Lebensmittelfallen Das steckt hinter Low-Fat und Co.

Spätestens zu Beginn des Jahres machen sich die kulinarischen Sünden der Weihnachtszeit auf den Hüften bemerkbar. Wer seine schlanke Linie nach Plätzchengenuss und Gänsebraten schnell wieder loswerden will, stößt im Brotregal auf die neueste Geheimwaffe gegen überflüssige Pfunde.

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Eiweißbrot heißt das angebliche Zaubermittel, das anstelle böser Kohlehydrate eine Menge pflanzliches Eiweiß enthält und so der Bikinifigur auf die Sprünge hilft. Doch was taugen Eiweißbrot, Low-Fat-Produkte und Co. tatsächlich?

Ernährungsexperten sind skeptisch, wenn es darum geht, das Potenzial von Eiweißbrot einzuschätzen. Denn einige Backwaren enthalten zwar mehr Eiweiß als ein herkömmliches Mischbrot - dafür aber auch mehr Kalorien, so die Ökotrophologin Kathi Dittrich vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) in Wettenberg bei Gießen. Neben dem hohen Eiweißgehalt bewerben die Hersteller auch den ungewöhnlich geringen Anteil an Kohlenhydraten.

Trenddiät Low Carb boomt auch in Deutschland

Nicht nur Diäterfahrene wissen: Kohlenhydrate gelten als Feind Nummer eins jeder schlanken Linie. Kein Wunder, dass die sogenannte Low-Carb-Diät immer mehr Anhänger findet: Vor allem abends sollten dabei Kohlenhydrate gemieden und durch Salat, Fisch, Ei und Fleisch ersetzt werden. Das Eiweiß- oder Proteinbrot ist nach Dittrichs Einschätzung höchstens im Rahmen einer solchen Ernährung sinnvoll. «Aber wenn man abends einfach nur das normale Brot durch Eiweißbrot ersetzt und sonst isst wie bisher, wird man sicher nicht abnehmen.»

Selbst als Bestandteil der Low-Carb-Diät hat Eiweißbrot so seine Tücken - denn das trendige Gebäck sättigt weniger nachhaltig als sein Vettern Misch- und Vollkornbrot. «Aber wenn man davon vier oder fünf Scheiben isst, dann ist die Kalorienersparnis auch gleich wieder weg», merkt Dittrich an.

Light-Produkte verleiten zum Schlemmen

Gleiches gilt übrigens auch für Light-Produkte: Wer im Glauben lebt, die fettreduzierten Lebensmittel seien ein Freibrief, sich von Miniportionen zu verabschieden, hat sich ruckzuck die gleiche Kalorienmenge auf den Teller gepackt wie bei herkömmlichen Produkten. Kein Wunder, dass der Hosenbund dann nach wochenlanger Ernährungsumstellung immer noch kneift. Zudem sind oftmals nur Zutaten verringert, die nicht groß ins Gewicht fallen - beispielsweise der Zuckeranteil in Fleischsalaten oder Streichwurst.

Achtung, Fettbombe!

Auch ist Eiweißbrot nicht gleich Eiweißbrot. Es gebe Varianten, die mit rund 30 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm kaum weniger haben als zum Beispiel normales Roggen-Vollkornbrot mit knapp 40 Gramm. Diese Brote taugten dann selbst im Rahmen einer Low-Carb-Diät wenig. Andere Produkte enthalten lediglich fünf bis sieben Gramm an Kohlenhydrate - und oftmals gleichzeitig besonders viel Fett. «Denn man muss ja auch diese Kohlenhydrate durch irgendwas ersetzen», erklärt Dittrich. Sesamsamen, Sonnenblumenkerne oder Nüsse leisten das, bringen aber eben viel Fett mit. Das treibt die Gesamtkalorienzahl hoch und erschwert das Abnehmen. Ein normales Roggen-Vollkornbrot habe etwas mehr als ein Gramm Fett, Eiweißbrot rund drei bis zehn Gramm.

«Schädlich ist Eiweißbrot nicht», sagte Dittrich. «Es bleibt halt die Frage, ob es Sinn macht.» Zwar sei das vermeintliche Diätgebäck im Geschmack angenehm, allerdings kostet Eiweißbrot deutlich mehr als der schnöde Laib Durchschnittsbrot - stellenweise kann der Preis sogar doppelt so hoch sein. Eines nimmt dann ganz bestimmt dank Eiweißbrot ab: der Inhalt der eigenen Geldbörse.

loc/news.de/dpa

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Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • annette
  • Kommentar 4
  • 09.02.2013 08:26

Wer wirklich schnell & gesund abnehmen möchte, schaue sich das hier an www.abnehm-geheimnis.de damit hab ich‘s auch geschafft abzunehmen, ganze 17kg in nur 3 Monaten! Einfach selber anschauen! Es ist unglaubliches Gefühl, wieder so schlank zu sein wie früher! PS: Lautsprecher anmachen!

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  • Karl-Heinz Kasch
  • Kommentar 3
  • 19.01.2013 14:31
Antwort auf Kommentar 2

Gratuliere!Endlich mal einer,der diesen ganzen Schwindel durchschaut!Nur Werbehörige glauben diesen ganzen Mist.Erst war Nikotin das "Böse",danach der Alkohol,dann kam das Fett,jetzt kommt der Zucker,... welche Sau wird als nächstes durch`s Dorf gejagt?Niemand weist aber auf die katastrophalen Folgen von Suessstoff, "Light-Produkten",Gentechnik,Zusatzstotte(E-Nr.),Ersatzstoffen und ähnlichen chemischen Mist hin.Haben diese Leute ihren Schrott schon mal selbst gegessen? Ich "muss" von meinem Nachbarn (ungesundes!) Fleisch, (selbst gemachte, ungesunde!) Wurst und Speck, echte Eier,... essen.

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  • langenbaph
  • Kommentar 2
  • 18.01.2013 22:16

Bei solchen Preisträgern für die dickste Werbelüge esse ich weiterhin Fleischsalat, Würstchen und Pommes mit Mayo, trinke alkoholhaltiges Bier und ... trete nur noch im Anzug mit Weste auf. Und immer daran denken: Zucker ist gerade total Hipp!

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