Mythen über Hämorriden So ein Scheiß!

Kuriose Furzgeschichten
Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Was für Schmerzen: Jeder zweite Deutsche über 30 Jahren hat vergrößerte Hämorriden – und leidet darunter. Denn der Gang zur Toilette ist mit lästigem Nässen, Brennen und Bluten am Po verbunden. Da Hämorriden immer noch ein Tabuthema sind, halten sich viele Mythen. News.de spült sie runter.

Jeder hat sie - und braucht sie: Hämorriden. Das gut durchblutete ringförmige Gewebepolster sorgt dafür, dass nichts unkontrolliert den Darm verlässt. Das Geflecht funktioniert quasi wie ein Schwellkörper. Beim Stuhlgang entspannt der Schließmuskel, das Blut fließt aus dem Polster ab. Nachdem das Geschäft erledigt ist, strömt es wieder zurück. Der After ist wieder abgedichtet.

Doch mit den Schleimhautpolstern ist es wie mit einem Auto: Wer sie stark beansprucht, sorgt für Verschleiß. Sie können über die Jahre hinweg so ausleiern, dass sich das Polster verknotet und größer wird. Die Schmerzen beim Stuhlgang sind die Folge.

Experten zufolge haben mehr als 50 Prozent aller Deutschen über 30 Jahren mit vergrößerten Hämorriden zu kämpfen. Doch die wenigsten würden die Anzeichen für die Veränderung richtig deuten, weiß Professor Stefan Hillejan, Proktologe und Vorsitzender des Berufsverbandes Qualifizierter Medizinischer Sachverständiger Deutschlands aus der Praxis. Schlimmer noch: Da Hämorriden noch immer ein Tabuthema in der Bundesrepublik sind, sparen sich die Betroffenen den Gang zum Arzt und verschlimmern dadurch das Leiden. Die Betroffenen sind zudem verängstigt, weil sich immer noch hartnäckig Mythen über Hämorriden halten. Damit will Professor Hillejan ein für alle mal aufräumen und stellt die fünf größten Irrtümer richtig.

Hämorriden entstehen aufgrund mangelnder Hygiene: Nein. Mögliche Ursachen liegen hauptsächlich in einseitiger und ballaststoffarmer Ernährung und verkehrtem Stuhlverhalten. Dazu zählen unter anderem zu starkes Pressen bei Stuhlgang. Wer beispielsweise über den Bauch den Druck erhöht, füllen sich die Hämorridalgefäße schneller und weiter und können anschließend schlechter abfließen. Auch langes Sitzen auf der Schüssel sollte vermieden werden. «Liegt jedoch bereits ein Hämorridalleiden vor, sollten Betroffene besonders auf sorgfältige Hygiene im Analbereich achten, um wunde Stellen und Entzündungen zu vermeiden», rät Hillejan.

Hämorriden betreffen nur ältere Menschen: Natürlich liegt der Anteil der Betroffenen bei der über 50-jährigen Bevölkerung nachweislich höher, jedoch können auch junge Menschen an Hämorriden erkranken. Beispielsweise, wer sich einseitig ernährt, nicht bewegt oder starkes Übergewicht hat.

Abführmittel beugen dem Leiden vor: Zwar wirken Abführmittel einem harten Stuhl und damit der Hauptursache für das Leiden entgegen. Sie stören aber über einen längeren Zeitraum eingenommen die Darmfunktion. Auch der Schließmuskel ist betroffen. «So kann die regelmäßige Einnahme zu einem Erschlaffen des Muskels und sogar zu einer Darminkontinenz führen», warnt Professor Hillejan.

Hämorriden erkennen Betroffene immer an Blutspuren im Stuhl: Da ist es meist schon zu spät. Erste Anzeichen sind in der Juckreiz und Brennen im Bereich der Analhaut. Sind die Hämorriden schon stark vergrößert, kann es zudem zu Blutungen kommen. Sie alleine stellen jedoch noch kein eindeutiges Indiz für eine Erkrankung dar. In jedem Fall sollten Betroffene zur genaueren Diagnose einen Facharzt aufsuchen.

Die Behandlung der Hämorriden ist schmerzhaft und aufwendig: Früher ja, heute nicht mehr. Neueste medizinische Therapien wie etwa die Laserhämorrhoidoplastie sorgen für eine ambulante und schmerzarme Lösung. «Hierbei führe ich die Lasersonde in das Schleimhautpolster ein und verschließe die erweiterte Hämorridalarterie durch gezielte Wärmeabgabe», erklärt Hillejan. In der Folge sinkt der Druck und die erweiterten Gefäße bilden sich von alleine zurück. Kurz nach dem Eingriff, der weniger als eine halbe Stunde dauert, können die Patienten in ihren Alltag zurückkehren.

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loc/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • kazz
  • Kommentar 2
  • 01.02.2013 14:31
Antwort auf Kommentar 1

Also, das ist echter Quatsch. Ich bin auch mit einem Laser behandelt worden und das war weder schmerzhaft noch aufwendig. Nein- ich bin nicht privat versichert. Sicher macht es keinen Sinn heute noch einen Arzt aufzusuchen, der hier ein Scalpell ansetzt.

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  • p697
  • Kommentar 1
  • 22.01.2013 20:02

So ein Scheiss......Laser kriegt ja wohl nicht jeder in den Hintern......gewoehnlich Versicherte bekommen ein Messer(Skalpell )in die Oeffnung.

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