Frauen Männer vertrauen seltener auf Akupunktur

München - Männer mögen keine Akupunktur - die alternative Heilmethode wird von Frauen doppelt so oft in Anspruch genommen. Das liegt auch daran, dass Männer Medizin eher als Reparaturbetrieb verstehen. Allerdings ist das männliche Selbstbild im Wandel.

Männer vertrauen seltener auf Akupunktur (Foto)
Männer vertrauen seltener auf Akupunktur Bild: dpa

Männer haben vergleichsweise wenig Vertrauen in Akupunktur. Diese alternative Heilmethode wird von Frauen doppelt so häufig in Anspruch genommen, zeigen Daten der Techniker Krankenkasse fünf Jahre nach Einführung der Akupunktur als Kassenleistung. Die Gründe dafür sind vielfältig. «Einerseits gehen Frauen im Allgemeinen häufiger zum Arzt», sagt Dominik Irnich, Leiter des Fortbildungszentrums der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA). Sie seien aber auch insgesamt offener für alternative Heilverfahren.

Im Umgang mit Krankheiten denken Männer oft eher praktisch. Wenn sie ein Leiden haben, erwarteten sie vom Arzt eine Behandlung an der konkreten, schmerzenden Stelle, ganz nach dem Motto: «Was kaputt ist, muss repariert werden», erklärt Irnich. Frauen ließen sich dagegen leichter auf ein ganzheitliches Verständnis vom Körper ein und auf die Vorstellung, dass beispielsweise eine Nadel im Ohr gegen Rückenschmerzen helfen kann, sagt der Mediziner.

«Aber es findet ein Wandel statt: Immer mehr Männer öffnen sich für alternative Heilmethoden», sagt der Leiter einer interdisziplinären Schmerzambulanz-Abteilung in der Klinik für Anästhesiologie der Universität München. Ein möglicher Grund sei ein verändertes männliches Selbstbild - Männer sehen sich heute weniger als unverletzbare harte Kerle, sondern sind zunehmend bereit, sich von Ärzten helfen zu lassen.

Auch Menschen, denen die Vorstellung Angst macht, sich mit Nadeln behandeln zu lassen, müssen nicht auf Akupunktur verzichten: Die Laserakupunktur und die Akupressur beispielsweise kommen ganz ohne Nadeln aus. «Außerdem können ängstliche Menschen langsam mit dünnen japanischen Nadeln an die Behandlungsmethode herangeführt werden, bevor dann die richtigen Akupunktur-Nadeln zum Einsatz kommen», sagt Irnich.

Die Akupunktur ist Teil der traditionellen chinesischen Medizin. Die Lehre geht davon aus, dass der menschliche Körper von Energiemeridianen durchzogen wird. Auf diesen liegen bestimmte Punkte, an denen durch das Einstechen von Nadeln der Fluss der Energie - des Qi - beeinflusst werden kann. Seit 2007 ist die chinesische Heilmethode zur Behandlung von chronischen Rücken- und Knieschmerzen eine Leistung der Krankenkasse.

news.de/dpa

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