Lebensmittelreklame Ein paar Werbelügen weniger

Eisen ist gut für den Haarwuchs, Calcium unerlässlich für gesunde Knochen: Werbung dieser Art ist künftig nicht mehr erlaubt. Zumindest solange ein wissenschaftlicher Nachweis fehlt.

«So wichtig wie das tägliche Glas Milch!» Mit solchen Werbeslogans auf Lebensmitteln ist bald Schluss. (Foto)
«So wichtig wie das tägliche Glas Milch!» Mit solchen Werbeslogans auf Lebensmitteln ist bald Schluss. Bild: dapd

Ab Mitte Dezember darf ein Produkt nur dann noch als für die Gesundheit «förderlich beworben werden, wenn die Angaben zuvor ein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen haben. Am 14. Dezember endet eine Übergangsfrist, in der Angaben zugelassen waren wie beispielsweise: «Eisen trägt zu einer Reduktion übermäßigen Haarausfalls bei.»

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sagte: «Verbraucher müssen sich auf gesundheitsbezogene Angaben verlassen können: Was auf der Verpackung steht, muss auch stimmen.» Erlaubt sind künftig Angaben wie: «Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen benötigt» oder «Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei».

Gesundheitsbezogene Angaben auf Lebensmitteln sind nun ab Mitte Dezember grundsätzlich verboten, es sei denn, sie sind von der Europäischen Kommission zugelassen. Voraussetzung für diese Zulassung ist der wissenschaftliche Nachweis der behaupteten Wirkung und eine positive Bewertung dieses Nachweises durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Die Liste, die ständig erweitert wird, enthält bislang 500 Hauptangaben, die wiederum zu den 222 nun zugelassenen Angaben zusammengefasst wurden. Noch steht nach Angaben des Ministeriums die Prüfung von rund 2000 Angaben zu pflanzlichen Stoffen sowie zu etwa 200 anderen Stoffen aus, unter anderem zu verschiedenen Mikroorganismen.

Aktuell hat der Bundesgerichtshof den Slogan «So wichtig wie das tägliche Glas Milch!» für einen Fruchtquark für unzulässig erklärt (Az. I ZR 36/11). Lediglich die EU könnte den Werbespruch noch genehmigen lassen.

ham/news.de/dapd/dpa

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