Mäuse als Überträger Hanta-Virus breitet sich massiv aus

Blut im Urin bis hin zu Nierenversagen: Das Hanta-Virus wird durch Mäuse übertragen - und die sich stark vermehrt haben. (Foto)
Blut im Urin bis hin zu Nierenversagen: Das Hanta-Virus wird durch Mäuse übertragen - und die sich stark vermehrt haben. Bild: dapd

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder
So klein und süß die Rötelmaus auch ist, so gefährlich kann sie sein. Das Robert-Koch-Institut warnt vor den Nagetieren, die das Hanta-Virus übertragen können. Der Erreger, der in schweren Fällen Blutungen und Nierenversagen verursacht, hat sich massiv in Deutschland ausgebreitet.

Alarmierende Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI): Das Hanta-VirusDer Name leitet sich vom koreanischen Grenzfluss Hantan ab: Während des Koreakrieges Anfang der 1950er Jahre erkrankten mehr als 3.000 US-Soldaten an einem schweren Fieber, das einherging mit äußeren und inneren Blutungen. ist auf dem Vormarsch. Die Zahl der Infektionen hat mit bundesweit 965 bekannten Fällen im Zeitraum Januar bis Mai dieses Jahres einen neuen Rekordwert erreicht. Er überbietet das bisherige Spitzenjahr 2010 um 119 Patienten. Seit 2001 besteht bei der Viruserkrankung Meldepflicht.

Der Erreger zählt zu den gefährlichsten. Nach Angaben des RKI verläuft die Erkrankung zunächst grippeähnlich. Die Betroffenen klagen über hohes Fieber, das bis zu vier Tage andauert - zudem über Kopf, Muskel- und Rückenschmerzen. Anschließend können starker Blutdruckabfall, Blut im Urin sowie Nierenversagen auftreten. Letzteres bringt zwangsweise eine Behandlung per DialyseBlutreinigungsverfahren, das die Funktion der Niere übernimmt. mit sich. Mitunter führt die Infektion auch zum Tod. Sobald die ersten Symptome auftreten, muss der Betroffene zum Arzt.

Besonders kritisch ist die Lage in Baden-Württemberg: Allein 696 Erkrankungen und damit zwei Drittel aller gemeldeten Fälle hat das Bundesland aufzuweisen. Doch auch Bayern (73), Nordrhein-Westfalen (70), Niedersachsen (42) und Hessen (32) haben mit einem sprunghaften Anstieg zu kämpfen. Die einzigen Bundesländer hingegen, die bisher komplett vom Virus verschont wurden, sind Berlin, Brandenburg und Hamburg.

Buchenwälder meiden

Woher kommt das starke Gefälle? Die Virologin Christiane Wagner-Wiening hat beobachtet, dass die meisten Infektionen in Regionen mit zahlreichen Buchenwäldern auftreten. Überträger der Krankheit sind vorwiegend Nagetiere, vor allem die Rötelmaus. Diese fände nach dem hohen Fruchtertrag von Buchen und Eichen im vergangenen Jahr besonders viel Nahrung und hätte sich dadurch stark vermehrt.

Das Tückische: Auch wenn der Mensch nie eine Maus anfasst geschweigedenn zu Gesicht bekommt, so kann er sich leicht infizieren. Die Viren werden von den Nagern über Urin, Kot und Speichel ausgeschieden. Wird anschließend kontaminierter Staub aufgewirbelt und eingeatmet, kommt es zur Infektion. Die Viren sind zudem recht widerstandsfähig.

Umso gefährdeter sind Bundesbürger, die Kontakt zu den Tieren oder deren Ausscheidungen haben. Dazu zählen beispielsweise Arbeiter am Bau oder in der Forstwirtschaft - ebenso Hobbygärtner und Bastler, die sich in Scheunen, Schuppen oder Garagen aufhalten. Die Tiere können natürlich auch in den Wohnbereich vordringen.

Wer die Tiere von sich und den eigenen vier Wänden fernhalten will, sollte Folgendes beachten: Lebensmittel nur in dich schließenden Schränken und Behältern aufbewahren, ebenso sollten keine Essensreste oder tierische Abfälle auf dem Komposthaufen landen. Zudem lohnt es sich, den Sperrmüll zu entrümpeln, denn dieser bietet sich als idealer Unterschlupf für die Nager an.

Bei Mäusebefall empfiehlt das RKI, Schlagfallen aufzustellen, die mit Feder-Konstruktion ausgestattet sind. Wer Giftköder einsetzt, sollte diese in dunkle Ecken und entlang von Wänden platzieren.

Bloß keinen Staub aufwirbeln

Nach erfolgreicher Jagd muss man auch bei der Beseitigung der toten Tiere aufpassen. Die Mäuse sollten in eine Plastiktüte gesteckt und über den Hausmüll entsorgt werden. Dabei enganliegende Gummihandschuhe und eine Atemmaske tragen. Wer Mäusekot oder Nestmaterial beseitigen will, sollte keinen Staubsauger benutzen, denn durch die Abluft werden die Viren besonders schnell verteilt. Alle kontaminierten Stellen müssen auch mit Reinigungsmittel sauber gemacht werden. Und nicht vergessen: Abschließend gründlich die Hände mit Seife waschen.

loc/news.de/dapd

Leserkommentare (9) Jetzt Artikel kommentieren
  • Wutbürger
  • Kommentar 9
  • 13.06.2012 16:23

Besonders gut fande ich den Tipp, die toten Krankheitsüberträger mit dem Hausmüll zu sorgen. Wenn's denn so gefährlich ist, meinen die schlauen Ärzte denn nicht, dass es da bessere Entsorgungsmöglichkeiten gibt? Und vorallem ist das auch kein Tipp, denn jeder entsorgt seinen Müll zunächst einmal mit dem HAUSMÜLL! pfft, doch alles Idioten.

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  • Hermi
  • Kommentar 8
  • 04.06.2012 12:25

Meine Schulkollegin ist daran gestorben, also achtsam sein!!

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  • Adolar
  • Kommentar 7
  • 02.06.2012 23:47

Einer Information der Medizinischen Universität Wien von 2009 ist zu entnehmen bei Hantavireninfektionen ist eine Schwankung der Infektionen von bis dem 10fachen jährlich normal, http://www.virologie.meduniwien.ac.at/home/upload/vei/2009/0709s.pdf, auch 2012 http://www.virologie.meduniwien.ac.at/home/upload/vei/2012/0812.pdf hat sich an der Einschätzung im Gegensatz zu diesem hysterisierenden "Robert-Koch"-Institut nichts geändert.Die Wiener werden scheinbar noch nicht ordentlich "geschmiert",oder,was naheliegender ist,sie haben noch einen Anstand im Leib der hiesigen "Wissenschaftlern" abgeht

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