Weltnichtrauchertag
Die Sucht nach Rauch verdampft leicht

Der mühsame Kampf gegen den blauen Dunst trägt am Weltnichtrauchertag erste, zarte Sprossen. Vor allem Jugendliche distanzieren sich immer mehr vom Rauchen. Von Entwarnung kann aber keine Rede sein: Mehr als 300 Deutsche sterben täglich an den Folgen des Tabakkonsums.

FOTOS: Weltnichtrauchertag Schoko-Zigaretten und brennende Nikotinpflaster
zurück Weiter Weltnichtrauchertag bei Twitter (Foto) Foto: news.de(screenshot) Kamera

Am Weltnichtrauchertag wird Bilanz für Deutschland gezogen. Und die könnte besser sein: Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ermittelt hat, raucht derzeit noch immer fast jeder dritte Bundesbürger ab 18 Jahren (30 Prozent). Den traurigen Spitzenreiter bei der Raucherquote bilden junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren. In dieser Altersgruppe greifen 38 Prozent der Frauen und 43 Prozent der Männer regelmäßig zum Glimmstängel.

Wer sich den blauen Dunst nicht abgewöhnen kann, muss mit fatalen Konsequenzen rechnen: «Jeden Tag sterben in Deutschland mehr als 300 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums. Damit ist das Rauchen die häufigste vermeidbare Todesursache», bringt es BZgA-Direktorin Professor Elisabeth Pott auf den Punkt. Schließlich stellt der Tabakkonsum auch noch am 25. Weltnichtrauchertag den größten Risikofaktor für 40 chronische Erkrankungen.

FOTOS: Glimmstengel ade Die zehn besten Gründe Nichtraucher zu werden

Doch die steigenden Tabakpreise und die zahlreichen Kampagnen gegen den blauen Dunst scheinen ihre Wirkung zu zeigen - wenigstens bei Jugendlichen. Anders als bei den Erwachsenen wünschen sie sich ein rauchfreieres Deutschland. Das zeigen neue Ergebnisse der repräsentativen BZgA-Studie zur Drogenaffinität von Jugendlichen.

Rekord: 71 Prozent der Jugendlichen haben noch nie geraucht

Demnach fordern 89 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren Rauchverbote in Diskotheken und Kneipen. Auch die Raucher gehen mit gutem Vorbild voran. Unter ihnen befürwortet dies jeder Zweite. Zugleich ist das Bewusstsein, was sich der Raucher für einem Risiko aussetzt, noch einmal gestiegen - von 89 Prozent auf 94 Prozent.

Noch positiver: Die Zahl der rauchenden Jugendlichen in Deutschland sinkt seit zehn Jahren unaufhörlich. Während im Jahr 2001 noch 28 Prozent der 12- bis 17-Jährigen qualmten, waren es im vergangenen Jahr nur noch zwölf Prozent. Zudem haben aktuell 71 Prozent dieser Gruppe noch nie in ihrem Leben geraucht - Höchstwert.

«Rauchen bei jungen Menschen schlichtweg out»

«Rauchen ist bei jungen Menschen schlichtweg out», stellt Pott fest, aber fügt hinzu: «Dennoch müssen wir unsere Präventionsanstrengungen fortsetzen, damit sich diese positiven Entwicklungen langfristig auch auf den Tabakkonsum im Erwachsenenalter auswirken.»

Um vor allem junge Erwachsene zum Rauchstopp zu bewegen, hat die BZgA der Internetplattform rauchfrei-info.de neues Leben eingehaucht. Die Webseite ist seit sieben Jahren online und erreicht jeden Monat bis zu 30.000 Menschen. Kernstück des Portals ist das kostenlose Online-Ausstiegsprogramm, das Raucher bis zu vier Wochen lang beim anhaltenden Nikotinverzicht begleitet. Bislang haben mehr als 40.000 Bundesbürger mitgemacht.

FOTOS: Berühmte Raucher Sie frönen dem gleichen Laster

Die erfolgreichsten Entwöhnungsmethoden

Doch es gibt zahlreiche andere Methoden, um dauerhaft von der Kippe wegzukommen. Das Problem: Alle Therapieformen müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden - die Krankenkassen spielen bis jetzt nicht mit. Die erfolgreichsten Methoden sind je nach Studie die Hypnose, die Akupunktur und die Verhaltenstherapie. Doch mitunter auch die teuersten.

Lesen Sie hier, welche Therapie Ihnen am besten helfen könnte.

phs/news.de

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

0 Kommentare

Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser