann lebensgefährlich sein

Wer sich trotzdem für eine Fastenkur entscheidet, sollte diese niemals durchziehen, ohne einen Arzt zu konsultieren. Beim Heilfasten auf eigene Faust kann einiges schiefgehen: Wer zu intensiv fastet, riskiert die Bildung von Nierensteinen, auch Probleme mit dem Kreislauf, Schwindelgefühle oder sogar Herzrhythmusstörungen sind nicht selten. Wer es zu sehr übertreibt, kann sogar den Herzmuskel dauerhaft schädigen. Außerdem können bei der Darmreinigung mittels Einlauf innere Verletzungen auftreten oder der empfindliche Elektrolythaushalt des Organismus gerät aus dem Gleichgewicht.

Wer all diese Strapazen und Risiken einer Fastenkur auf sich nimmt, sollte sich einer Tatsache bewusst sein: Als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und zur dauerhaften Gewichtsreduzierung eignet sich Heilfasten nicht. Wer vor einer solchen Kur hemmungslos geschlemmt hat und dann hofft, mit ein paar Tagen Gemüsebrühe wieder in Topform zu kommen, wird enttäuscht sein. Denn so schnell die Pfunde am Anfang auch purzeln mögen: Wer gleich danach wieder in alte Ernährungsmuster zurückfällt, wird Opfer des Jojo-Effektes und ist von einer dauerhaft schlanken Linie weit entfernt.

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fro/news.de

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