Sterilisation beim Mann Ein befreiender Einschnitt

Verhütungsmethoden
Spaß im Bett ohne kinderreiche Folgen

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Familienplanung schon abgeschlossen? Um nicht weiter mit Pille oder Kondomen verhüten zu müssen, gehen Männer zum Äußersten über und lassen sich sterilisieren. Auch wenn die Vasektomie eine der sichersten Methoden ist, so gibt es noch große Vorbehalte beim starken Geschlecht.

Die Sterilisation als Angriff auf die Männlichkeit. Und die Lust geht flöten: Ein Irrglaube, der sich bis heute in manchen Männerköpfen festgesetzt hat. Obwohl die Vasektomie eine der sichersten Methoden ist, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, entscheiden sich nach wie vor relativ wenige Männer für den Eingriff.

Einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes zufolge liegt diese Verhütungsmethode nur auf Platz fünf. Die Statistik führt die Pille an - gefolgt von Kondomen und der Spirale. Auf Platz vier hingegen rangiert die Sterilisation der Frau, die im Vergleich zur Vasektomie deutlich aufwendiger und gefährlicher ist.

Diese unberechtigte Angst wollen Ärzte nun den Männern nehmen. «Diese Bedenken sind absolut unnötig», stellt Dr. Reinhold Schaefer klar. Der Urologe ist Ärztlicher Geschäftsführer der Uro-GmbH Nordrhein, einem Zusammenschluss von niedergelassenen Urologen.

Bei der Sterilisation würden, so erklärt der Experte, lediglich die Samenleiter durchtrennt. Das heißt: Die Spermien sind weg, die Samenflüssigkeit bleibt. «Es findet aber nach wie vor eine Ejakulation statt», betont Schaefer. «Auch die Lust auf Sex, Erektion und jede andere Form der körperlichen Entfaltung bleiben erhalten.»

Nach einer halben Stunde ist alles vorbei

Nicht einmal der Eingriff selbst sei bei nüchterner Betrachtung der Rede wert: In der Regel führten Urologen diesen ambulant mit örtlicher Betäubung durch. Bereits nach einer halben Stunde könnten die Patienten wieder nach Hause und müssten sich allenfalls zwei bis drei Tage etwas schonen. Und Schaefer beruhigt: «Schwere Komplikationen kommen so gut wie nicht vor.» In seltensten Fällen treten Blutergüsse oder leichte Wundinfektionen auf, die sich aber gut behandeln lassen und schnell wieder abklingen.

Vielmehr sollten sich die Männer grundlegende Gedanken vor dem Eingriff machen. Denn dieser ist auf eine dauerhafte Unfruchtbarkeit ausgelegt. Deshalb sollte Mann seine persönliche Ausgangslage berücksichtigen - beispielsweise, ob eine neue Partnerin ins Leben tritt, die Kinder haben will oder ein späterer Kinderwunsch auftritt.

Zwar könnte man laut Schaefer die Sterilisation theoretisch rückgängig machen. Das heißt, den durchtrennten Samenleiter mikrochirurgisch wieder zusammenflicken. Je länger die Sterilisation zurückliegt, desto geringer seien allerdings die Chancen, die volle Fruchtbarkeit wieder herzustellen.

Der Druck fällt ab

Zudem kommt es gelegentlich vor, dass Männer nach der Sterilisation unter Erektionsstörungen leiden. «Diese gehen aber allein auf die seelische Verarbeitung des Eingriffs zurück und haben nichts mit der Operation an sich zu tun», beruhigt der Urologe. Einer Studie zufolge beurteilen die Mehrheit der Männer ihre Lebensqualität und ihr Sexualleben vier Jahre nach dem Eingriff als unverändert oder sogar besser. Begründung: Weil die Angst vor unerwünschten Schwangerschaften wegfällt und sich die körperliche Lust frei entfalten kann.

Einziger Wermutstropfen der Operation: Die Patienten müssen den Eingriff seit 2004 aus der eigenen Tasche bezahlen. Im Schnitt können Kosten von rund 400 Euro entstehen. Nur wenn eine Sterilisation aus Krankheitsgründen notwendig wird, zahlt die Krankenkasse.

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boi/news.de

Leserkommentare (8) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 8
  • 08.12.2012 10:34
Antwort auf Kommentar 7

Es waren 50 000 Ampullen die von 2008-2011 ilegal bezogen wurden .

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  • Ralf
  • Kommentar 7
  • 06.12.2012 17:00

Eine Verhütungsspritze kommt auch nicht zu Einsatz dann mehr.Eine Arzthelferin hatte ja einen Briefkasten in der Tschei ,da konnte bestellt werden über einen 33 jährigen Tschechen .

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  • Kerstin
  • Kommentar 6
  • 28.11.2012 03:27

Na Herr Schloder, haben Sie auch den goldenen Schnitt gewagt? Vom Alter her können Sie aber nicht mehr bei den Wiener Sängerknaben eintreten.

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