Behandlungsfehler Ärztepfusch mit System

OP-Klemme im Bauchraum vergessen: Nicht jeder Ärztepfusch ist so eindeutig. Den Betroffenen steht ein langer Leidensweg bevor, bis sie ihr Recht bekommen. (Foto)
OP-Klemme im Bauchraum vergessen: Nicht jeder Ärztepfusch ist so eindeutig. Den Betroffenen steht ein langer Leidensweg bevor, bis sie ihr Recht bekommen. Bild: dapd

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Das hohe Ansehen der Halbgötter in Weiß bröckelt unaufhaltsam. Dafür sorgt auch die aktuell vorgestellte Liste der Behandlungsfehler des vergangenen Jahres. News.de bringt Licht in den Statistik-Dschungel und zeigt, wie Patienten bei einem möglichen Pfusch rechtlich vorgehen müssen.

Die ärztliche Therapie schlägt nicht an. Schlimmer noch - die Patienten kommen kranker aus der Behandlung als vorher. Diese Angst beschäftigt jeden, der medizinische Hilfe braucht. Und in tausenden Fällen ist es leider bittere Realität, wie die Behandlungsfehlerstatistik 2011 zeigt - ermittelt vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) sowie dem Medizinischen Dienst der GKV-Spitzenverbandes (MDS).

Demnach haben die Gutachter im vergangenen Jahr 12.686 Fälle von Behandlungsfehlern unter die Lupe genommen. Traurige Bilanz: Nahezu jeder dritte Vorwurf (4068 Fälle) wurde als Pfusch bestätigt. Damit ist die Fehlerrate im Vergleich zu 2010 immens gestiegen. Der MDK hatte im zweiten Halbjahr 2010 rund 6300 Behandlungsfehler begutachtet. Hier bestätigte sich nur jeder fünfte Fall als ärztlicher Kunstfehler.

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Die aktuellen Zahlen sind aber nur die Spitze des Eisberges, da neben dem MDK auch die Ärztekammern bei Behandlungsfehlern ermitteln. Diesen wurden im vergangenen Jahr 11.100 Vorwürfe vorgelegt. 2287 Behandlungen davon haben sich als grob fahrlässig herausgestellt.

Wer ins Krankenhaus muss, geht wahrscheinlich mit besonders gemischten Gefühlen hinein. Denn in 67 Prozent aller Fälle sahen sich die Kliniken mit Verdächtigungen konfrontiert - bei den von den Ärztekammern untersuchten Vorwürfen waren es sogar 72 Prozent. Nur rund ein Drittel der Beschwerden wurden bei niedergelassenen Ärzten erhoben.

Vor allem die Abteilungen Orthopädie und Unfallchirurgie sehen sich am häufigsten mit Klagen konfrontiert. Der MDK prüfte insgesamt über 3500 Fälle. Insbesondere stehen Eingriffe zur Behandlung von Arthrosen in Knie und Hüfte mit 1108 Beschwerden ganz oben am Pranger.

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Zahnschmerzen schon vor der Behandlung

Die Zahnmedizin und die Gynäkologie machen das Podest der Klagemeister komplett. Aber: «Im Verhältnis zur Zahl der Vorwürfe werden die meisten Behandlungsfehler in der Pflege, in der Zahnmedizin sowie in der Gynäkologie und Geburtshilfe bestätigt», erklärt Professorin Astrid Zobel, Leitende Ärztin der Sozialmedizin des MDK Bayern. Demnach bestätigte sich in der Pflege jeder zweite Vorwurf - bei den Zahnärzten waren 46 Prozent aller Klagen erfolgreich.

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Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 5
  • 10.09.2012 08:06
Antwort auf Kommentar 4

Wenn die Kosmonauten ein Foto präsentieren können ,wo Sie den Gott die Hand schütteln ,dann beuge ich mich auch und glaube dann sicherlich an Gott.,ansonsten bleibe ich so wie ich bin und erfreue mich der Natur und achte die auch sehr.Naturgewlalten gehören auch dazu , Die Natur ist was herrliches .

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  • Elster
  • Kommentar 4
  • 09.09.2012 20:31
Antwort auf Kommentar 3

Bin Atheist -Jesus Christus trifft für meine Person nicht zu.

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  • being
  • Kommentar 3
  • 09.09.2012 19:47
Antwort auf Kommentar 1

Da gab es mal einen der besten Notfallmediziner, bis sich herausstellte, dass er kein Arzt war.Hat ein Leser den Link. Auch Jesus Christus bemerkte schon zu seiner Zeit,, dass der Glaube an ihn heilt.

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