Tag des Raucherhustens Mit jedem Zug dem Tod entgegen

Glimmstengel ade
Die zehn besten Gründe Nichtraucher zu werden

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Trotz der Gesundheitsrisiken wird in Deutschland munter weiter geraucht. Bis die Folgen zu spät erkannt werden. Eine davon ist COPD - verharmlost als Raucherhusten bekannt. Durch die Lungenerkrankung vergiftet der Körper mit jedem Atemzug mehr und mehr. Bis der Tod unausweichlich ist.

So harmlos Raucherhusten auch klingen mag, so tödlich ist er in der Realität: Nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde (WHO) gilt die Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) derzeit als vierthäufigste Todesursache. Ab dem Jahr 2020 wird Schätzungen zufolge jeder dritte krankheitsbedingte Todesfall darauf zurückzuführen sein.

Bereits jetzt sterben mehr Deutsche an der Lungenkrankheit als an Lungen- und Brustkrebs zusammengerechnet, wie der Bundesverband der Lungenärzte einschätzt. In der Bundesrepublik sind aktuell etwa sieben Millionen Erwachsene von der Krankheit betroffen. Weltweit kämpfen mehr als 200 Millionen Menschen dagegen an.

Das Paradoxe: Obwohl die Folgen jahrelangen Tabakkonsums als Volkskrankheit einzustufen sind, können die Raucher die Ausmaße der schleichenden Erkrankung noch immer nicht richtig einschätzen. Und verharmlosen die ersten Anzeichen. Denn: Je später die Lungenschädigung erkannt wird, umso gravierender sind die Auswirkungen.

Weltnichtrauchertag
Schoko-Zigaretten und brennende Nikotinpflaster

Anlässlich des heutigen Welt-COPD-Tags gibt es von Gesundheitsverbänden daher einen mehr als dringlichen Appell: «Etwa 90 Prozent aller COPD-Erkrankungen sind auf Tabakkonsum zurückzuführen. Der wichtigste Schritt zur Vorbeugung und Behandlung ist ein konsequenter Rauchstopp», erklärt Professor Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Denn dadurch ließen sich nicht nur die Symptome lindern und der Krankheitsverlauf verlangsamen. «Ein Rauchstopp schützt auch die Angehörigen vor den schädlichen Folgen des Passivrauchens», fügt Pott hinzu. Denn Nichtraucher, die mit einem rauchenden Partner leben, hätten ein um 25 Prozent höheres Risiko, an einer COPD zu erkranken und daran zu sterben.

Der Körper im Teufelskreis

Der Krankheitsverlauf ist schleichend: Chronisch entzündete Bronchien schränken die Atmung stark ein. Durch das zerstörte Lungengewebe kommt weder genug Sauerstoff ins Blut, noch wird ausreichend Kohlenstoffdioxid ausgeatmet. Der Sauerstoffgehalt nimmt permanent ab. Um die Organe jedoch mit genügend Sauerstoff zu versorgen, muss das Herz immer schneller schlagen. Dabei vergrößert es sich, was unter Umständen zu Herzstillstand und Funktionsstörungen der verschiedensten Organen führen kann.

Das Problem: Die Patienten spüren die Erkrankung oft erst in fortgeschrittenem Stadium. Dabei wäre sie leicht bei den ersten Symptomen zu erkennen. Wenn man sie nicht verharmlosen würde. Experten sprechen hier von den sogenannten AHA-Symptomen: Klagt der Patient über Auswurf, Husten und Atemnot, ist der Besuch beim Arzt unausweichlich. Zwar ist eine COPD nicht heilbar, jedoch behandelbar.

Ansonsten droht im schweren Stadium ein Leben, in dem ein Beatmungsgerät zum ständigen Begleiter wird. Wie bei Jens Lingemann, der mit verbliebenen 15 Prozent Lungenfunktion ohne den Sauerstoffspender nicht überleben würde. Wie stark sein Alltag eingeschränkt ist, lesen Sie hier.

 

Sind Sie schon Fan von news.de auf Facebook? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig

COPD-Tag 2012: Bei ersten Anzeichen von Raucherhusten sofort zum Arzt » Gesundheit » Ratgeber

URL : http://www.news.de/gesundheit/855365414/copd-tag-2012-bei-ersten-anzeichen-von-raucherhusten-sofort-zum-arzt/1/

Schlagworte: