Weltblutspendetag Mit einem Pieks zum Helden werden

Die moderne Medizin macht stets Fortschritte, auf einen besonderen Stoff sind die Ärzte aber nach wie vor angewiesen: Blut. Allerdings lässt die Spendenbereitschaft zu wünschen übrig. Eine Aktion passend zum Weltblutspendetag soll die Spendenbereitschaft ankurbeln.

Heute ist Weltblutspendetag. (Foto)
Heute ist Weltblutspendetag. Bild: dapd

Umfragen von 2009 haben ergeben, dass 41 Prozent der Deutschen schon einmal Blut gespendet haben. Dass diese Zahl ausbaufähig ist, wissen auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. Diese haben deshalb vor acht Jahren den Weltblutspendetag ins Leben gerufen. Seitdem steht jährlich der 14. Juni im Zeichen des wertvollen roten Saftes - in diesem Jahr unter dem Motto: «Jeder Blutspender ist ein Held».

Dass der 14. Juni als Gedenktag auserkoren wurde, hat seinen Grund. An jenem ist der Mediziner Karl Landsteiner (1868 - 1943) geboren. Den meisten ist er unbekannt, mit seiner Arbeit kann jedoch jeder etwas anfangen: Landsteiner entdeckte sowohl die Blutgruppen als auch den Umstand, dass Blut verklumpt, wenn es mit anderen Blutgruppen zusammenkommt. Diese Erkenntnis brachte ihm 1930 den Nobelpreis für Medizin ein.

Voraussetzungen für eine Blutspende

Um Leben zu retten, muss ein Spender einige Kriterien erfüllen. Zur Blutspende wird zugelassen, wer zwischen 18 und 71 Jahren alt und körperlich gesund ist. Bei Erstspendern liegt die Altersgrenze bei 68 Jahren. Zum Zeitpunkt der Blutspende sollten keine Medikamente eingenommen werden.

Wer unter 50 Kilogramm wiegt und vier Monate vor der Spende operiert wurde oder sich hat piercen oder tätowieren lassen, wird nicht als Spender zugelassen. Die Blutspendeinstitute haben zudem Risikogruppen festgelegt, bei denen eine Spende die Gefahr einer Infektion erhöhen würde. Der Statistik zufolge dürfen Homosexuelle nicht spenden. Bei Drogenkonsumenten erklärt sich der Ausschluss hingegen von selbst.

Eine Blutspende dauert im Schnitt eine knappe Stunde. Zunächst wird der Spender registriert und macht per Fragebogen Angaben zu seiner gesundheitlichen Verfassung. Per Schnelltest wird überprüft, ob der Spender eine AnämieBlutarmut, die durch einen niedrigen Hämoglobinspiegel im Blut nachgewiesen werden. Patienten mit einer Anämie haben häufig eine gesteigerte Herzfrequenz, da das Blut weniger Sauerstoff als bei gesunden Menschen transportieren kann. hat. Ein anwesender Arzt gibt grünes Licht, wenn er den Kandidaten für fit genug hält.

Diese Arten der Blutspende gibt es

Dem Körper wird bei einer Vollblutspende einiges abverlangt. Für eine Blutkonserve werden rund ein halber Liter des roten Saftes entnommen, im Labor wird das Blut später behandelt und für eine Transfusion aufbereitet. Daneben gibt es die Plasmaspende - hierbei wird das gespendete Blut außerhalb des Körpers in flüssiges Plasma und Blutzellen getrennt.

Letztere werden dem Spender vor Ort wieder zugeführt. Blutplasma dient mit seinen Blutproteinen für die Medizin vor allem als Basis für die Medikamentenherstellung. Als dritte Option kommt die Spende von Blutplättchen, von Medizinern als Thrombozyten bezeichnet, infrage. Diese kommen bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder nach Krebserkrankungen zum Einsatz.

Die Entnahme des Blutes bei einer Vollblutspende dauert ungefähr zehn Minuten. Daran schließt sich eine mindestens zehnminütige Erholungsphase an, damit der Spender keine Kreislaufprobleme bekommt. Um die körpereigene Regeneration zu unterstützen, sollten sich Spender in den Tagen nach der Blutentnahme schonen. Innerhalb von zwei Tagen haben sich die Plasmaproteine im Blut nachgebildet, die Blutzellen sind nach rund zwei Wochen wieder auf dem Niveau vor der Blutspende. Der Eisenspiegel normalisiert sich im Schnitt innerhalb von acht Wochen.

Keine Angst vor Infektionen

Bevor die Blutkonserve zur medizinischen Therapie genutzt werden kann, stehen umfangreiche Untersuchungen auf dem Programm. Krankheitserreger wie das HI-Virus, Hepatitis- oder Syphilis-Erreger dürfen im Blut nicht nachweisbar sein. Andernfalls wird die Spende entsorgt. Übrigens ist die Sorge, bei einer Blutspende mit Krankheitserregern infiziert zu werden, unbegründet: Bei jeder Spende werden sterile Einmal-Sets verwendet, die eine Infektion ausschließen.

Blut als Therapiemittel

Am häufigsten werden Blutkonserven zur Behandlung von Krebspatienten eingesetzt: 27 Prozent aller Blutspenden kommen im Rahmen von Chemotherapien zum Einsatz, da die körpereigene Blutbildung bei Krebspatienten unterdrückt ist und Fremdblut benötigt wird. Blutkonserven sind weiterhin für die Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Magen-Darm-Krankheiten unersetzbar. Daneben werden unter anderem auch Leukämien, Erkrankungen des Nervensystems, Verletzungen und Vergiftungen mithilfe von Spenderblut behandelt.

loc/sca/zij/news.de/dapd

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • HB-D
  • Kommentar 2
  • 14.06.2012 17:46
Antwort auf Kommentar 1

Die Idee finde ich sehr gut :) Auch ich habe schon über 40x gespendet. Außer den Getränken etc. wäre eine solche "Belohnung" ein echter Multiplikator für ein gutes Werk.

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  • AB-D
  • Kommentar 1
  • 14.06.2012 12:00

Als Dauerspender (über 50x) habe ich auch "Ausgaben" - Fahrkosten, Zeitaufwand.... mal eine Überlegung, da der "rote Lebenssaft" ja anderen Nutzen bringt und wertvoll ist: kann man die Spender nicht irgendwie "belohnen" ? - hallo Krankenkassen!... so mit Boni-Zuschüssen für Brillen, Gebisse und so??? - ich ernähre mich ja auch gesund/gesünder, habe durch das Spenden Kontrollen usw....

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