Magen-Darm-Grippe So schützen Sie sich vor Noroviren

Lebensmittelskandale
Der arme Verbraucher

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Der Fall von verunreinigtem Schulessen, in dem offensichtlich Noroviren nachgewiesen worden sind, macht eines deutlich: Schon wenige Erreger reichen, um eine Epidemie an Magen-Darm-Infektionen auszulösen. News.de gibt Tipps, wie Sie sich vor den üblen Viren schützen können.

Der Norovirus - ein winziger Erreger, der ganze Schulen, Kindergärten oder Altenheime lahm legen kann. Das Gefährliche daran: seine Hartnäckigkeit. Noroviren hält sich beispielsweise auf Handtüchern, Türklinken, Wasserhähnen oder Toilettensitzen. Stecken die Erreger in Lebensmitteln - so wie im aktuellen Fall aus Saalfeld - können sie auch im gekühlten Essen überdauern. Und überstehen beim Erhitzen sogar Temperaturen von bis zu 60 Grad für einige Minuten. Noch schlimmer: Scheidet ein Infizierter Kot aus, kann der Erreger zwei Wochen darin überleben.

Weniger als zehn Erreger genügen, um eine Magen-Darm-Infektion auszulösen. Die Krankheit ist zwar mehr als unangenehm, aber in den wenigsten Fällen lebensbedrohlich. Besondere Vorsicht muss aber bei Kindern und Senioren gelten: Bei ihnen besteht die Gefahr, durch den Brechdurchfall zu dehydrieren, also bedenklich viel Flüssigkeit zu verlieren.

Was sind die Symptome?

Häufig kann die Diagnose schon aufgrund des typischen Verlaufs und der Symptome vermutet werden. Wenige Stunden nach der Infektion treten bei den Betroffenen Übelkeit, starkes Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfälle auf. Ebenso fühlen sie sich schwindelig und hundselend. Dazu kommen leichtes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

In der Regel dauert die akute Phase bis zu drei Tage. Normalerweise heilt die Erkrankung folgenlos wieder aus. Aber: Gewappnet gegenüber zukünftigen Virenattacken ist man nicht, da der Körper keine Immunität gegen den Erreger aufbaut. Es gibt auch keine Impfung dagegen. Und Medikamente sowieso nicht. Es bleibt nur die Möglichkeit, die Leiden zu lindern.

Das hilft im Akutfall

Wem im wahrsten Sinne des Wortes speiübel zumute ist, der denkt bestimmt nicht daran, zu trinken. Doch das muss sein, denn durch die Durchfälle und das Erbrechen verliert der Körper reichlich Wasser und Elektrolyte. Am besten sind Saftschorlen, Brühe oder Tee mit etwas Zucker und Salz, die die Verluste ausgleichen. In der Apotheke werden auch spezielle Elektrolyt-Lösungen angeboten, die mit Wasser vermischt werden.

Zudem sollten Betroffene versuchen, leicht verdauliche Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, um bei Kräften zu bleiben. Dazu gehören etwa Weißbrot oder Zwieback. Sie helfen der angegriffenen Darmschleimhaut, sich wieder zu regenerieren. Um den Verlust von Mineralien auszugleichen, eignen sich auch Salzstangen.

Darauf sollten Sie achten

Seit 2001 besteht bei einer Infektion mit Noroviren Meldepflicht beim Gesundheitsamt. Krankenhäuser oder Seniorenheime müssen informieren, wenn sich akute Magen-Darm-Infektionen häufen. Damit die Krankheit nicht schnell übergreift, gibt es gesetzliche Vorschriften, die unbedingt einzuhalten sind.

Wer mit Lebensmittel arbeitet, muss bis mindestens zwei Tage nach dem Abklingen der Krankheit vom Dienst freigestellt werden. Es besteht die Gefahr, dass Speisen kontaminiert werden und für einen weiteren Ausbruch sorgen können. Das gilt auch für andere Mitarbeiter in Gemeinschaftseinrichtungen. Da der Erreger so hartnäckig ist, sollten Betroffene mindestens zwei Wochen lang darauf achten, regelmäßig die Hände zu desinfizieren. Bei Kindern unter sechs Jahren gilt: Sie dürfen erst wieder in den Kindergarten, wenn die Beschwerden seit zwei Tagen weg sind.

Die Hygiene ist entscheidend

Um die Ansteckungsgefahr im eigenen Haushalt so niedrig wie möglich zu halten, sollten Sie folgende Tipps beachten: Das Wichtigste ist die Handhygiene. Das bedeutet, nach jedem Toilettenbesuch, vor dem Essen und vor dem Griff zur Zigarette bei Rauchern die Hände gründlich zu waschen.

Bei Lebensmitteln gilt besondere Vorsicht - erst recht, wenn sie roh gegessen werden. Sie müssen sorgfältig abgewaschen werden. Besser ist es jedoch, Speisen gründlich durchzugaren, da die Erreger Temperaturen von bis zu 60 Grad aushalten.

Wer einen Betroffenen zu Hause pflegt, sollte darauf achten, nicht gemeinsam Gegenstände wie Bettzeug, Handtücher und Pflegeprodukte zu verwenden. Wenn möglich, sollten getrennte Toiletten benutzt werden.

Alle Textilien, die der Patient verwendet, sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Bei empfindlichen Kleidungsstücken reichen desinfizierende Reiniger, um auch bei niedrigeren Temperaturen die Erreger auszuschalten. Beim Reinigen von kontaminierten Flächen haben sich zudem Mittel auf Chlorbasis bewährt, die am besten mit Einwegtüchern verwendet werden, die man danach gleich wegwerfen sollte.

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ham/news.de

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