Lesertelefon Epilepsie Gewitterwarnung richtig einschätzen

Epileptische Anfälle fühlen sich im Gehirn wie heftige Unwetter an: Nervenzellen entladen sich unbewusst und ungezielt. (Foto)
Epileptische Anfälle fühlen sich im Gehirn wie heftige Unwetter an: Nervenzellen entladen sich unbewusst und ungezielt. Bild: dpa

Was haben Dostojewskij, Michelangelo, Cäsar und Händel gemeinsam? Sie alle litten an Epilepsie – ein Schicksal, das hierzulande rund 750.000 Menschen teilen. Wie die Krankheit zu behandeln ist, und ob ein normales Leben möglich ist, erfahren Sie an unserem Lesertelefon.

Epilepsie-Patienten haben bis heute mit Vorurteilen und Ablehnung zu kämpfen: Viele Menschen missverstehen die Erkrankung des Nervensystems als Geisteskrankheit - und stigmatisieren so die Betroffenen. Der selbstbewusste Umgang mit der Erkrankung ist eine Herausforderung für jeden Menschen mit Epilepsie. Bei der Kontrolle der Anfälle helfen moderne Medikamente - dank ihnen kann heute ein Großteil der Erkrankten anfallsfrei leben.

Eine Krankheit, viele Gesichter

Jeder Patient hat seine eigene Epilepsie, denn Ursachen und Ausprägung des Anfallsleidens können ganz unterschiedlich sein. Zu den bekannten Ursachen epileptischer Anfälle zählen altersbedingte Durchblutungsstörungen des Gehirns und Schädigungen infolge von Unfällen oder Erkrankungen.

In den meisten Fällen ist der Grund für die plötzliche Entladung der Nervenzellen im Gehirn aber unbekannt. Das Spektrum der Anfälle reicht von kurzen Abwesenheitszuständen, auch Absencen genannt, bis hin zu schweren Attacken, die Grand-Mal-Anfälle heißen: Die Betroffenen verlieren das Bewusstsein, der gesamte Körper wird von Krämpfen geschüttelt, die Atmung kann stocken und es kann sich Schaum vor dem Mund bilden.

Epilepsie als Herausforderung

Rund 70 Prozent der Epilepsie-Patienten können dank moderner Medikamente anfallsfrei leben. Voraussetzung für eine optimale Therapie ist die gründliche Diagnostik und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Neurologen. Neben der regelmäßigen Einnahme der verordneten Anti-Epileptika trägt das eigene Verhalten zum Therapieerfolg bei: regelmäßiger Schlaf, mäßiger Alkoholkonsum und anfallauslösende Situationen zu meiden ist für Menschen mit Epilepsie besonders wichtig. Die genaue Kenntnis der eigenen Erkrankung hilft beim Umgang am Arbeitsplatz, unter Freunden und in der Freizeitgestaltung.

Kompetenter und kostenfreier Expertenrat

Ich bekomme seit längerer Zeit das gleiche Medikament, die Anfälle treten seither seltener auf, waren aber nie ganz weg. Lohnt es sich, eine andere Behandlung auszuprobieren? Wann kommt eine Operation infrage? Was genau ist die Vagusnerv-Stimulation? Muss ich meinen Arbeitgeber über meine Epilepsie informieren? Können Epilepsiepatienten alle Sportarten betreiben? Wie finde ich einen auf Epilepsie spezialisierten Neurologen in meiner Nähe?

Diese und alle weiteren Fragen zum Thema beantworten die Experten kompetent und kostenfrei an unserem Lesertelefon. Sie sind am Donnerstag, 22. November, von 10 bis 15 Uhr unter der gebührenfreien Hotline (0800) 533 22 11 zu erreichen.

Die Experten am Telefon: Dr. Lothar Burghaus, Facharzt für Neurologie, Universitätsklinik Köln; Anja Daniel-Zeipelt, Epilepsie-Patientenbotschafterin, Leun bei Wetzlar.

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sca/ham/news.de/pr.nrw

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Norgat Calsin Borda
  • Kommentar 1
  • 21.11.2012 17:57

Es ist nachvollziehbar, dass Laien, die einen Grand-Mal-Anfall einer Person mitbekommen, erschrecken. Sind auch die Krämpfe nach ca. 3 Minuten vorbei, kann es bis zu 20 Minuten dauern, bis die Person sich wieder bewusst ist, was sie tut.. Laien halten das oft unsinnige Verhalten für Schiziphrenie, was jedoch Quatsch ist. Ist. Ist ein solcher Anfall beendet, ist auch alles wieder "in Ordnung". Ich, eine Epileptikerin, weiß wieder genau wer sie ist. Notfalldienste sind leider überwiegend bisher inkompetent aufgetreten, beleidigend und drohend (mit Polizei).

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