Lesertelefon Epilepsie
Ohne Anfälle und Vorurteile leben

Epilepsie ist eine Erkrankung des Nervensystems - und keine Geisteskrankheit. Doch das Vorurteil hält sich hartnäckig. Die Betroffenen stellt das vor große Herausforderungen. In unserem Lesertelefon hatten Experten guten Rat zu den medizinischen und sozialen Fragen rund um das Leben mit Epilepsie.

Ein beschwerdefreies Leben mit Epilepsie ist schwierig, aber möglich. Wie, das erfahren Sie in unserem Lesertelefon. Bild: dapd

Was passiert während eines epileptischen Anfalls im Gehirn?

Dr. Lothar Burghaus: Normalerweise ist die Tätigkeit der Nervenzellen des Gehirns durch elektrische und chemische Signale genau aufeinander abgestimmt. Dieses Gleichgewicht ist während eines epileptischen Anfalls zeitweilig gestört: Viele Nervenzellen entladen sich plötzlich gleichzeitig. Die Entladungen breiten sich im Gehirn aus und reizen auf unnatürliche Weise einzelne Hirngebiete oder das ganze Gehirn.

Verlieren alle Betroffenen während eines epileptischen Anfalls das Bewusstsein?

Burghaus: Nein, epileptische Anfälle können ganz unterschiedlich ablaufen – je nachdem, in welchem Bereich des Gehirns sie auftreten. Grundsätzlich werden sogenannte fokale und generalisierte Anfälle unterschieden. Generalisierte Anfälle betreffen von Anfang an das gesamte Gehirn und gehen meist mit einem kompletten Bewusstseinsverlust einher. Fokale Anfälle ereignen sich in einer genau umschriebenen Hirnregion. Bei einfach fokalen Anfällen bleibt der Betroffene in der Regel bei Bewusstsein, bei komplex fokalen Anfällen kann es getrübt sein.

Kündigt sich ein Anfall an – oder kann er mich jederzeit unvermittelt treffen?

Anja Zeipelt: Meistens ereignen sich epileptische Anfälle wie der sprichwörtliche Blitz aus heiterem Himmel. Manche Patienten sind allerdings in der Lage, einen nahenden Anfall wahrzunehmen. Diese Vorahnungen sind jedoch ebenso unterschiedlich wie die individuelle Ausprägung der Erkrankung.

Ich bin Epilepsiepatient – wie gestalte ich meinen Alltag epilepsiegerecht?

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