Metabolisches Syndrom Der Tod kommt schleichend

Dickes Deutschland
Zahlen mit Gewicht
Altersgruppen (Foto) Zur Fotostrecke

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder
Auch wenn die Todesursache bei Dirk Bach noch nicht abschließend geklärt ist, so lassen Meldungen auf Herzprobleme schließen. Der stark übergewichtige Entertainer ist ein trauriges Beispiel, wie das Metabolische Syndrom enden kann. Denn der Tod kommt schleichend.

Auch wenn Dirk Bach als Entertainer die Nation mit seinem Humor spaltete, mit seiner fülligen Erscheinung repräsentierte er mittlerweile einen besorgniserregenden Trend in Deutschland: 66 Prozent aller Männer und mehr als die Hälfte aller Frauen sind übergewichtig - jeder fünfte Bundesbürger ist sogar stark übergewichtig, also adipös.

Die Entwicklung macht auch vor dem Nachwuchs nicht halt: In Deutschland sind bereits 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig. Und mehr als sechs Prozent davon richtig fett.

Kein Wunder, dass das dicke Problem mittlerweile jede ärztliche Fachrichtung beschäftigt. Und alle auf den Plan ruft, dagegen vorzugehen. So war es auch zentrales Thema auf dem gerade zu Ende gegangenen Urologenkongress in Leipzig. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft der Urologie (DGU), Professor Stefan Müller, zeigte sich in seiner Einführung Mal schockiert angesichts der Anzahl von Übergewichtigen, die er am Tagungswochenende in der Stadt sah.

Auch aus der Praxis erzählte der Tagungspräsident und brachte es mit einem plastischen Beispiel auf dem Punkt. Als sich ein Patient mit rund 120 Kilogramm Gewicht Sorgen um seinen Prostata-Krebs machte, meinte Müller nur: Der Tumor werde ihn nicht umbringen, vielmehr sollte er auf seinen Diabetes achten, der das übernehmen werde.

Mediziner sprechen vom «schleichenden Killer» oder auch vom «Quartett des Todes»: Das metabolische Syndrom umfasst die Probleme Übergewicht und die daraus resultierenden Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und ungünstige Blutfettwerte.

Übergewicht beschäftigt zunehmend auch die Urologen

Die Experten haben vor allem den zunehmenden Bauchumfang und weniger den Body-Mass-Index (BMI) im Visier. Denn dieser ist ein eindeutiger Risikofaktor und beschäftigt auch immer stärker die Urologen. Vor allem Prostata-Krebs wird mit Übergewicht in Verbindung gebracht, da zu viele Pfunde den Hormonhaushalt beeinflussen und negativ verändern.

Wie sich das unabhängig vom Geschlecht auswirkt, schildert Professor Müller eindrucksvoll: «Eine Gewichtsreduktion von zehn Kilogramm kann beispielsweise das Risiko, an einem Brust-, Gebärmutterschleimhaut- oder Darmkrebs zu erkranken, um bis zu 40 Prozent reduzieren.»

Übergewicht
Ausreden bis die Schwarte kracht
Ausreden bis die Schwarte kracht (Foto) Zur Fotostrecke

Auch das Liebesleben wird durch starkes Übergewicht schlichtweg erdrückt. Liegen Erektionsstörungen oder Testosteronmangel vor, ist dies für den Urologen ein eindeutiges Zeichen, dass der Patient abspecken muss. Denn Herzinfarkt und Impotenz haben identische Risikofaktoren.

Wenn nicht, kann es schnell vorbei sein. Denn der mit dem Metabolischen Syndrom oft verbundene Diabetes schraubt die Lebenserwartung auch deutlich nach unten. «Ist das persönliche Risiko ,einen Diabetes zu entwickeln, höher als zehn Prozent, verkürzt sich die Lebenserwartung um 13 Jahre», erklärt der DGU-Präsident.

Diabetesrisiko steigt um 80 Prozent

Umso stärker rückt die Prävention in den Fokus: Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Nikotin- und Alkoholverzicht sowie Normalgewicht seien Müller zufolge die Garanten für ein gesundes und langes Leben. «Jemand, der diese Punkte nicht erfüllt, hat ein mehr als 80 Prozent höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken», erklärt der Urologe. Umgekehrt könne jeder einzelne der Faktoren das Diabetesrisiko um rund 30 Prozent senken.

Mit Blick auf die Zukunft gelte es Müller zufolge, vor allem junge Männer in der Prävention zu unterstützen. Während Mädchen und junge Frauen schon selbstverständlich zum Frauenarzt gehen, wollen die Urologen eine Jungensprechstunde an den Mann bringen. «Wer, wenn nicht wir, sollte ihm erklären, dass das Metabolische Syndrom ihm frühzeitig die Potenz raubt und das Leben verkürzt», ist Müller überzeugt.

Promis mit Übergewicht
Dick im Geschäft
Tine Wittler (Foto) Zur Fotostrecke

Sind Sie schon Fan von news.de auf Facebook? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • K.Mallwitz
  • Kommentar 6
  • 27.11.2012 19:07
Antwort auf Kommentar 4

Hallo heinrich. Gut gemeinter Rat. Wenn ich ihn umsetzen könnte würde ich das auch tun. Mein Problem ist meine Gesundheit. Habe Fructoseintoleranz und muß wegen Schlaganfall Marcumar nehmen. Somit darf ich nicht alles essen. Und das ist der grund für eine Ernährungsberatung. Wenn ich einmal weiß was ich noch alles essen darf , dann sieht die Geschichte anders aus. Und das mit dem laufen ist auch so eine Sache. Ich renne den ganzen Tag. Muß ständig rauf und runter im Haus. Und nicht mal nur ein zweinmal. Also gegen Sport habe ich nichts. Nur bleibe ich seit Jahren auf dem Gewicht stehen.

Kommentar melden
  • Marie-Theres Hermann
  • Kommentar 5
  • 17.10.2012 22:51
Antwort auf Kommentar 2

bitte mal METABOLIC BALANCE googlen. eine seehr gute ernaehrungsumstellung zum gesunden abnehmen , und auch eine tolle ernaehrung fuers ganze leben.

Kommentar melden
  • heinrichIV
  • Kommentar 4
  • 04.10.2012 21:31

Kornelia Mallwitz, leider wurde mein Kommentar 1 wieder mal gelöscht von einem Deppen. Also, Du brauchtst keinen Berater wegen Übergewicht. Lauf einfach TÄGLICH 3-5 km zügig auf Waldwegen und esse anstatt Fleisch, viel Gemüse. Dann purzeln Deine Pfunde garantiert. Zügig laufen kostet nichts und mit Gemüse sparst Du zusätzlich Geld. So einfach ist die Lösung. Da brauchst Du keine Gesundheitsberater mehr. Sei Dein eigener Chef und Berater.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig