Aus der Forschung Kommt die Wunderwaffe gegen Fettpolster?

FdH, Nulldiät oder Sport bis zum Umfallen: Übergewichtige wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer Abnehmen ist. Jetzt machen Forscher neue Hoffnung im Kampf gegen Fettleibigkeit - bei Experimenten mit Mäusen gab es erste Erfolge.

Kalorienbomben auf dem Speiseplan, zu wenig Bewegung - kein Wunder, dass inzwischen jeder zweite Deutsche mit Übergewicht zu kämpfen hat. Diäten unterschiedlichster Couleur haben meist nur kurzfristig Erfolg. Neue Forschungsergebnisse machen Übergewichtigen jedoch Hoffnung.

In Experimenten mit Mäusen haben Wissenschaftler der Universität Bonn und des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried bei München eine Methode entdeckt, die überflüssige Fettzellen schneller schmelzen lässt. Die Forschungsergebnisse wurden diese Woche im renommierten Fachblatt «Science Signaling» veröffentlicht.

Als Grundlage dafür teilte das Wissenschaftlerteam Fettzellen in verschiedene Kategorien ein: Neben weißen gibt es beige und braune Fettzellen. Weißes Fett ist überall dort zu finden, wo Diäten kaum anschlagen - der Energiespeicher an Hüften, Bauch und Po soll Reserven für magere Zeiten schaffen.

Demgegenüber dienen braune Fettzellen als Heizaggregat, erklärt Alexander Pfeifer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Bonn. Kleine Kinder schützt dieser Babyspeck aus braunen Fettzellen davor, zu stark auszukühlen. Im erwachsenen Organismus finden sich braune Fettzellen nur noch in wenigen Bereichen, beispielsweise am Nacken oder entlang der Wirbelsäule.

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Für die Forscher sind jedoch die sogenannten beigen Fettzellen besonders interessant. Diese können sich unter bestimmten Bedingungen aus weißem Fett bilden und sind ebenfalls in der Lage, mit der Nahrung aufgenommene Energie in Wärme umzuwandeln.

In verschiedenen Tests hat das Forscherteam herausgefunden, wie die hartnäckigen weißen Fettzellen in leichter verbrennbare beige und braune Zellen umgewandelt werden können - und somit den Weg in Richtung effektiver Abnehmhilfen gefunden.

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Der Schlüssel liegt im sogenannten Vasodilatator-Stimulierten Phosphoprotein, kurz VASP. Dieses Eiweiß spielt eine entscheidende Rolle bei der Signalweiterleitung und fungiert als eine Art Bremse bei der Umwandlung von weißem Fett in beige und braune Zellen.

In Versuchen mit Mäusen hat das Team jenes Gen deaktiviert, das für die Bildung von VASP verantwortlich ist - mit dem Ergebnis, dass diese Tiere eine größere Anzahl beige und braune Fettzellen aufwiesen. Demnach hatten die Mäuse mit weniger VASP einen höheren Energieverbrauch und waren erkennbar schlanker als die Mäuse der Kontrollgruppe.

Diese Entdeckung ist jedoch nur der erste Schritt auf einem Weg zu einer Wunderpille für Abnehmwillige - zunächst sind die Ergebnisse nur auf Tests mit Mäusen beschränkt. Die durchschlagende Therapie von Adipositas bezeichnet Alexander Pfeifer noch als Zukunftsmusik.

Ein Wirkstoff, der die Bildung von VASP hemmt, wäre den Forschern zufolge ein möglicher Ansatzpunkt, energiezehrende Fettzellen zu bilden. Eine viel versprechende Grundlage für weitere Forschungen seien die Ergebnisse jedoch in jedem Fall.

loc/ham/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Johannes Blenzen
  • Kommentar 2
  • 31.08.2012 17:32

Weniger und bewusst essen ist die beste Methode abzunehmen. Man braucht nur im Einkaufszentrum die Einkaufswagen zu betrachten. Dicke kaufen Cola, Lima, Chips fette Wurst etc. Schlanke Obst, Gemüse, Wasser Das sagt alles!!

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  • Michel1966
  • Kommentar 1
  • 31.08.2012 12:49

UiUiUi - bei Experimenten mit Mäusen gab es erste Erfolge. Das heißt im Klartext, dass (sollte es erfolgreich sein) in ca. 30-50 Jahren ein Medikament da sein wird. Alleine die Zulassungsverfahren und mittlerweile die EU Auflagen lassen solche Dinge noch länger dauern als früher.

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