Brustvergrößerung Praller Busen bekommt sein Fett ab

Nach dem Skandal um minderwertige Brustimplantate Anfang des Jahres sind viele Frauen verunsichert, sich ihre Brüste mit Silikon vergrößern zu lassen. Wer dennoch eine pralle Oberweite will, findet in der Behandlung mit Eigenfett eine erfolgreiche Alternative. Die Nachfrage steigt.

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Es muss nicht immer Silikon sein: Frauen können bei einer Brustvergrößerung auf Alternativen zurückgreifen, wenn sie wegen des Skandals um Billigimplantate verunsichert sind. «Seit geraumer Zeit in der Diskussion ist die Eigenfettbehandlung», sagt Sven von Saldern, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC).

Brustvergrößerungen sind immer noch der beliebteste schönheitschirurgische Eingriff, hat eine in Berlin vorgestellte Patientenbefragung der DGÄPC ergeben. Dennoch ist die Zahl nach dem Skandal leicht zurückgegangen. Etwa 23 Prozent der Patientinnen ließen sich demnach 2012 ihre Brust vergrößern, im Jahr zuvor waren es noch gut 29 Prozent gewesen.

Bei einer Brustvergrößerung werden in der Regel Silikonpolster oder mit Kochsalz gefüllte Kissen verwendet. Hochwertige Silikonimplantate seien gut erforschte und sichere Medizinprodukte, erklärt von Saldern. Nach dem Skandal in Frankreich werde jetzt sehr viel Augenmerk auf Alternativen gelegt - wie die Vergrößerung mit Eigenfett.

Diese Methode ist jedoch kein Standard in der plastischen Chirurgie. «Sie ist noch nicht so gut erforscht wie die Vergrößerung mit Implantaten», erläutert von Saldern, der das Verfahren selbst etwa zweimal im Monat anwendet und darin ein großes Potenzial sieht. Wichtig sei, dass Fettzellen sehr schonend an Körperstellen entnommen werden, wo sie stören, sich aber durch eine Diät nicht wegbekommen lassen. Das Fett wird abgesaugt. Die Zellen spritzt der Arzt dann vorsichtig rund um die Brustdrüse oder zwischen Brustdrüse und -muskel in den Busen.

Eigenfett birgt aber auch Risiken

Das Gewebe dort müsse gut durchblutet sein, damit sich das Fett an andere Zellen anlagern und einheilen kann, erläutert von Saldern. «Es wird sicher nicht alles anheilen, was wir einspritzen», schränkt er ein. «Aber die Fettzelle, die dort überlebt, überlebt so lange, wie sie in einer anderen Körperregion auch überlebt hätte.» Der Charme der Methode sei, dass das Fett zeitlebens an seiner neuen Stelle bleibt. Schätzungsweise 60 bis 70 Prozent der Fettzellen überstehen die Transplantation.

Dem Mediziner zufolge gibt es jedoch zwei Sorgen bei dieser Operation. So seien Verdichtungen oder Verkalkungen in der Brust möglich, die eventuell bei der Brustkrebsdiagnostik stören. «Ein kompetenter Radiologe kann das aber gut von brustkrebsverdächtigen Veränderungen unterscheiden», meint von Saldern. Allerdings gebe es noch nicht genug Studien zu diesem Thema.

Und zumindest in Tierversuchen habe sich gezeigt, dass Stammzellen, welche im verpflanzten Fettgewebe vorhanden sind, das Wachstum von Tumoren fördern können. Ob das auch beim Menschen so ist, werde unter Wissenschaftlern noch sehr diskutiert. «Es gibt nur eine Langzeitstudie, die über zehn Jahre lief, aber mit etwa 150 Patienten relativ klein ist», erläutert der DGÄPC-Präsident. Die Daten wurden in einer italienischen Klinik erhoben, die häufig Brustrekonstruktionen nach Brustkrebsbehandlungen vornimmt. Von Saldern zufolge zeigte sich, dass nicht mehr neue Tumore auftraten, als zu erwarten war. Er hält das Verfahren daher für relativ unbedenklich.

Das zweite, zeitweise angebotene Verfahren, bei dem der Arzt Hyaluronsäure in den Busen spritzt, sei inzwischen nicht mehr verfügbar, ergänzt der Mediziner. Die Herstellerfirma habe das Mittel zurückgezogen. Der Grund sei die Sorge, dass es bei der Diagnose von Brustkrebs eventuell zu einem falschen Röntgenbefund führen könnte.

sca/ham/news.de/dpa

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Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • SMA
  • Kommentar 3
  • 21.10.2012 12:57
Antwort auf Kommentar 2

Hallo SBK, ich habe mich auch fuer die Brustvergroesserung mit stammzellangereichertem Eigenfett interessiert. Kann ich fragen, wie viel es dich gekostet hat? Mir hat ein Arzt ein Angebot von EUR11k gemacht, incl der Nachsorgekosten, Anaesthesie,Versicherung und Medikamente

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  • SBK
  • Kommentar 2
  • 10.10.2012 11:06

Ich habe die Brust damals mit Eigenfett bei DDr. Heinrich in Wien vergrößern lassen und kann es sehr weiterempfehlen. Er hat es als einer der ersten in Europa angewendet und hat damit jahrelange Erfahrung. Mir ist es einfach lieber gewesen mein eigenes Fett in die Brust gespritzt zu bekommen, als einen Fremdkörper wie Silikon in mir drin zu haben. Wenn man sich wie ich für die Methode mit stammzellangereichertem Eigenfett, die mir von DDr. Heinrich empfohlen wurde, entscheidet, dann verschwindet beinahe nichts vom Volumen.

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  • Der immer seinen Nickname vergißt
  • Kommentar 1
  • 29.09.2012 12:13

Die Frau muss selbst entscheiden, ob eine Brustvergrößerung wirklich notwendig ist. Trotz der defekten Implantate scheint das Silikonkissen immer noch die beste Lösung zu sein (s. z.B. Jessica Simpson) Die Risiken beim Eigenfett sind weitgehend noch unbekannt. Nicht nur das es dem Körper entnommen wird , um es dann wieder einzufügen, eine Absterberate von mind. 30 % finde ich ganz schön heftig. Und hat schon mal jemand gesehen, dass Körperfett so aussieht, wie man es möchte ? Und letztlich : eine (un)freiwillige Diät und schon entleeren sich die Fettzellen; Geld und Schmerzen für nix.

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